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Archive for April 2016

NZD5Veränderungen im Gange

In den letzten Monaten hat es einige Veränderungen und Versuche der Veränderung im alltäglichen Leben hier gegeben. Einige von Euch können sich wahrscheinlich an den knappen Volksentscheid im letzten Monat gegen die neue Flagge erinnern. Diese Woche nun können wir lesen, dass das ‘neue’ Design des $5 Geldscheins honoriert worden ist. Und zwar von der IBNS, einem internationalen Notaphilie Verein. Insgesamt werden jedes Jahr weltweit um die 150 neue Geldscheine herausgebracht, von denen 20%  ausreichend neu entworfen sind, um nominiert werden zu können. Für 2015 konnte unser $5 Geldschein sich gegenüber der Schwedischen 20 Kronen, Russlands 100 Rubel, Kasachstans 20.000 Tenge und dem Schottischen 5 Pfund behaupten.

Neueste Sicherheitsmerkmale

NZD-banknote-5-new-zealand-dollars-1992-sir-edmund-hillary-mount-everestIn 2015 hatte die Bundesbank beschlossen, dass das Design und die Fälschungssicherheit der neuseeländischen Geldscheine verbessert werden müssten, um für die nächsten 10 – 15 Jahre sicherheitstechnisch aktuell zu bleiben.

Da Neuseeland und seine Bargeldindustrie zu klein sind, um eine eigene Druckerei zu unterhalten, gab es eine Ausschreibung für diesen Auftrag und die kanadische Firma Canadian Bank Note gewann sie. Sie sind Spezialisten im Bereich der Geldscheinsicherheit und anderer Geldtransferangelegenheiten. Die neuen Scheine werden weiterhin auf Polymerpapier (Plastik) gedruckt, haben aber ein paar weitere Sicherheitsdetails: ein klares Fenster mit Hologram, Mikrotext in den Abbildungen und die Denominierung als Puzzle u.a. Alle Massnahmen können natürlich nicht preisgegeben werden! Auf der Webseite der “Reserve Bank” gibt es ein kurzes Video, wo man ein bisschen die angewandte Technologie sehen kann. Ausserdem wurden die Designs ein bisschen modernisiert, indem hellere und klarere Farben ausgewählt wurden und viele Maoridesigns integriert wurden.

banknote-upgrade-proIm September 2015 konnten dann die ersten Designs begutachtet werden und im Oktober kamen die ersten Scheine – die 5 und 10 Dollar Scheine – in den Umlauf.  Die nächsten stehen ab dem 16. Mai den Banken zur Verfügung. Auch wenn es anfangs kritische Stimmen gegen die neue Scheine gab, kann Neuseeland doch zufrieden sein, dass mal wieder was Neuseelaendisches den ersten Platz eines internationalen Wettbewerbes gewonnen hat!

Autorin: Petra Alsbach-Stevens

 

 

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Mal hin, mal her

Diese Woche konnte man mal wieder neuseeländische Bürokratie in Aktion beobachten, mit einem Grinsen im Gesicht. Am 18.4. konnten wir lesen, dass ein paar Touristen eine richtige Strandholzhütte am Tahunanui Strand bei Nelson gebaut hatten.beach hut 1

In den letzten Wochen gab es oft Unangenehmes über ‘Freedom” Camper zu lesen und da war es erfrischend was Positives zu lesen zu bekommen. Die beiden Paare, aus Deutschland und Amerika, hatten sich am Strand getroffen und nach einem geruhsamen Tag sich entschlossen eine Strandhütte zu bauen. Sie brauchten drei Tage und das Resultat begeisterte viele Strandgänger und die Einheimischen.

beach hut 3Tja, am Freitag konnte man dann lesen, dass die Hütte abgeriegelt worden sei, da die örtlichen Beamten der Meinung waren, die Hütte würde nicht den kommunalen Bauvorschriften entsprechen. Sie sei nicht sicher und könnte jemanden verletzten, falls sie einstürzen sollte. Mit einem quietsch-orangen Plastikzaun sollten nun kleine und grosse Kinder beschützt werden.

Wirklich?!

Das ging vielen Einheimischen doch sehr gegen den Strich und sie haben lauthals dagegen protestiert. Mit was für einem Resultat? Am Samstag Morgen konnte man auf Facebook und in den Zeitungen dann nachlesen, dass der Zaun wieder entfernt worden sei, mit der Bitte, dass doch alle sehr vorsichtig in der Hütte sein sollen!

Ende gut, alles gut!

 

Autorin: Petra Alsbach-Stevens

 

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Winterwonderland Wellington

Diese Jahr hat die Werbegruppe der Stadt ein Video veröffentlicht, um über Winter mehr Besucher in die Stadt zu locken. Die Besucherzahlen sind zwar positiv gewesen in den letzten Monaten , und nicht nur durch Besucher aus dem Ausland, und dieser Trend soll weiter anhalten. Die Einheimischen wissen natürlich, dass Winterzeit in Wellington Festivalzeit ist und brauchen diese Erinnerungen nicht, aber es schadet auch nicht, den Rest des Landes davon zu überzeugen, was für eine coole kleine Hauptstadt wir haben.

 

 

Matariki – Maori New Year

Matariki-magnet-shopify_1024x1024Ein wichtiges Ereignis im Kulturkalender Neuseelands sind die Feierlichkeiten und Veranstaltungen zum Beginn des Maori Neujahres – Matariki. In einer Broschüre der Maori Language Commission von 2010 werden anschaulich (zwar auf Englisch, aber gut verständlich) die Hintergründe dieser Feierlichkeiten erklärt. Im Geiste der europäischen Erntedankfeste und Sonnenwendfeiern ähnlich, aber aus der ozeanischen Perspektiven und mit einem Fokus auf Förderung der einheimischen Kultur und Sprache, wollen die Künstler zu einem bereichernden Austausch von Ideen animieren. cropped-for-website-900x570Die Ausstellungen und Veranstaltungen präsentieren die alten Traditionen in einem modernen Kontext und eröffnen neue Perspektiven des kulturellen Austausches und Wachstums für Jung und Alt.

 

 

NZIFF – New Zealand International Film Festival

Das alljährliche Filmfestival dagegen gibt Neuseeländern die Möglichkeit nicht nur einheimische Filme zu sehen, sondern auch zu entdecken was der Rest der Welt geschaffen hat. Wie schon in früheren Artikeln beschrieben, bringt dieses Festival kleine und grosse internationale Produktionen ins Land, die man im Durchschnittskino sonst nicht zu sehen bekommt. Dieses Jahr gibt es mal wieder einige interessante Kandidaten, mal sehen was ich an meinem Wochenende in der Stadt zu sehen bekommen werde.

Autorin: Petra Alsbach-Stevens

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Langes Wochenende zu Ostern

DSC_0044 (1024x681)Da es hier nun Herbst ist, hat unsere Familie das gute Wetter und das lange Wochenende (hier haben die Schulkinder auch noch den Dienstag frei!) genutzt und einen Ausflug entlang der Küste der Wairarapa unternommen. Dabei bekamen wir nicht nur ein paar abstürzende Altbauten zu sehen, sondern auch einige alte Bekannte, die sich auf den Felsen in der Sonne räkelten: die Seelöwen der einheimischen Kolonie wollten auch die letzten Sonnenstrahlen geniessen.

DSC_0022 (681x1024)Vorher konnten wir mit Entsetzen ein verlassenes und abstürzendes Haus an der Küste begutachten. Das Meer hat die Küste dort derart erodiert, dass schon vor einigen Monaten den Besitzern klar war, dass ihr Haus nicht mehr zu retten ist. Nach einem besonders heftigen Sturm kamen sie dann zurück und mussten es seinem Schicksal überlassen. Inzwischen ist es so gefährlich, dass es auch nicht mehr professionell abgerissen werden kann. DSC_0025 (681x1024)Traurig nun mitansehen zu müssen wie erstens ein Haus aufgeben wird und zweitens dadurch das Meer verschmutzt werden wird. Der örtliche Postbote, der inzwischen auch Touristen auf seinen Touren mitnimmt, veröffentlicht auf seiner Facebook Seite regelmässig Fotos von Sehenswürdigkeiten entlang seiner Route. Dort gibt es auch einige Fotos, die den Zerfall der Küste und die abstürzenden Hütten seit letztem Jahr drastisch dokumentieren.

Hassliebe Osterhase

Zu Zeiten der Kolonialisierung war es gang und gebe Kaninchen auf Inseln freizulassen um Nahrung für Schiffsbrüchige und Verstossene bereitzustellen. In manchen Gegenden waren die Bedingungen nicht immer günstig für die Verbreitung der Kaninchen, aber sobald Neuseeland aktiv und intensiv besiedelt und für intensive Agrarwirtschaft gerodet wurde, verbesserten sich deren Bedingungen schlagartig und innerhalb kürzester Zeit (1880) stellten sie eine Gefahr für die neuseeländische Wirtschaft dar.

dry_conditions_have_helped_rabbit_numbers_increase_55266ae9b1Die ersten Versuche, der Plage Herr zu werden endeten in einer weiteren Katastrophe: unzählige Frettchen, Wiesel und Hermelinwiesel wurden importiert, um den Kaninchen ein Garaus zu machen. Leider ging dies vollends daneben: statt Jagd auf die schnellen Renner zu machen, gingen sie der einheimischen, nicht fliegenden Vogelwelt mit verheerenden Folgen an die Gurgel.

Inzwischen versuchen die Landbesitzer und DoC mit anderen Mitteln die Anzahl in Grenzen zu halten, unter anderem seit 25 Jahren mit einer alljährlichen Osterjagd. Dieses Jahr versammelten sich an die 300 Nachteulen um für 24 Stunden ununterbrochen Jagd auf Karnickel und andere Schädlinge zu machen. Die 27 Mannschaften erlegten fast 10.000 Viecher – mehr als letztes Jahr – aber noch immer weniger als in dem Rekordjahr als 23.000 erlegt wurden. Für die meisten hört sich dies unglaublich an und ab und zu demonstrierten auch Tierschützer dagegen. Aber es werden immer weniger, da die katastrophalen Schäden an der Natur nicht mehr zu übersehen und bagatellisieren sind.

an_example_of_the_exploding_rabbit_population_phot_519224ffd4Gerade auf der Südinsel sind die erschreckenden Konsequenzen zu beobachten, wenn im Sommer die Schafe keine Nahrung mehr finden (6 Kaninchen essen pro Tag soviel Grass wie ein Schaf) oder nach starken Regenfällen die Berghänge aufgrund der fehlenden Vegetation abrutschen.

Diese biologischen Katastrophen, die einen riesigen Effekt auf die Biotope und die Wirtschaft Neuseelands haben, sind der Grund warum heutzutage so streng an der Grenze kontrolliert wird. Deshalb nicht böse sein und alle mitgebrachten Äpfel, Bananen oder Sonstiges in den Abfalleimer wandern lassen.

Autorin: Petra Alsbach-Stevens

 

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Kaka-dashians in Wellington

Über die Papageien Neuseelands haben wir schon des Öfteren geschrieben und können ein paar weitere Nachrichten übermitteln. Im Frühjahr 2015 hatten sich die Umweltschützer von Zealandia und der Stadtverwaltung entschlossen, ein Nest mit einer Kamera auszustatten und die Entwicklung dieses Nestes zu verfolgen und zu veröffentlichen. Das Interesse war derart gross, dass in kürzester Zeit die Küken den Spitznamen Kaka-dashians bekamen, in Anlehnung an die nicht ganz so fiedrigen Damen aus Amerika, die auch tagein tagaus unter der Lupe zu sein scheinen (Kardashians). Das folgende Video ist eine Zusammenfassung der acht Wochen, die die Küken im Nest verbringen und ausschliesslich von den Eltern versorgt werden.

 

 

 

Gute Ernährung wichtig

kaka beakDass die Ernährung in diesen acht Wochen von grosser Bedeutung ist wurde den Betreuern Anfang November bewusst, als sie bei einer Routineuntersuchung feststellten, dass der Schnabel eines der Küken nicht ordentlich entwickelt war, sondern sich überkreuzte. Dies kann passieren, wenn das Küken durch falsche Ernährung an einer stoffwechselbedingten Krankheit der Knochen erkrankt. In diesem Fall wurde entschieden, das Küken einzuschläfern und die Öffentlichkeit auf die Umstände aufmerksam zu machen und ähnliche Vorkommnisse in der Zukunft zu vermeiden.

Bitte nicht füttern!

kaka flyerDie Kakas, sowie die meisten anderen Papageienarten, ernähren sich hauptsächlich von Früchten, Knospen, Insekten und Nektar. Obwohl Nüsse heissbegehrt sind, weil sie richtige Protein- und Kalorienbomben sind – so wie Kartoffelchips und Kuchen für uns Menschen – sind sie für die jungen Papageien eher schädlich. Daher wird nun in Flugblättern auf diese Gefahr hingewiesen und empfohlen während der Brutzeit die Papageien nicht mit Nüssen zu füttern. Es wird sogar empfohlen, sie überhaupt nicht zu füttern, um sie nicht zu sehr an individuelle Menschen und ihre Umgebung zu gewöhnen, durch die Gefahren, die den Vögeln durch Hunde und Katzen dort drohen. Aber, Papageien sind nun mal sehr gesellig und sind nicht mehr aus dem Stadtbild wegzudenken. Auch wenn man sie nicht füttern soll, kann man doch einiges tun, um ihr Überleben zu unterstützen: zum Beispiel sichere Trinkstationen aufbauen, wie es eine der örtlichen Boutiquebrauereien getan hat!kaka drink fountain

Auf zu neuen Gefilden

Die Kakas in Wellington sind inzwischen so erfolgreich, dass sie nun in andere Schutzgebiete in Neuseeland ausquartiert werden, in der Hoffnung dort neue Kolonien zu etablieren. So machten sich nach dem langen Osterwochenende drei Weibchen auf den Weg in die Cape Sanctuary in Hawke’s Bay. Insgesamt werden acht Papageien dorthin gebracht und hoffentlich haben wir im nächsten Frühling gute Nachrichten aus den Kinderstuben dort!

Apropos gute Nachrichten, anscheinend sind wieder Eier in dem Nest in Wellington und hoffentlich werden dort bald auch wieder Küken zu beobachten sein.

Autorin: Petra Alsbach-Stevens

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