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Archive for Dezember 2016

Das andere Ende der Welt

Zum Ende des Jahres wollen wir Euch mit ein paar lustigen Erkenntnisse zu Neuseeland ins neue Jahr schicken.

Für viele Besucher ist der Kulturschock nach Ankunft enorm: das Nebeneinander von europäischer  und pazifischer Lebensart, das leicht unverständliche Englisch (da zu schnell und zu sehr genuschelt wird) und vieles anderes. Gerade längerfristige Besucher können so manchen Unterschied nicht nur zur Heimat feststellen, in der Regel läuft es hier ganz anders ab als im Rest der Welt.pano_20161227_210307

Das hat man mir aber nicht vorher gesagt!

Wie oft im Leben ergeben sich Situationen, auf die man nicht ansatzweise vorbereitet wurde, bzw. vorbereitet sein kann, da man es erst selber erleben muss?

Und in diesem Sinne hat Megan Conway – aus Schottland und auf Welttour – eine 15 Punkte Liste zusammengestellt, die ihren Aufenthalt in Neuseeland charakterisierten. Hier möchten wir uns auf einige beschränken, wer sie gern alle lesen will, kann gerne ihren Originaleintrag lesen.

Freundlichkeit

Fangen wir mal mit der letzten Erkenntnis (auf ihrer Liste) an, meines Erachtens der wichtigsten: die Neuseeländer sind alle so freundlich und hilfsbereit! Ob man es mit neuen Nachbarn zu tun hat oder auf der Durchreise im Pub oder Café die Einheimischen trifft. In der Regel sind sie interessiert an deiner Geschichte, die Dich nach Neuseeland gebracht hat und haben viele Tipps parat.

Esskultur, Cafes und Kaffee

Das ganze Land kann guten Kaffee servieren, wobei natürlich die Hochburg des Genusses Wellington ist! Und die Café Besitzer scheinen in einem ständigen Wettbewerb miteinander zu sein, wer die originellsten und leckersten Kombinationen auf die Menukarte bringen kann. So manches Landcafe kann da eine Offenbarung sein.

Natur extrem

Hier werde ich gleich vier Punkte abhaken: sowohl die Landschaften, als auch die Tierwelt und das Wetter und die Naturgewalten zeigen sich von einer eindrucksvollen und einmaligen Seite.  Megan meint Queenstown ware der schönste Ort in Neuseeland, aber das können wir gerne zur Debatte stellen. hector-dolphinDie Tierwelt mit ihren einheimischen Vögeln und Insekten garantiert neue Eindrücke und der Wind, ja da kann man nur sagen, der hat’s in sich. Die berühmt berüchtigten Southerlies können sogar an Sommertagen einen zwingen den Pullover wieder rauszuholen. In der Antarktik sind die Temperaturunterschiede zwischen Sommer und Winter für uns Normalsterbliche nicht nachvollziehbar minimal. Kalt ist kalt! Und was die Erdbeben angeht, wir leben damit und sind vorbereitet und lassen uns davon nicht die Lust und Laune verderben.

Und vieles mehr…

..aber am besten kommt Ihr selber zu Besuch und lernt die feinen Eigenheiten selber kennen und schätzen.

Und damit wollen wir uns für dieses Jahr von Euch verabschieden. Wir hoffen, Ihr habt soviel Spass wie wir hier unten und wünschen Euch einen guten Rutsch ins Neue Jahr.

Mit vielen lieben Grüssen vom Sidetracks Team.

Autorin: Petra Alsbach-Stevens

 

 

 

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Musikalische Weihnachtsgrüsse

248596__christmas-tree-decoration-christmas-decorations-lights-green-red_pSo langsam geht das Jahr zu Ende und wir bereiten uns auf eine friedliche und geruhsame Ferienzeit mit Familie und Freunden vor. Für uns Einwanderer von der nördlichen Erdkugel ist es bei dem sommerlichen Wetter oft schwierig so richtig in Stimmung zu kommen. Mit ein bisschen Humor und entsprechender Musik fällt das schon viel leichter.

pohutakawaDeshalb heute das neueste Video von Air New Zealand, in dem Julian Dennison (Kinderstar des neuesten Taika Waiti Film “Hunt for the Wilderpeople”) und Ronan Keating auf klassisch freche Kiwi Weise, den Stereotypen zum Trotz, die wichtigste Weihnachtsnachricht übermitteln: egal wie und wo, mit Familie und Freunden ein friedliches Beisammensein zu geniessen.

In diesem Sinne wünschen wir Euch allen ein ruhiges und friedliches Weihnachstfest und viel Spass beim Singen der ‘klassischen’ Weihnachtslieder!

 

Autorin: Petra Alsbach-Stevens

 

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Weihnachtliche Klassiker

Bald ist es wieder soweit und die weihnachtliche Menuplanung ist in vollem Gange. So wie in Deutschland, hat auch hier jede Familie so ihre Klassiker, die jedes Jahr auf der Weihnachtstafel zu finden sind.ham-with-mustard-cream-coles

In unserer Familie gibt es jedes Jahr einen Kochschinken, mit Nelken gespiekt und mit Bier begossen während des Erhitzen. Die Beilagen variieren nach Lust und Laune, in der Regel sind aber Röstkartoffeln auch dabei. Und den Schlusspunkt macht ein Englischer “bread& butter pudding”, wonach wir uns nur noch vom Tisch zur Couch rollen. In der Regel ist noch nicht mal ein Verdauungsspaziergang möglich.

Für andere Kiwis ist eine ‘trifle’ der traditionelle Nachtisch; sehr pflegeleicht, deshalb ein beliebter Bestandteil der Grillfeiern am Strand. Gerade die Trifle hat im Laufe der letzten Jahrzehnte eine einschneidende Entwicklung mitgemacht: das Originalrezept im Edmonds Kochbuch benutzt noch eine Dose Obstsalat, inzwischen macht jeder berühmte Koch (Fernsehen und Bücher) so seine eigene Version mit exotischen Früchten und Zutaten! rhubarb-and-berry-mascarpone-trifle-18874_lFür die Hausköche dagegen sind einzig und allein die Familienvorlieben ausschlaggebend bei der Auswahl der Zutaten.

Das Grundrezept für diesen Nachtisch im Lasagne Stil besteht aus einer Lage Biskuitkuchen, in Alkohol getränkt  – wenn nur für eine Erwachsenenrunde gedacht, eine Lage ‘custard’, eine Lage Obst und mit einer Lage Schlagsahne vollendet. Über Nacht im Kühlschrank ziehen lassen, fertig für den Strand. Die kinderfreundliche Variante benutzt Marmelade oder verdünnte Götterspeise statt Alkohol, um den Biskuitteig ein bisscher saftiger zu machen.

Heute möchte ich unseren Lieblingsnachtisch im Detail erläutern:

Chocolate Bread and Butter Pudding

nach Delia Smith aus ihrem Winter Kochbuch.

Für 6 Personen

Zutaten:

Eine Glas- oder Porzellanbackform ca. 4-5l Volumen

 

1 ½ Laib dick geschnittenes weisses Toastbrot

300g   75% Zartbitterschokolade

800ml Schlagsahne

8 Esslöffel Rum

220g Zucker

150g Butter

Zimt und Vanille nach Geschmack: ich nehme 1 Teelöffel Zimt und 2 Teelöffel echte Vanilleessenz

6 Eier

winter-chocolate-bread-and-butter-puddingMethode:

In einem Topf über einem Wasserbad (oder in der Mikrowelle) die Schokolade, Sahne, Zucker und Butter langsam erhitzen und verschmelzen lassen.

In der Zwischenzeit das Brot vorbereiten: die Kruste abschneiden (unsere Hühner freuen sich besonders über diese Reste!) und in Dreiecke halbieren oder vierteln (hängt von der Grösse der Backform ab, die Brotstücke werden geschichtet und sollten möglichst nahtlos die Form ausfüllen können)

Wenn die Schokoladenmasse gut vermischt ist, runternehmen und abkühlen lassen. Wenn man sich nicht mehr die Finger oder Lippen verbrennt die verquirlten Eier zügig untermischen. Je kühler die Schokomasse, desto sicherer werden die Eier NICHT gerinnen.

Zusammenstellung:

Den Boden der Form mit einer dünnen Lage der Schokomasse bedecken, dann eine Lage Brotscheiben schuppenartig darüber arrangieren und feste in die Schokomasse drücken. Dann wieder eine Lage Schokomasse und die Brotscheiben in die Masse drücken, bis sie unter der Masse sind. Ich benutze dazu einen Pfannenwender, um die Finger relativ sauber zu halten. Dies wiederholen, bis die letzte Lage grosszügig mit der Schokomasse bedeckt ist. Dann mit Alufolie bedecken und für einen Tag (kann auch bis zu 3 Tage vorher bereitet werden) im Kühlschrank ruhen lassen. Am nächsten Tag, wenn der Braten auf den Tisch kommt, kommt die Puddingform in den Ofen und wird während des Mahls auf kleiner Hitze vorgewärmt. Wenn wir bereit sind für den Nachtisch, drehe ich den Ofen nochmal hoch, auf 200C um die Oberfläche kurz knusprig zu backen.

Serviert wird es dann mit Vanilleeis und Jogurt, starkem Kaffee oder Tee und vielleicht einem Verdauungsschnaps hinterher!

 

Guten Appetit!

Autorin: Petra Alsbach-Stevens

 

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Mehr als nur Traumlandschaften

panoramic_mountain_view_from_the_routeburn_trackWie jeder weiss, ist Neuseeland berühmt für seine unendlichen und überwältigenden Landschaften. Für Besucher und Einwanderer sind die Landschaften handgreifliche Gründe, die auch noch in zahlreichen Fotos dokumentiert werden können. Aber warum wollen soviele Besucher immer wiederkommem oder gar hier bleiben?

Lebensqualität

Während jedes Jahr Neuseeland auf den Listen der UNO bezüglich Lebensqualität gut plaziert ist, macht die Lektüre dieser Listen es nicht unbedingt offensichtlicher warum Neuseeland so ein beliebtes Urlaubs- und Auswanderungsziel ist. Heute möchte ich anhand von drei Beispielen dies hoffentlich ein bisschen näher erläutern.

Aktive Gesellschaftsgestaltung

Neuseeland befindet sich in einem kontinuierlichen Prozess, die einheimische Bevölkerung mit der eingewanderten zu versöhnen und zu vereinen. Die dubiosen und zum Teil kriminellen Aktionen der Kolonialzeit sollen wieder gutgemacht werden. Dies geschieht durch Gesetzgebung, die nicht nur konfiszierte Landstriche den jeweiligen Sippen zurückgibt und Entschädigungen zahlt, sondern auch versucht, die Maori Weltanschauung in die Gesellschaftstruktur einzubauen.

Wie in jedem Staat und jeder Gesellschaft der Welt, gelingt dies manchmal besser, manchmal schlechter, und die Fälle in denen es nicht so gut klappt werden immer schnell publiziert und angeprangert. Aber, wichtig im Sinne dieses Artikels: die Mehrheit der Neuseeländer möchte in einer fairen Gesellschaft leben und sind bereit ihren Teil dazu beizutragen. In diesem Sinne sind die folgenden Beispiele als enorme Schritte vorwärts zu betrachten!

te-ureweraNatur ist eine reale Persönlichkeit

… im Sinne der Gesetzgebung.

In einem einzigartigen Beschluss wurde dieses Jahr der Umsetzungsprozess beendet und dem Te Urewera Nationalpark Personenrecht anerkannt. In 2014 wurde der Nationalpark als solcher abgeschafft und wurde eine Person im Sinne der Rechtsgebung und –sprechung. Und im Juli 2016 wurde es offiziell bekanntgemacht, dass Te Urewera von nun an eine Person ist und nur sich selber gehört. Die verschiedenen regionalen Institutionen vertreten nun weiterhin ‘seine’ Interessen und können als Stellvertreter gegen jemanden Klage erheben, wenn der Status oder der Erhalt des Parks bedroht werden sollte. Dies entspricht der Maori Weltansicht und wird hoffentlich einen nachhaltigen guten Effekt auf den Natur- und Artenschutz haben. Der Park wird weiterhin der Öffentlichkeit zugänglich sein, aber Aktivitäten, die die Ökologie des Parks beeinflussen, müssen nun ausdrücklich genehmigt werden.

Tierschutz und Empfindungsvermögen

flock_of_sheepSchon letztes Jahr wurde die Tierschutzgesetzgebung einschneidend ergänzt: die Gesetzgeber haben ausdrücklich festgestellt, dass Tiere empfindungsfähig sind, und dass es verboten ist, ihnen absichtlich oder willkürlich Schmerz oder Stress anzutun. Bisher wurde die Gesetzgebung eher als leitender Ratgeber gesehen, da Strafen bei Zuwiderhandlung nicht explizit formuliert waren. Dies ist nun auch verbessert worden. Es wird natürlich eine Weile dauern, bis sich die Vorstellungen der Gesetzgebung in der Realität umsetzen und die Einstellung einiger Menschen verändern. Aber auch dies zeigt – meines Erachtens zumindestens – dass die Mehrzahl der Menschen hier grundsätzlich jedem nur Gutes wünschen.

Kulturelle Identität

haka-recordUnd zu guter Letzt ein Ereignis aus meiner Wahlheimat, der Wairarapa Region bei Wellington. Im November hatten sich über 7000 Menschen – Schüler, Lehrer und Eltern – aus der ganzen Region koordiniert, um einen neuen Weltrekord aufzustellen: den umfangreichsten Haka vorzuführen. Der alte Rekord (27.9.2014) steht bei 4.028 Teilnehmern und wurde von Mazda France organisiert.

Zahlreiche Grund- und Sekundarschulen haben mit ihren Kindern an den Schulen geprobt und sich dann am 2.11.2016 in Masterton versammelt um es zu versuchen. Da die offiziellen Beobachter von Guiness World Record an dem Tag nicht dort sein konnten, musste alles auf genaueste dokumentiert und beglaubigt werden. Nun warten nicht nur die Organisatoren auf das Ergebnis, auch wir Eltern können es kaum erwarten, einen Weltrekordhalter in der Familie zu wissen!

Für mich als Einwanderin ist es eine enorm positive Erfahrung, an dieser Kultur teilhaben zu dürfen und zu wissen, dass meine Kinder in einer facettenreichen inklusiven Kultur gross werden.

Noch Fragen?

Dies ist natürlich nur eine kleine Auswahl an konkreten Beispielen, die das allgemeine Lebensgefühl hier definieren. Solltet Ihr noch weitere Fragen haben zu einem spezifischen Thema haben, bitte lasst es uns wissen.

 

Autorin: Petra Alsbach-Stevens

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Erfolgreichstes Zuchtjahr für Kakapos

kakapo-chicks2Das Ende der Brutsaison 2016 für die Kakapos hat ein positives Ergebnis zu verzeichnen: dies war das erfolgreichste Jahr seit 25 Jahren und, obwohl ein erwachsenes Männchen von der Bestandsliste genommen wurde (nach zahlreichen Versuchen ihn zu finden) hat der Bestand ein Rekordhoch von 154 Individuen erreicht.

Ein paar Höhepunkte waren die erfolgreichen Bruterfolge auf Anchor Island und im Fjordland. Dies wurde mit Hilfe der zahlreichen ehrenamtlichen und bezahlten Helfer geschafft und zusätzlich wurden die Möglichkeiten künstlicher Befruchtung intensiv erforscht.

kakapo-pairKünstliche Befruchtung ist leider noch keine garantierte Alternative zum Artenerhalt, da jede Tierart andere spezifische Anforderungen an die Kryokonservierung hat. Aber der indische Vogelexperte Dr. Sushil Sood hat dem Team wichtige Tips gegeben, um zumindestens das Sammeln und Konservieren der Spermen zu optimieren.

Leider sind die Befruchtungsquoten noch unter einem selbst-erhaltenden Durchschnitt:  von 122 Eiern waren nur 63 befruchtet. Deshalb sollen Genomanalysen feststellen, ob sich dies auf bestimmte Individuen beschränkt oder eher ein artenspezifisches Problem ist und weitere Zuchtprogramme dementsprechend beeinflussen.

Alles in allem sind die Verantwortlichen mehr als zufrienden mit diesem Jahr und blicken mit einem hoffnungsvollen Auge in die Zukunft.

Autorin: Petra Alsbach-Stevens

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