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Archive for Februar 2018

Datenerfassung und Tierschutz

Erfolgreicher Tier- und Umweltschutz erfordert viele Daten, die durch oft ungewöhnliche Methoden gewonnen werden müssen. Technologische Entwicklungen im Bereich der Miniaturradios ermöglichen es inzwischen die jeweilige Zielgruppe und deren Verhalten in ihrem natürlichen Umfeld auf’s Genaueste zu verfolgen.  Natürlich nur solange die Radios nicht versagen, wie bei Sirocco der Fall war.  Während wir nur allzu gut über die Bemühungen für die Kakapos informiert sind, gibt es zahlreiche andere Tierarten, die durch diese Technologien geschützt und unterstützt werden sollen.

Mit Rucksack auf Mana Island

Der neueste Artikel von DoC beschreibt, warum eine bestimmte Art von Geckos nun mit Rucksackradios ausgestattet wurde. Eine kleine Gruppe von ngahere Geckos wurde von einem Steinbruch in Wellington auf Mana Island umgesiedelt. Die Rucksäcke wurden angebracht, um zu sehen wie weit die Geckos sich auf der Insel verbreiten und was für Folgen dies für deren weitere Zucht hat.

Bisher hatten die Forscher beobachtet, dass Tiere die in einem Gehege gehalten wurden, sich nach der Entfernung des Geheges näher aneinander hielten. Für die erfolgreiche Fortpflanzung ist es notwendig, dass eine grosse Anzahl von Partner in relativer Nähe zueinander leben. Daher ist es längerfristig nicht gut, wenn die Geckos sich zu weit von einander entfernen würden.

Auf Mana Island haben die Forscher nun zwei Gruppen etabliert, beide jeweils mit Radios ausgestattet. Die erste Gruppe wird ‚einfach‘ ausgesetzt, während die zweite Gruppe sich erst in einem Gehege akklimatisieren soll und dann wird der Zaun einfach entfernt. Über die nächsten drei Jahre wird dann anhand von Blutproben kontrolliert wer mit wem sich paart und welche der Methoden längerfristig erfolgreicher ist.

Die Erkenntnisse dieser Studie werden nicht nur für diese Geckos wichtig sein, auch andere Tierarten können davon profitieren, wenn auf kostengünstige Weise Daten gesammelt werden können, die den Erhalt einer Art erleichtern. Da alle Tierschutzmassnahmen Erfolgsbilanzen zeigen müssen, kann diese Studie helfen, kostengünstige und effektive Methoden zur Datenerhebung zu entwickeln.

Autorin: Petra Alsbach-Stevens

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Zu Besuch bei der Grossfamilie in Australien

Juchhu, die Sendepause ist vorüber! In der neuesten Episode von Lifeswap erzählt Jörg von ein paar interessanten und zum Teil schmerzhaften Erfahrungen, die er während eines Zwischenstopps in Australien gemacht hatte.

Duncans Tante Cheryl lebt in Australien und hatte Jörg eingeladen, auf seinem Rückweg sie kurz besuchen. Dort musste er dann feststellen, dass Australien anders ist als Neuseeland, auch wenn der Rest der Welt gerne glaubt, sie seien sich sehr ähnlich. Das fängt an mit den zahlreichen giftigen und gefährlichen Wildtieren, und hört nicht bei den untertreibenden Einheimischen auf, die einen dann ins Wasser treiben! Eine populäre Redewendung bekam er da öfters zu hören: „She’ll be right“. Und musste dann hinterher feststellen, dass der Sonnenbrand oder die Quallenstiche doch etwas schlimmer als angenommen waren.

Da kann man nur warnen – und dass trifft auch für Neuseeland Besucher zu – in dem Moment wo jemand „She’ll be right“ sagt, nochmal gucken, ob alles befestigt ist, gesichert wurde und die Sonnencreme nicht uralt ist! Zum Glück ist das ja kein Thema bei unseren Touren, die von uns selber organisiert und durchgeführt werden.

Ich persönlich musste mal wieder laut lachen, vor allen Dingen da ich vor Jahrzehnten auch mal auf Urlaub in Australien war und mir vieles nur allzu bekannt vorkam! Viel Spass beim Anschauen und wie ich aus ein paar Kommentaren schliessen konnte, wird die nächste Episode nicht so lange auf sich warten lassen.

 

Autorin: Petra Alsbach-Stevens

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Weitere gute Nachrichten aus Neuseelands Busch

Neuseelands geflügelter Botschafter ist nach zweijähriger Abwesenheit wieder auf unserem Radar. Schon im letzten Jahr hatten wir darüber berichtet, dass er seinen zwanzigsten Schlüpftag verpasst hatte. Rechtzeitig nun zu seinem 21ten haben zwei Ranger ihn gefunden und beobachten ihn nun aufmerksam.

Damals hatte DoC vermutet, dass sein Radiosender ausgefallen war. Dies konnte nun bestätigt und korrigiert werden. Mit einem neuen Sender ausgestattet und nach einem kompletten Gesundheitscheck, beurteilen die Ranger nun, ob die zweijährige Auszeit seine Leidenschaft für Öffentlichkeitsarbeit reduziert hat.

Da er als Küken aufgrund einer Krankheit intensiv behandelt werden musste, entwickelte er eine starke Bindung zu Menschen. Und so wurde der Superstar und Botschafter für Neuseelands Kakapos geboren. Auch wenn er weiterhin interessiert an Menschen zu sein scheint, muss geklärt werden, ob seine Junggesellenzeit im Busch dieses Interesse beeinflusst hat. Mit seinem grossen und scharfen Schnabel könnte da sonst schnell ein Finger zu Schaden kommen.  Wir werden Euch natürlich weiterhin auf dem Laufenden halten, wer aber direkt über ihn und seine Freunde lesen will, kann dies auf der Sirocco Facebook Seite tun.

Autorin: Petra Alsbach-Stevens

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Neue Strategien zur Finanzierung

In den vergangenen Jahren haben wir oft zu hören bekommen, dass die Ministerien für den Umwelt- und Tierschutz nicht ausreichend finanziert werden. Leider können die vielzähligen gemeinnutzigen Vereine dies nicht wettmachen und deshalb sind wir gespannt, wie die jetzige Regierung dies handhaben wird. In ihren Wahlversprechen war Umweltschutz ein zentrales Thema und nun hat der Generaldirektor Lou Sanson von DoC bekanntgegeben, dass DoC mit dem Ministerium für Handel, Innovation und Beschäftigung (MBIE) Möglichkeiten untersuchen wird, wie Teile der Aufgaben von DoC (Erhalt der Hütten, Parkplätze, generelle Touristikinfrastruktur) durch Touristenabgaben finanziert werden können.

Wichtige Entscheidungen

Sanson ist sich bewusst, dass dies eine gefährliche Gratwanderung werden wird: einerseits sollen Touristen nicht durch viele zusätzliche Abgaben verschreckt werden, andererseits ist offensichtlich, dass die Parks und die Infrastruktur mit der bereits erhöhten Anzahl von internationalen Besuchern nicht mehr fertig werden. Inzwischen gibt es genügend Berichte, die ausreichend dokumentieren, dass die momentane Situation weder für Besucher noch für die Einheimischen akzeptabel ist.

Freedom camping ist nicht für umsonst

Dies sind aber nicht die einzigen Veränderungen, die notwendig sind: in einem interessanten Artikel (von einem neuseeländischen Paar) wird davon gesprochen, dass die allgemeine Einstellung, dass Neuseeland ein Billigreiseland sei – und dies gilt für einheimische Reisende genauso wie für internationale Rucksackreisende – sich ändern muss. Dieses Paar hatte sich vor anderthalb Jahren entschlossen, in einem Campervan zu leben und Neuseeland zu bereisen. Die Autorin ist sehr offen mit ihrer Meinung, dass der Ausdruck „freedom camping“ sehr falsch interpretiert wird, da die vielen Camper, die unangenehm auffallen, den Teil „free“ allzu wörtlich nehmen. Sie ist der Meinung dieser Begriff sollte deshalb nicht mehr benutzt werden.

Dies würde bedeuten, dass ein grosser Teil der Touristikwerbung neugestaltet werden müsste. Aber wenn dadurch Besucher eine bessere und realistischere Einschätzung der Kosten eines Besuches bekommen, könnten Szenarios von stehlenden Touristen (weil sie kein Geld für Essen mehr haben) oder ihre Gebühren an Campingplätzen nicht bezahlen, in Zukunft vermieden werden.

Hier haben wir mal wieder viele Denkanstösse, mal sehen was daraus in Zukunft wird.

Autorin: Petra Alsbach-Stevens

 

 

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