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Archive for the ‘Besinnliches’ Category

Jahreswechsel in Neuseeland

Und nun ist es wieder mal soweit: 2017 geht zu Ende und ein neues Jahr mit neuen Herausforderungen und Zielen macht sich bereit. Für viele von uns ist das vergangene Jahr wahrhaftig im Sturmschritt vergangen und bei uns um Beispiel wird der Jahreswechsel deshalb leise und besinnlich geschehen. So wie die meisten unserer Gäste werden wir – vorausgesetzt das Wetter spielt mit – ein natürliches Feuerwerk in Form des nächtlichen Sternenhimmels geniessen und Bilanz ziehen.

Da hier in Neuseeland der Sommer und damit die Wandersaison so gerade richtig im Schwung ist, machen wir uns bei Sidetracks eher Gedanken um die wöchentliche Wetterlage als um die alljährliche Bestandsaufnahme.  Trotzdem wollen wir diesen Zeitpunkt nutzen und unseren Besuchern, Freunden und Familien für ihre Unterstützung zu danken und allen ein gesundes, erfolgreiches und zufreidenstellendes neues Jahr zu wünschen.

Alles Liebe und Gute,

im Namen des Sidetracks Teams,

Petra

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Mit Humor in die Weihnachtszeit

Für uns ausgewanderte Europäer ist die Weihnachtszeit so eine komische Zeit: das sonnige Wetter macht die üblichen saisonalen Leckerbissen ein bisschen überflüssig: heisser Glühwein bei 30 Grad im Schatten? Besser nicht. Und das gleiche gilt natürlich für all die heissen Spezialitäten, die auf den Weihnachtsmärkten in Deutschland in der Regel angeboten werden. Und ihre englischen Varianten wie Chocolate Bread and Butter pudding  und glasierten Kochschinken haben da auch nicht unbedingt bessere Chancen. Und dann der Sonnenschein, die langen Tage und der unvermeidliche Sonnenbrand.  Dementsprechend ist die allgemeine Laune hier im Süden auch ein bisschen lockerer und lustiger als im Norden.

Air New Zealand

Wie zu erwarten, hatte Air New Zealand auch wieder ein Video in Auftrag gegeben, dass sich dieses Jahr über den neuseeländischen Akzent lustig macht. Während der Weihnachtsmann am Telefon problemlos die Weihnachtswünsche auf Chinesisch entgegen nehmen kann, bereiten ihm die Anrufe aus Neuseeland doch erhebliche Schwierigkeiten und Probleme mit seiner Belegschaft! Aber, nicht verzagen, Air New Zealand und deren Crew übernehmen diesen Teil der vorweihnachtlichen Arbeit für den Weihnachtsmann gerne. Viel Spass beim Anschauen.

Twitter und Kiwis

In 2010 hatte sich ein Neuseeländer eine Aktion ausgedacht, wie man das traditionelle Wichteln ins 21. Jahrhundert befördern konnte und mit dem Hashtag #nzsecretsanta eine neue Tradition geschaffen. Auf Bento wird dies genauer erklärt, in Kürze: bis zu einem gewissen Zeitpunkt konnte man sich anmelden, bekam dann einen Twitternamen zugeteilt und musste dann bis Mitte Dezember ein Geschenk an eine Adresse der Post geschickt haben, um das eigene Geschenk zu erhalten.  In Zusammenarbeit mit der Post ist es möglich, dass die jeweiligen Teilnehmer anonym bleiben. Dieses Jahr hatte sich auch unsere neue Premierministerin registriert und natürlich auch die neuseeländische Polizei. Leider hatte ich (Petra) dieses Jahr die Registrierung verpasst, aber für nächstes Jahr den Termin schon in meinem Kalender markiert. Solche Aktionen gehen natürlich ein bisschen leichter in einem Land mit einer kleinen Einwohnerzahl, ich glaube die deutsche Post würde bei so einer Aktion nicht mitmachen können.

Mit diesen humorvollen Einlagen wünschen wir Euch ein recht frohes, besinnliches und geruhsames Weihnachtsfest,

vom Sidetracks Team.

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Okarito – Heimat der seltenen Silberreiher

“He kotuku rerenga tahi”

“A white heron’s flight is seen but once”

This is a whakatauki or proverb, which is used to indicate a very special and rare event and is also applied to visitors of importance; to compare a visitor to a kotuku is meant as a high compliment.

Dieses Sprichwort und weitere Anwendungen in der Maori Rhetorik drücken die Bedeutung dieses speziellen Vogels aus – wegen seiner Seltenheit – und geben seinem Schutzstatus weitere Bedeutung.

Okarito Lagune

Aus nicht offensichtlich ersichtlichen Gründen haben die neuseeländischen Silberreiher Waitangiroto – in der Nähe von Okarito im Waitangiroto Naturschutzgebiet – zu ihrem exklusiven Nistplatz in Neuseeland erkoren. Die Nähe zur Okarito Lagune ist wahrscheinlich ausschlaggebend, wie die reiche Anzahl anderer Vogelarten dort vermuten lässt. Auf unseren Touren entlang der Westküste der Südinsel machen wir auch in Okarito Halt und können auf den Kayaktouren hoffen, den einen oder anderen Silberreiher zu entdecken.

Die Bucht an sich ist relativ jung: nach geologischen Erkenntnissen entstand sie im 18ten Jahrhundert nachdem ein Tsunami die Küste restrukturiert und neue Wasserwege geschaffen hatte. Innerhalb kürzester Zeit siedelten sich dort viele Vögel an, unter anderem auch die Silberreiher, die wahrscheinlich mit starken Winden von Australien aus hier landeten. Die Bucht bietet Schutz vor den Naturgewalten und reiche Nahrung und macht sie daher zum idealen Nistplatz.

Silberreiher

Obwohl die Silberreiher am Anfang des 20ten Jahrhunderts wegen ihrer spektakulären Federn fast ausgerottet wurden, konnten sie sich im wahrsten Sinne des Wortes so gerade über Wasser halten und nun in Ruhe im Naturschutzgebiet sich weiter fortpflanzen. Weltweit schwanken die Zahlen, da sie von Wasserstand und Wasserqualität an ihren Nistplätzen abhängig sind, im Moment scheint die welweite Bevölkerung sich wieder zu erholen. Dies macht es mal wieder deutlich, wie wichtig es ist, nicht nur Tiere sondern auch Lebensräume unter Schutz zu stellen.

Autorin: Petra Alsbach-Stevens

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Geschichten aus Christchurch

Als 2012 zum ersten Jahrestag des Christchurch Erdbebens 185, bzw 186 weisse Stühle am Standort der ehemaligen Baptist Church an der Oxford Terrace in Christchurch aufgebaut wurden, sollte diese Installation eigentlich nach einer Woche wieder abgebaut werden. Aber niemand wollte dies so recht und innerhalb desselben Jahres fand die Installation ein neues Zuhause auf dem Grundstück der inzwischen abgerissenen presbyterianischen Kirche an der Cashel Street. Doch auch hier können sie leider nicht bleiben, da dieses Gelände vom Staat erworben wurde und Teil eines grossen Stadiumkomplexes werden soll.

Dabei haben die Stühle nicht nur eine grosse Bedeutung für die Bewohner von Christchurch, auch zahlreiche Touristen sehen in der Installation die Möglichkeit persönlicher Verluste zu gedenken.

So viele Stühle – so viele Geschichten

Ursprünglich waren die Stühle als Gedenkmal für die Opfer des Erdbebens gedacht. Aber im Laufe der Jahre hat die Installation sich weiter entwickelt, so wie es sich der Künstler Peter Majendie erhofft hatte.

Inspiriert von einem Vincent van Gogh Gemälde symbolisieren die verschiedenen leeren Stühle den Verlust eines Individuums. Die meisten der Stühle wurden ersteigert, aber einige sind von den Familien, Freunden oder Mitarbeitern der Opfer gespendet worden.

Die interaktive Installation regt den Betrachter an, sich auf einen Stuhl niederzulassen, sich auf den Kontext einzulassen, den Opfern zu gedenken und eigene Opfer zu ehren. Auch wenn jeder Stuhl nicht ein konkretes Opfer repräsentiert, zum Beispiel starb niemand in einem Rollstuhl, aber 3 Opfer sind nun an ihre Rollstühle gebunden und zahlreiche Opfer fühlen sich ähnlich angeschlagen.

Die Kommentare in den inzwischen 55 Gästebüchern dokumentieren auf eindrucksvolle Weise wie die Stühle ihre ursprüngliche Bedeutung überschritten haben und deshalb einen permanenten Standort und andauernde Wartung verdienen.

Planung und Unterstützung

Inzwischen hat Peter Majendie einen Antrag zusammengestellt und eine Webseite aufgestellt, um den Prozess der Planung von seiten der Gemeinde und Unterstützung durch die Öffentlichkeit in Gang zu bringen. Auf der Webseite kann man mehr zur aktuellen Situation, zum Hintergrund und zur Zukunftsvision lesen. Wer will kann natürlich auch spenden oder durch einen Kommentar in dem virtuellen Gästebuch das Projekt unterstützen.

Mal sehen, wie dies weiter geht!

Autorin: Petra Alsbach-Stevens

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Geburtstagskind, Weltstar und verschollen im Busch

An sich sollte der 23. März ein besonderer Feiertag für den Kakapo Recovery Trust werden: der zwanzigste “Geburtstag” – oder eher Schlüpftag – von Sirocco, dem weltberühmten Sonderbotschafter der Stiftung. Aber leider ist er nicht aufzufinden und kann deshalb die Geburtstagsglückwünsche aus aller Welt nicht entgegennehmen. Aber dies scheint die Beteiligten in der Stiftung nicht sonderlich zu beunruhigen: erstens ist es nun die Jahreszeit, in der die Papageien sich auf ihre Überwinterung vorbereiten und in ihre Verstecke verkriechen und zweitens ist es üblich, dass 5% der Radiosender, mit denen die Vögel versehen sind, kurzerhand den Geist aufgeben. Im Frühling, wenn alle wieder aus ihren Verstecken kommen und sich auf Partnersuche machen, hoffen die Pfleger, dass Sirocco sich wieder an der Station einfinden wird.

Ein einzigartiger Papagei

Wie in einem sehr nett geschriebenen Artikel –auf Englisch– beschrieben wurde, hatte Sirocco schon eine ungewöhnliche Jugend, für einen Papagei zumindestens. Als Kakapo ist er einer der seltensten Papageien der Welt und akut von der Ausrottung bedroht. Deshalb wurde er als Küken wegen einer Krankheit aus dem Nest genommen und von Hand aufgezogen. Dies war zwar erfolgreich, hatte aber als Nebenerscheinung seine Fixierung auf Menschen. Einerseits hat dies zu einem komischen Videoauftritt im Fernsehen und Internet geführt, andererseits bedeutet es, dass er kein Interesse an Damen der eigenen Spezies hat. Nicht gerade optimal. Aber die Betreuer haben schnell ein andere, ebenso wichtige Aufgabe für ihn gefunden: als Sonderbotschafter für seine Art und die Stiftung, die die Zucht-, Schutz- und Konservierungsmassnahmen koordiniert. So verbringt Sirocco einen Teil seiner Zeit damit, das Land zu bereisen und Tierschutz der Allgemeinheit nahe zu bringen. Und wer kann diesem kuschelig aussehenden Teddy-Papagei schon widerstehen?

Persönlichkeitskult

Und wie es sich für einen richtigen Star der Weltbühne gehört, hat Sirocco sein eigenes Twitter und Facebook Profil, wo man allerlei interessante Kommentare zu ihm persönlich und Neuseelands Natur und Tierwelt allgemein finden kann. Dort könnt Ihr Euch selber auf dem aktuellsten Stand der Dinge halten oder bei uns vorbeischauen!

Als nationales Kulturgut anerkannt, meinen wir, dass es relevant ist, Euch auf dem Laufenden der Konservierungsbemühungen zu halten. Wir schreiben gerne und oft, wie Ihr in den letzten Monaten selber lesen konntet und hoffen, Euch im Frühling wieder ein paar gute Nachrichten übermitteln zu können.

Autorin: Petra Alsbach-Stevens

 

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Pop-up Krankenhaus für Pinguine

Diese Saison hatte der Yellow-eyed Penguin Trust sich mit der Otago School of Nursing zusammengetan und in Dunedin ein vorübergehendes Krankenhaus speziell für die Gelbaugenpinguine eingerichtet. Über die Sommermonate sollten so mehr Tiere behandelt werden können, ohne sie dem zusätzlichen Stress eines Fluges nach Wellington oder Auckland auszusetzen. In den neun Wochen in denen die Station offen war, konnten deshalb 34 Pinguine schnell behandelt werden. Da die Hauptbrutzeit nun vorüber ist, wird es nun geschlossen und weitere Patienten müssen entweder von den örtlichen Tierärzten behandelt werden oder zu Spezialisten auf die Nordinsel geflogen werden.

Bedrohte Pinguine

Dieser Aufwand könnte einem etwas übertrieben vorkommen, aber mit nur ca. 250 registrierten Brutpärchen auf der Südinsel, steht diese Art noch immer an der Spitze von der Ausrottung bedrohter Arten. Diese Art ist gefährdet weil sie nicht nur eine kleine Gruppenanzahl hat, sondern auch weil sie sich in einem relativ kleinen Gebiet aufhalten und dort fortpflanzen. Jegliche Veränderung in der Ökologie ihrer Umwelt hat direkten Einfluss auf ihren Bestand. Weiterhin sind sie leicht anfällig für Krankheiten, die die Kolonie innerhalb einer Saison zum Teil auf die Hälfte reduzieren können.

Nationale Ikone

Als nationale Ikone auf dem 5-dollar Schein verewigt, ist es gut zu wissen, dass es den trust gibt, der sich um den Schutz und Erhalt dieser endemischen Vogelart kümmert. Um diesen Schutz wirksam durchzuführen und dabei auch die Unterstützung der Einheimischen und Besucher zu gewinnen, wurden zum Beispiel in einer ausgesuchten Gegend “Schützengräben” angelegt, von wo aus diese putzigen Tiere beobachtet werden können ohne sie in ihrer natürlichen Umgebung zu stören.

Autorin: Petra Alsbach-Stevens

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Mythische Landschaften und Geisterstädte

forgotten_world_highway_landscapeAuf vielen unserer Reisen durch die Nordinsel kommen wir auf dem Weg zu den Waitomo Glühwürmchenhöhlen auch durch das King Country. Die Fahrt durch die hügelige und saftig grüne Landschaft offenbart viele abgelegen Orte, die oft verfallen und verlassen erscheinen. Die Kombination von undurchdringlicher Natur und Einstellen menschlicher Aktivitäten verstärkt das Gefühl, sich in einem mythischen, ursprünglichen Teil Neuseelands zu befinden.

Mythisch und malerisch

Der österreichische Fotograf Arno Gasteiger hatte für das New Zealand Geographic den Forgotten World Highway befahren, um sich selber ein Bild zu machen von dieser Region Neuseelands, die von der Zeit vergessen worden war. Auf dem State Highway 43 – der offiziellen Bezeichnung der Kulturerbstrasse – ist er von Taumarunui im Norden nach Stratford im Süd-Westen gefahren und hat die verschiedenen Sehenswürdigkeiten erkundet. Die eindrucksvollen Bilder und die interessanten Charaktere die er trifft, bestätigen die Vorstellungen, die man von vergangenen und verlassenen Gegenden hat. Seine malerischen Beschreibungen, die ganz im Trend der touristischen Werbung liegen, erwecken den Eindruck eines vergessenen Paradieses, was leider (meines Erachtens, Petra) die historische Realität ausblendet.

King Country: Vergangenheit und Zukunft

800px-mount_taranaki_forgotten_world_highwayDiese Region bekam ihren Namen im Laufe des 19ten Jahrhunderts, weil sich dort verschiedene Maori Stämme angesiedelt hatten, die später im Wesentlichen am kingitanga beteiligt waren. Diese Bewegung wollte eine repräsentative Monarchie für alle Maoristämme bilden, die dann mit der Kolonialmacht Grossbritannien als ebenbürtige Repräsentanz verhandeln sollte. Leider konnten sich die Stämme nicht dauerhaft einigen und auch als ein König ernannt worden war, verhielten sich nicht alle Stämme loyal während der Neuseelandkriege dieser Zeit.

Zu dieser Zeit errreichte der Zustrom der Einwanderer derartige Ausmasse, dass innerhalb kürzester Zeit die Maoris in der Minderheit waren und Land knapp wurde. Die Besiedelung der Waikato und Taranaki Region erfolgte nach blutigen Kriegen und unter ernormen Aufwänden bezüglich der Erschaffung von Infrastruktur. Der Bau einer Eisenbahnlinie die Auckland mit Wellington verband, verbesserte zwar die Bedingungen entlang der Strecke und schuf Eisenbahnstädte wie Taumarunui. Leider beschränkte sich dies auf die Städte entlang der Linie und die Gegend um den heutigen Forgotten World Highway verfiel weiter.

forgotten_world_highway_-_most_pres_reku_tangaraka_-_panoramioUnd dies ist die Zukunft der Gegend nun: Touristen geniessen die Möglichkeit, einen Blick in die Vergangenheit werfen zu können: mit Erfindungsgabe die Nachteile der Abgeschiedenheit zu überwinden und Natur Pur geniessen zu können. Dies ist möglich, da nun das Strassennetz relativ ‘gut’ ausgebaut ist und Touristen sich nicht auf einen wochenlangen Treck durch Matsch einstellen müssen, sondern innerhalb von einigen Stunden – oder wer’s eher gemütlich haben will über drei Tage – die Gegend entdecken kann.  Auch wenn es auf der Strecke keine Tankstelle gibt – also immer mit vollem Tank losfahren und keine allzu langen Extratouren machen – gibt es entlang der Strecke immer genügend Zivilisation, so dass man sich nicht vollkommen verlassen und hilflos vorkommt und in Ruhe die malerischen Täler, Wiesen und Felder betrachten kann.

Autorin: Petra Alsbach-Stevens

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