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Archive for Februar 2013

Die Geschichte des ungewöhnlichsten Kaka Neuseelands

Über Kakas im Allgemeinen berichteten wir ja erst kürzlich in einem Post. Hier aber kommt speziell für unsere treuen Leser die versprochene Geschichte des einzigartigen Papageien von Great Barrier Island. Die Insel liegt etwa 50 Kilometer vor der Küste Aucklands im Hauraki Gulf und ist wahrlich ein unberührtes Paradies. Es gibt kein öffentliches Stromnetz, dafür ein Neuseeland, wie man es auf dem Festland vor etwa 20 Jahren vorfand.

Nachdem es auf Great Barrier Island (nicht zu verwechseln mit dem Great Barrier Reef in Australien!) keine Possums oder Ratten gibt, konnten sich hier die einzigartigen heimischen Buschpapageien, die Kakas, ungestört vermehren. Überall krächzt und knackt es in den Ästen und Büschen der unzähligen Obstbäume. Hoch oben flattern sie lautstark durch die Lüfte, zeigen stolz die Unterseiten ihrer knallroten Flügelfedern.

Es geschah 1990 als John und Mary Williams von ihrem Nachbarn ein Kaka Küken bekamen. Es war aus dem Nest gefallen, unreif und hatte unzählige Milben. In der freien Natur hätte das Jungtier niemals überlebt. Das Paar versuchte alles, um dem Kaka-Baby zu helfen, doch ohne Erfolg. Schließlich kam ihnen die groteske Idee, Essen zu zerkauen und den kleinen Vogel direkt aus dem Mund die vorgekaute Nahrung zu füttern. Dieser eher ungewöhnliche Vorgang half und nachdem die Milben ausgemerzt waren, machte der kleine Kaka große Fortschritte. Sie nannten das Tier Jimmy.

John und Mary hatten große Sorge als der kleine Papagei mobiler wurde und auf dem Boden seine Welt erkundete. Hauskatzen und Hunde konnten das Vogeljunge angreifen, da es noch nicht fliegen konnte. Schnell lernte Jimmy geschickt auf Bäume zu klettern und am Abend schüttelten die Zieheltern das Tier vom Baum, brachten es behutsam zu seinem Schlafplatz hinter der Couch im Wohnzimmer.

Nach etwa drei Monaten lernte Jimmy schließlich fliegen. Ein großartiger und trauriger Augenblick zugleich, als der geliebte Kaka über den Bäumen des nächsten Hügels den Blicken der traurigen Familie entschwand. Doch schon am Abend klopfte es am Fenster, Jimmy hämmerte mit dem Schnabel gegen die Scheibe, war wie selbstverständlich zurück gekehrt, um seinen gewohnten Schlafplatz einzunehmen. So ging es jeden Abend und als der Papagei nach ausgedehnten Regengüssen klitschnass nach Hause kam, setzte er sich auf den Holzstapel neben dem Kamin des Ofens und trocknete sich selbst. Mary sagte oft zu ihm „You are a wicked wicked Walla!“, was soviel bedeutet wie „Du bist wirklich ein verrücktes kleines Kerlchen“. Jimmy lernte zu sprechen und antwortete immer „I’m a wicked wicked Walla.“ So wurde aus Jimmy, Walla.

Der clevere Papagei konnte jede Menge Tricks. Er brachte sich selbst bei, wie man den Drehverschluss von Flaschen aufschraubt, spielte mit den beiden Enkelinnen Roslin und Anwyn Karten, ließ sich am Schnabel aufheben und herumtragen wie einen Einkaufskorb. Sein liebstes Spiel war jedoch, mit den beiden vier und sechs Jahre alten Mädchen zu baden. Er spazierte auf dem Wannenrand herum, steckte den Kopf unter Wasser und blies mit den Kindern Seifenblasen.

Manchmal lag er auf dem Rücken auf dem Sofa und balancierte geschickt einen Hauspantoffel auf seinen Beinen. Er mimte alles nach, was er hörte, versetzte so manchen Nachbarn und Besucher in Angst und Schrecken wenn es aus dem Haus rief „Hilfe, Hilfe, Mary, Hilfe!“. Er konnte die heimischen Eulen nachahmen und lockte damit wilde Eulen an. Eines Tages brachte er sogar einem wilden Kaka bei, „Walla“ zu sagen.

Walla besuchte die Zwillingskinder, die auf dem nahegelegenen Hügel lebten, stellte allerhand Dinge an, klopfte ans Fenster, aß ihre Malkreide, spazierte zwischen dem Geschirr und suchte nach Teeblättern in den Tassen und nach Tabak. Wenn die Familie ihn schließlich aus dem Haus warf, saß er im Baum und rief „Help, Mary, help!“ Eines Tages verletzte sich sein Ziehvater John den Rücken schwer, musste für mehrere Wochen im Bett liegen. Walla wachte auf seiner Brust, ließ ihn nicht aus den Augen. Und wenn er wegflog, kam er mit Fliegen, Motten oder Würmern zurück, um sie seinem kranken John zu füttern. Später begann er sogar, Mary und John auf Partys zu suchen. Er machte sie aus der Luft ausfindig und platzte in die Runde, klaute den Herren Tabak aus den Oberhemdtaschen, rollte den Tabak und klemmte die Bällchen unter die Flügel. Tabak gilt als natürliches Insektizid. Er marschierte die Klaviertasten hinauf und hinunter, war das Highlight eines jeden Festes.

Eines Tages flog Walla davon und kehrte nicht wieder zurück. Monate später berichteten Kinder des Ortes, sie hätten Walla im Park gesehen, er habe mit ihnen gespielt und sei dann wieder davon geflogen. Die Bewohner von Great Barrier Island glauben, dass Walla einen Partner gefunden hatte und deshalb sein eigenes Leben anfing. Für Mary und John ist die Geschichte von ihrem geliebten Kaka-Papageien Nostalgie. Noch immer ist Wallas leerer Schlafplatz hinter dem Sofa Teil ihres Wohnzimmers.

Kaka Jimmy Walla GBI

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Kakas – Neuseelands freche Papageien

Erblickt man einen der Waldpapageien von oben oder von der Seite, übersieht man ihn schnell oder mag kaum glauben, dass es sich um einen Kaka handelt, denn am Nacken, Rücken, auf der Brust und der Oberseite der Flügel glänzt das Gefieder der nur in Neuseeland lebenden Tiere in monochromen Brauntönen. Erhascht man allerdings einen Blick auf einen fliegenden Kaka wird deutlich, dass es sich hier um einen farbenfrohen Vogel handelt: die intensiv leuchtenden Rottöne des Bauches und der Unterseite der Flügel schillern dem Beobachter in lilafarbenen und orangenen Facetten entgegen.

Kakas gehören der Gattung der Nestorpapageien an, die heute in Neuseeland nur noch aus zwei lebenden Arten bestehen: den Kakas und den Keas. Eine dritte Art namens „Dünnschnabelnestor“, die auf den Norfolk Inseln beheimatet war, starb bereits im 19. Jahrhundert aus.  Die wohl bei Touristen bekannteren Papageien sind die Keas, sind die einzigen Bergpapageien der Welt, während die Kakas im neuseeländischen Bush leben.

Der Kaka kann jedoch ebenso zutraulich und interessiert sein wie sein nächster Verwandter, der Kea. Kakas sind gesellige Vögel und leben gerne in kleinen Gruppen von bis zu zehn Exemplaren zusammen. Es sind anpassungsfähige, neugierige und sehr intelligente Vögel, die häufig ihre Zeit mit Spielen und Experimentieren verbringen. Man kann sie stundenlang beobachten, denn den überwiegend auf Bäumen lebenden Spaßmachern der Vogelwelt fallen immer wieder neue Faxen zur Unterhaltung ein.  So gibt es beispielsweise auf Great Barrier Island Kakas, die nahezu als Haustiere leben und sogar sprechen gelernt haben. Sie vollführen Purzelbäume und machen sich gerne in der Nähe der Wohnhäuser dort auf die Suche nach außergewöhnlichem Futter. Auch auf Kapiti Island nördlich von Wellington leben zahlreiche Kakas mit den Maori-Familien der Insel in der unberührten Flora des Naturschutzgebietes. Sie wissen genau, wann der Aufenthaltsraum der Lodge leer ist und sie sich über die Schokoladenkekse hermachen können. Im Gegensatz zu den laufenden Wekas fliegen sie über die Barrieren und bedienen sich kurzerhand selbst. Wer draußen auf dem Deck  essen möchte, sollte aufpassen, denn schon so mancher Touristen ist mit einer Schramme von Dannen gezogen, wenn er sich gegen die gierigen Schnäbel verteidigen musste.

Kakas sind eigentlich dämmerungs- und nachtaktive Vögel und ernähren sich normalerweise von Früchten, Knospen und Insekten. Ein wichtiger Bestandteil des Speiseplans der Papageien sind energiereiche Sekrete, die von Schildläusen produziert werden, der sogenannte Honigtau. Neben der Einengung des Lebensraums der Kakas ist diese unübliche Ernährung ein Grund für die Bedrohung ihrer Art. Importierte europäische Wespen, die ebenfalls von Honigtau leben, haben die Nahrungsgrundlage der Kakas extrem dezimiert, so dass ihr Bestand heute stark gefährdet ist.

Kakas in der Wildnis kann man unter Garantie auf Great Barrier Island im Hauraki Gulf erleben oder auf Kapiti Island, dem Naturschutz-Reservat nördlich von Wellington. Wen die außergewöhnlichen neuseeländischen Kakas interessierten, sollte die Augen offen halten, denn schon bald wollen wir mit Euch die ungewöhnliche Geschichte, von einem ganz besonderen Kaka namens „Walla“ teilen.

Übrigens, auf allen Sidetracks-Reisen, die uns auch in das atemberaubende Fjordland führen, haben unsere Teilnehmer die große Chance die lustigen neuseeländischen Papageien hautnah in der Wildnis zu erleben. Sowohl auf der Naturwunder-Reise, als auch auf unserer Schätze des Südens-Tour und der Wanderreise kommen wir in diese Gegend. Einmalig ist das Naturerlebnis auf unserer Naturwunderreise, in der eine Wildniswanderung, geführt von einem einheimischen Guide, enthalten ist!

Kaka, Sidetracks (c) 2012

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Nach langer Durst- oder besser gesagt Hunger-Strecke, nun endlich mal wieder für Euch ein leckeres Rezept zum Nachkochen. Auf unseren Touren lieben wir die gemeinsame Zeit, in denen wir unsere Hauptmahlzeit zubereiten und ausgedehnte Unterhaltungen führen.

Versucht unbedingt mal folgendes einfach zu kochende Essen! Die Menge hier bezieht sich auf unsere Kleingruppen von ca. 10 Personen.

Zubereitungszeit ca. 60 Min

Einkauf

1,5-2 kg Pute oder Hähnchen

2 kl. Sahne süß (600 ml)

1 Dose Pfirsiche

4 Bananen

2-3 Zwiebeln

3 P. Fertigsoße (Grundlage)

1000 – 1250 g dunklen Reis

Weitere Zutaten:

Curry, Salz, Pfeffer, Weißwein, Brühe, Chili

Zubereitung

Zwiebel in Öl in der Pfanne anbraten, Fleisch in kleinen Stücken dazugeben. In den Topf umfüllen, vorbereitete Soße dazugießen. Fertig kochen. Sahne dazugeben und mit allen Gewürzen abschmecken.

Vielen Dank an dieser Stelle an Rosmarie H., die uns dieses leckere Rezept am 01.02.97 zukommen hat lassen! Und glaubt uns, seitdem haben wir es schon unzählige Male gekocht und es kam bei allen unseren Teilnehmern immer gut an!

Guten Appetit wünscht das gesamte Sidetracks-Team!

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Delikatesse und Wunderheilmittel aus Neuseeland

Wer kämpft nicht gerade mit einer lästigen Erkältung, schnieft seit Tagen vor sich hin? Vielleicht ist dieses Mittel auch für Euch eine Alternative zu Antibiotika…

Die zähflüssige goldgelbe Delikatesse aus Neuseeland ist viel mehr als nur ein süßes Vergnügen – der aktive Manuka-Honig ist ein wahres Wundermittel. Denn neuseeländischer Honig wird am schönsten Ende der Welt nicht nur als köstliches Nahrungsmittel verzehrt und für die Schönheit in Kosmetikprodukten verwendet. Wie Wissenschaftler jetzt bestätigt haben, besitzt das uralte Hausmittel tatsächlich erstaunliche Heilkräfte und hilft dem Körper sogar im Kampf gegen antibiotikaresistente Bakterien.

Bienen erzeugen den gesunden und leckeren Honig aus dem Blütennektar der Südseemyrte, die besonders in den höher gelegenen und bergigen Regionen Neuseelands als Baum oder Strauch wächst. Die kleinen zart-weißen Manuka-Blüten erinnern an winzige weiße Kirschblüten. Die Pflanze mit den besonderen Heilkräften wird in der Sprache der neuseeländischen Ureinwohner Manuka genannt. Die Maori kennen schon seit Jahrhunderten die desinfizierende, entzündungshemmende und heilende Wirkung der Wunderpflanze und verwenden ihre Blätter, die Rinde und den Honig traditionell als Naturheilmittel. Auch Erkältungen und innere Infektionen wie Blasen-, Magen- und Darmerkrankungen behandeln Maori noch heute mit dem natürlichen Heilmittel.

Bisher wird das Naturprodukt mit den außergewöhnlichen Kräften in der westlichen Medizin ausschließlich für die Wundbehandlung eingesetzt. Das Medizinprodukt aus neuseeländischem Blütennektar wurde 2005 offiziell von den Behörden in Europa zugelassen. Besonders bei Brandwunden wird der medizinische Honig aus Neuseeland verwendet, da dieser die Wunde schnell nach außen abschließt. Zusätzlich verhindert der Manuka-Honig durch seine desinfizierende Wirkung Sekundärinfektionen und lässt Wunden durch die Versorgung mit Nährstoffen schneller heilen. Insgesamt ist die Narbenbildung wesentlich geringer. Zurzeit werden neue Anwendungsgebiete des Manuka-Honigs in einigen klinischen Studien erforscht, sowohl für die innere als auch für die äußere Anwendung. So konnte bereits nachgewiesen werden, dass antibiotikaresistente Bakterienstämme mit Manuka-Honig bekämpft werden konnten. Auch bei chronischen Nebenhöhlenentzündungen und Angina, bei denen Antibiotika versagten, konnte das Naturheilmittel wirksam eingesetzt werden.

Die wertvolle Köstlichkeit enthält wie viele Honigsorten geringe Mengen von Wasserstoffperoxid, welche die leicht antiseptische Wirkung ausmachen. Ein Forscherteam der Technischen Universität Dresden entdeckte einen weiteren Wirkstoff. Neben Zucker besteht der Honig auch aus dem Zuckerabbauprodukt Methylglyoxal, das antibakteriell wirkt und dessen Gehalt im Manuka-Honig im Vergleich zu anderen Honigsorten hundertfach höher ist. Der messbare Gehalt von Methylglyoxal im Honig wird auch MGO-Konzentration genannt und variiert sehr stark. So kann der Honig von Blüten aus unterschiedlichen Pflanzen, unterschiedlich starke Wirkung haben. Je nach Sorte beträgt die MGO-Konzentration zwischen 20 bis 800 Milligramm pro Kilogramm.

Die Stärke der antibakteriellen Wirkung des Honigs ist von der MGO-Konzentration abhängig, wird gemessen und dementsprechend auf dem Produkt vermerkt. Sie wird mit dem sogenannten „Unique Manuka Factor“ – kurz UMF – ausgezeichnet. Der Faktor der antibakteriellen Wirkung liegt zwischen UMF 5+ und UMF 25+. Je höher dieser „einzigartige Manuka-Faktor“ ist, desto qualitativ hochwertiger ist die Heilwirkung des Honigs.

Der hohe Preis des Produktes erklärt sich jedoch nicht nur durch seine Heilwirkung und den Import aus dem entfernt liegenden Neuseeland. Die Manukapflanze selbst blüht nur wenige Wochen im Jahr. Für die Imker ist es daher schwierig, in der kurzen Blütezeit große Honigmengen zu generieren und zudem die Pollen von Fremdblüten auszuschließen.

Ein Forscherteam der neuseeländischen Universität von Waikato hat jedoch ein Verfahren entwickelt, welches jetzt die Messung und Vorhersage der MGO-Konzentration im Honig ermöglicht. Dieses Verfahren bildet die Grundlage für einen gezielten Anbau und die Züchtung von Manuka-Pflanzen, aus denen dann künftig hochwirksamer Manuka-Honig gewonnen werden kann. Ob das antiseptisch und antibakteriell wirkende Bienenprodukt damit künftig auch erschwinglicher wird, bleibt jedoch abzuwarten.

Manuka Honig

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Neuseelands Kampf um seinen einzigartigen Kakapo

Kakapos sind flugunfähige sehr seltene Papageien, Eulenpapageien und es gibt sie nur in Neuseeland. Kakapos sind die größten Papageien im Tierreich und erreichen eine Höhe, ähnlich der eines Huhnes. Ihre Federn sind moosgrün und gehen zur Brust hin in einen weichen Gelbton über und gleichen von der Konsistenz und Zeichnung her dem weichen Kleid von Eulen. Ihr Aussehen ist jedoch ihre einzige Tarnung, weshalb die Zahl der außergewöhnlichen Vögel seit der Ankunft der Siedler Anfang des 19. Jahrhundert erschreckend abgenommen hat. Mit der Einschleppung von Ratten, Hermelinen, Possums und Wieseln, sind heute nur noch wenige Exemplare vorhanden und die Kakapos sind akut vom Aussterben bedroht.

Der seltene Vogel ist nicht nur der weltweit einzige flugunfähige Papagei, sondern auch der weltweit schwerste Papagei und kann mehr als vier Kilogramm wiegen. Ein besonderes Merkmal und einmalig unter den Papageien ist der aufblasbare Brust-Luftsack. Kakapos haben im Laufe der Evolution in Neuseeland ihre Fähigkeit, zu fliegen, verloren. Doch das Schwergewicht unter den Papageien ist dafür um so besser zu Fuß, kann in nur einer Nacht Entfernungen von mehreren Kilometern zurücklegen und ausgesprochen gut auf Bäume klettern.

Im Jahre 1986 gab es nur noch geschätzte 22 Exemplare des grün-gelblich-schillernden Papageis, woraufhin Experten die Regierung bewegten, das Etat für das Recovery Program zur Artenerhaltung zu erhöhen.

Doch schon Ende des 19. Jahrhundert, startete man immer wieder Rettungsversuche, den einzigartigen Papageien in Naturreservaten anzusiedeln und entsprechende Schutzräume für die seltene Art zu schaffen. 1989 hatte man den „Kakapo Recovery Plan“ ins Leben gerufen und seit 1992 zeigt der Kampf nun endlich erste Erfolge. Naturschützer können eine langsame Bestandserholung der Vogelart verzeichnen.

Kakapos sind nachtaktive Pflanzenfresser, ernähren sich hauptsächlich von Wurzeln, Blättern und Früchten. Die Hauptnahrung der seltenen Tiere ist jedoch die reife Frucht der neuseeländischen Rimu-Bäume. Doch selbst in einem der Feind-freien Naturschutzgebiete auf „Codfish Island“ gab es Jahre, in denen die Früchte so knapp geworden waren, dass das Überleben der Vögel dort extrem gefährdet war. Seit dieser Zeit begann man umzudenken und nach anderen Lösungen zu Suchen, die Vermehrung der Tiere noch gezielter in die Hand zunehmen. Das  neuseeländische „Kakapo Recovery Programm“ war geboren. Das Experten-Team nimmt nun Kakapo-Küken und Eier von den Naturreservaten auf den Inseln in eine Hand-Aufzucht-Station in die Nähe von Invercargill auf das Festland. So stellen sie sicher, dass fast die gesamte Nachzucht überlebt.

Nach der erfolgreichen Aufzucht und einer Akklimatisierungsphase können die gesunden und wohl genährten Jungtiere dann wieder erfolgreich auf ihrer Heimatinsel in die Freiheit entlassen werden.

Das Kakapo-Erhaltungsprogramm wurde vor mehr als 20 Jahren unterzeichnet und ist eines der längsten Umweltschutz-Gemeinschaftsprojekte des Department of Conversation, mit „Tinto Alcan NZ“, den „New Zealand Aluminium Smelters“ und der „New Zealand Royal Forest & Bird Protection Society“. Mit diesem grenzenlosen Einsatz konnte die gefährdete Kakapo-Population in den vergangenen zehn Jahren auf geschätzte 127 Vögel verdoppelt werden! Das ist ein langsamer aber stetiger Erfolg!

Es gibt auch ein wunderschönes Buch zu den Tieren unserer Erde, die vom Aussterben bedroht sind. Den Kakapos ist in „Die Letzten Ihrer Art“ sogar ein ganzes Kapitel gewidmet.

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Uralte DNA enthüllt das Rätsel der ausgestorbenen Riesenvögel Neuseelands

Wir berichteten ja bereits über die Moas in einem Artikel, jetzt sind aufregende Details über das Aussterben der Tiere bekannt geworden. Die gigantischen Moas waren vermutlich die größten gefiederten Lebewesen, die jemals auf unserem Planeten existierten. Zumindest in Neuseeland war der bis zu 2,50 Meter große und 250 Kilogramm schwere Moa der größte Pflanzenfresser. Bisher wurden unterschiedliche Theorien über die Gründe seines Aussterbens entwickelt. Nun bringt eine DNA-Untersuchung Klarheit.

„Kleinere Populations-Schwankungen, die man in den Genen ablesen kann, sind eine natürliche Antwort auf Umweltveränderungen, führen jedoch nicht zwangsläufig zum gänzlichen Erlöschen einer Spezies“, deutet der Wissenschaftler Jamie Wood die Ergebnisse der aktuellen Studie zum Aussterben des neuseeländischen Moas.

So wurde bislang vermutet, dass es bei der Ankunft der ersten Siedler nur noch wenige Exemplare dieser riesigen Vogelart gab. Eine neue Studie zeigt nun, dass der flugunfähige Laufvogel mehr als 40.000 Jahre lang, die von heftigen klimatischen Veränderungen geprägt waren, problemlos überlebte und sogar ausgesprochen anpassungsfähig war. Die extremen Veränderungen seiner Umwelt hatten also kaum Einfluss auf die Population des Moas. Wie ein internationales Forscherteam an der Universität von Waikato herausfand, gab es jedoch noch andere negative Effekte, die den großen Laufvogel dramatisch dezimierten. DNA-Proben von einem fossilen Knochen des urtümlichen Vogels zeigten deutlich, dass der Moa-Bestand in Neuseeland bis zur Ankunft der polynesischen Siedler um 1280 n. Chr. sehr stabil war. Die Studie liefert jedoch zahlreiche Hinweise, dass die Population der Moa durch übermäßige Jagd durch die Polynesier so stark dezimiert wurde, dass er schließlich aufgrund der Zerstörung seines Lebensraumes und minderer genetischer Vielfalt schlichtweg ausgerottet wurde – und das in einer klimatisch stabilen Zeit.

„Bis heute war es schwierig nachzuweisen, wie Großsäuger auf Umweltveränderungen in den letzten 50.000 Jahren reagierten, weil sich die Ankunft der ersten Menschen und klimatische Veränderungen an vielen Orten der Welt simultan ereigneten und überschnitten“, erklärt Nic Rawlence, ein promovierter Wissenschaftler der DNA-Forschung der Universität von Waikato. „Durch die Verwendung uralter DNA, der Radio-Karbon-Methode und der Isotopenverdünnungsanalyse war es uns nun möglich zu zeigen, dass der Moa sich an die wechselnden klimatischen Bedingungen und Umweltveränderungen vor der Ankunft der Menschen sehr gut anpassen konnte.“ Abschließend betont der Leiter der Studie noch einmal deutlich: „Moas waren nicht in Gefahr bis der Mensch in Neuseeland ankam. Entgegen einiger Theorien ist der Mensch für seine Ausrottung verantwortlich!“

Moa Zealandia

 

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