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Archive for the ‘Leben in Neuseeland’ Category

Castle Hill

In zahlreichen Landschaftsbeschreibungen Neuseelands findet man Hinweise auf deren Verwendung in nationalen und internationalen Filmen. In der Regel die Herr der Ringe oder die Hobbit Trilogien. Da ist es dann schon bemerkenswert eine Beschreibung zu lesen – und die Fotos zu sehen – und dann zu erfahren, dass eine bestimmte Region von diesen Filmemachern ignoriert wurde. Es handelt sich um eine einzigartige Formation von Kalksteinbrocken namens Castle Hill, eine gute Autostunde von Christchurch entfernt.

Weltberühmt, in Neuseeland

Während diese Formation bei den einheimischen Wanderern und Kletterer schon immer beliebt war, ist deren Bekanntheitsgrad enorm angestiegen, nachdem dort einige Szenen für einen Narnia Film in 2004 gedreht wurden. Zahlreiche Wanderwege führen nun um und durch die Formation, die ‚Castle‘ gennant wurde, da sie einer Burgruine ähnelt. Die Wetterlage im Waimakariri Basin ist relativ trocken, so dass die Oberfläche der Kalksteinfelsen auch ideal trocken zum Beklettern ist.

Und das Beste an dieser Entdeckung? Es ist umsonst! Solange das Wetter mitspielt, braucht man nur einen Picknickkorb und was Sonnencreme einpacken und kann einen abwechslungsreichen Tag hier verbringen. Gerade im Winter sind die Aussichten mit den schneebedeckten Bergen im Hintergrund spektakulär. Für Besucher, die einen Tag vor oder nach ihrer Sidetracks Tour noch in Christchurch sind, ist dies eine günstige Gelegenheit noch ein bisschen mehr Natur zu erleben.

Autorin: Petra Alsbach-Stevens

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Film Festival läuft wieder

Jeden Winter machen es sich die Filmliebhaber neuseelandweit in den Sesseln der Kinos gemütlich und geniessen die eklektische Auswahl an nationalen und internationalen Filmen. Das Film Festival, dass in dreizehn Städten der Nord- und Südinsel läuft, hat auch dieses Jahr wieder eine grosse Auswahl an Filmen, die so ziemlich jedes Interessengebiet abdecken.

Neuseelands Fime und Filmemacher

Die Organisatoren haben dieses Jahr auch wieder ein farbenfrohes und anregendes Angebot zusammengestellt: von ‚klassischen‘ Verfilmungen (Drama, Komödie, Horror) zu Dokumentarfilmen über Persönlichkeiten Neuseelands (Gesellschaft, Kunst, Kultur).

In der Länderkategorie kann man bis zu 20 Filme aus Neuseeland finden. Davon sind allein 8 Dokumentarfilme, die sich mit Künstlern und hervorragenden Persönlichkeiten auseinandersetzen. Die Themenwahl dieser Filme veranschaulicht die Diskussionen, die immer lauter und heftiger hier stattfinden und einen Wandel in der Gesellschaft ankündigen. So wird zum Beispiel die maorische Filmemacherin Merata Mita und ihr Einfluss auf die Dekolonisierung Neuseelands einfühlsam von ihrem Sohn porträtiert. Weitere Filme behandeln Themen wie Sektentum, Selbstmord, Auslandsaufenthalte, Modeschauen und Schafscherenwettbewerb der Damen!  Ach ja, und die Proben zur Balletversion vom Das Piano!

Bei diesem Spektrum werden die Besucher nicht nur unterhalten werden, sie werden auch viel Neues lernen und Altes kritischer beurteilen können. Ich persönlich freue mich schon auf den Dokumentarfilm ‚Coda‘ über Ryuichi Sakamoto und einen Konzertfilm zu seinem letzten Werk ‚async‘.

Die Sonne kommt nun immer öfters und immer länger hervor, da wird die Vorfreude auf den kommenden Sommer mit diesen filmischen Leckerbissen vergrössert! Wir hoffen, Euch auch bald hier begrüssen zu dürfen.

Autorin: Petra Alsbach-Stevens

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Christchurch und Shigeru Ban

Nach dem grossen Erdbeben in Christchurch musste die Stadt und die Gemeinde schnell Lösungen zur Instandsetzung der zerstörten Gebäude finden, privat sowie öffentlich. Damals zum Beispiel wurde das Design des innovativen Architekten Shigeru Ban  für eine Übergangskathedrale angenommen und verwirklicht. Das Design war in der Tat so erfolgreich, dass es modifiziert wurde, um längerfristig genutzt werden zu können. Und nun haben wir die ersten Entwürfe für eine weitere Zusammenarbeit von Ban und der Stadt Christchurch sehen können.

Umweltbezug der neuen Architektur

Die letzte zentrale Adresse am Cathedral Square – die seit dem Erdbeben leerstand – hat nun einen neuen Besitzer gefunden: die Aotea Gifts Kette (Produkte für die Tourismusbranche) wird dort ein grosses Gebäude errichten, in dem eine Geschenkeboutique, ein Cafe und Büros untergebracht werden sollen. Und der Architekt für dieses Gebaüde ist wieder Shigeru Ban.

Während damals sein Design für die Kirche eher vom geistlichen Bezug zur alten Kirche beeinflusst war, werden in diesem Gebäude Bezüge zur direkten Umgebung Christchurch geschaffen. Und zwar dem Fluss Waimakariri, der von den Southern Alps kommend nördlich von Christchurch ins Meer mündet. Eine attraktive Besonderheit dieses Flusses ist sein verflochtener Verlauf, der sich nach Jahreszeit und Wasserstand ständig verändert.

Auch wenn die Säulen im Inneren  zunächst wie kahle Bäume erscheinen, haben sie doch einen anderen Ursprung: Ban hatte Bilder von dem Fluss gesehen und nach seiner Ankunft konnte er sich davon überzeugen, dass diese nicht manipuliert worden waren, sondern dass der Fluss tatsächlich so aussieht. Deshalb entschloss er sich, die 38 markantesten Verflechtungen in diesen Säulen zu verewigen. Wie auch schon bei der Kirche, bevorzugt Ban unkonventionelle Baumaterialien, die zwar statisch stark sind, aber trotzdem leicht und deshalb weiteren Erdbeben besser wiederstehen sollen.

Der Anfang der Bauarbeiten ist für Oktober 2018 geplant und  soll gegen Ende 2019 fertiggestellt sein.  Hoffen wir, dass alles gut gehen wird und die Innenstadt von Christchurch weiter an Attraktivität zunehmen wird.

Autorin: Petra Alsbach-Stevens

 

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Neujahr in Neuseeland

Vor kurzem hatten wir endlich die Winterwende (21. Juni) und seit Ende Juni wurde deshalb landauf und landab mit verschiedensten Aktivitäten das maorische Neujahr matariki‘ gefeiert, welches hier auf der südlichen Erdkugel den Anfang eines neuen agronomischen Jahres markiert. Der Höhepunkt dieser Feierlichkeiten sollte am Sonntag dem 8.7.18 ein erstmaliges Feuerwerk im Hafen von Wellington sein, aber die Natur hatte was anderes vor.

Wichtiger Besuch schaut vorbei

Am Dienstag der vergangenen Woche wurde ein Südkaper, oder südlicher Glattwal, im Hafen entdeckt! Wer je auf einer Tour Wale sehen konnte, kann die Aufregung verstehen, die auf einmal die ganze Stadt ergriff. Innerhalb kürzester Zeit entstanden entlang der gewundenen Küste Wellingtons Verkehrsstaus sobald der Wal seine eindrucksvollen Sprünge aus dem Wasser machte. Um die ganzen visuellen Eindrücke zentral zu sammeln, wurde sogar eine Facebookseite gestartet, wo jeder seine Fotos und Videos hochladen konnte.

Kurzerhand wurde der Wal von der breiten Öffentlichkeit Matariki getauft, da er als gutes Omen dieser Periode gesehen wird. Ein Vertreter des örtlichen iwi kommentierte, dies sei zwar nicht nötig, aber dadurch wurde ein persönlicher Bezug geschaffen, der den Schutz dieser Kreatur umso leichter machte. Denn wie so oft, wollten immer ein paar Leute näher ran, als von den Rangers von DoC empfehlen wurde. Und tatsächlich ist illegal zu nahe an diese Tiere zu kommen. Dass führte unter anderem zu einer interessanten Situation als eine Fähre nicht andocken konnte, da der Wal sich gerade vor dem Terminal rumtümmelte. Aber nach einiger Zeit – während die Fähre Kreise im Wasser schwamm – wurde es ihm/ihr wohl langweilig und er/sie machte Platz.

Wissenschaftliches Interesse

Bisher sind die Experten von DoC sich nicht im Klaren, ob es sich um ein Männchen oder Weibchen handelt. Sie hatten versucht, den Gesang aufzunehmen, da die Männchen ein ganz spezifisches Geräusch machen, konnten aber aufgrund des zu lauten Hintergrundlärms nicht schlüssig werden. Zusätzlich hatten sie eine Gewebeprobe entnommen; die wird momentan analysiert und in ein paar Wochen wissen wir mit Sicherheit, ob ein Herr oder eine Dame hier zu Besuch waren.

In den letzten Tagen wurde der Wal vor der Südküste Wellingtons gesichtet, ausserhalb des Hafens und deshalb kann das Feuerwerk zu Ehren Matarikis an diesem Sonntag stattfinden.

Was für ein atemberaubender Einstieg in den Frühling!

Kurzer Hinweis zu den Fotos, sie sind alle der Facebookseite entnommen, leider sind nicht alle Fotografen vermerkt worden.

Autorin: Petra Alsbach-Stevens

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Aus Alt mach Neu!

Wenn wir ab und zu traditionelle neuseeländische Rezepte mit Euch teilen,  kommen diese in der Regel aus der englischen oder europäischen Küche und wurden den regionalen Gepflogenheiten hier angepasst. Während diese Traditionen und Rezepte sehr gut dokumentiert und in zahlreichen Famielienkochbüchern festgehalten sind, beschränkt sich das Wissen um die Maori Küche meistens auf Hangis und langgeschmortes Schweinefleisch mit Puha  (Gemüse-Gänsediestel). Wer diese Spezialitäten schon mal probiert hat, weiss, dass die Qualität sehr von dem Können und Wissen der individuellen Köche abhängt. Und gerade dieses Wissen ist es nun, was Monique Fiso zu bewahren und verbessern will.

International anerkannt, kehrt ein Kiwi heim

Schon als junges Mädchen hatten Essen und Essenszubreitung einen grossen Wert für Monique und als 14 Jährige verliess sie dann die Schule und begann eine intensive Gesellenzeit. Ihre Begeisterung und Faszination liessen sie immer nach den hellsten Sternen, beziehungsweise den Michelinsternen greifen, und sie konnte bald auf einen illustren Lebenslauf rückblicken. Nach Arbeitserfahrungen bei renommierten Chefs hier in Neuseeland und in Amerika, bekam sie die Chance das Menu für ein renommiertes Restaurant in Queenstown zu gestalten und zu organisieren.  Seit ihrer Rückkehr hat sie zwar mit Freude erkannt, wie das Interesse an Maori Essenskultur und traditionellen Nahrungsmitteln gestiegen ist, aber dass es noch einen enormen Nachholbedarf gibt.

hiakai

Hiakai bedeutet hungrig sein, und das Verlangen, Bedürfnis und Begehren nach Essen zu haben. Dies artikuliert sehr anschaulich, die verschiedenen Beweggründe, um eine Mahlzeit zu planen und zu kochen.  Von der rein praktischen Nahrungszufuhr bis hin zum spirituellen Ritual das Lebenssituationen begleitet und markiert.

Während ihrer Zeit im Ausland hatten viele Fragen nach ihrer Herkunft (Maori und Samoa) und der Bedeutung ihrer Tätowierungen ihr bewusst gemacht, wie wenig Ahnung sie eigentlich von ihrer eigenen Kultur hat. Und wieviel hiakai die treibende Krafte in ihren Bemühungen und Entdeckungen ist.  Daher machte sie sich nach ihrer Rückkehr auf die Suche nach den Hütern des alten Wissens und hat in der Fernsehserie hiakai die unbekannteren Seiten der neuseeländischen Maori Küche präsentiert.

Mit diesen neuen Erkenntnissen macht sie sich nun an die Arbeit ihr eigenes Restaurant in Neuseeland zu eröffnen, aber wie in dem sehr ausführlichen Artikel in der FAZ beschrieben wird, ist dies zum Teil leichter gesagt als getan. Mein Mann und ich können es kaum erwarten, ihre Kreationen zu probieren! Sobald wie möglich werden wir Bericht erstatten.

Autorin: Petra Alsbach-Stevens

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Ikone wieder zu besichtigen

Bis letzte Woche konnten Besucher in Wellington, die auf dem Civic Square ihre Blicke nach oben warfen, nur Wolken, Sonne und auch Regen sehen.  Vor fast drei Jahren war die berühmte Kugelskulptur dort abmontiert worden, weil der Wind und das Wetter sie zu sehr angegriffen hatten. Der Künstler der ersten Kugel, Neil Dawson, wurde auch für die zweite Version zu Rate gezogen, um die Kontinuität des Designs zu bewahren. Das ursprüngliche Design wurde verändert und geometrischer gestaltet, um die Statik zu verbessern und statt Aluminium wurde Edelstahl für die neue Kugel verwendet. Nachdem zahlreiche Umstände die Installierung verzögerten, war es am 27. Juni dann endlich soweit. Auf Twitter verkündete die Gemeinde, dass das Civic Square abgesperrt sein wird für die Dauer der Installation. Und allem Schein nach ist alles gut gegangen. Ich war leider selber noch nicht in Wellington, werde aber bei meinem nächsten Besuch einen kleinen Spaziergang über das Civic Square machen. Für mich gehören diese Farne einfach zu Wellington und es wird schön sein, sie wieder in der luftigen Höhe zu sehen.

Autorin: Petra Alsbach-Stevens

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Nachwuchs angesagt

Am 22.Juni verkündeten Premierministerin Jacinda Ardern und Partner Clarke Gayford die Geburt ihrer Tochter Neve Te Aroha Ardern Gayford. Während Deutschland erwartungsvoll die Duelle im Fussball Weltcup verfolgte, fand in Neuseeland eine baby watch statt: wenn man den Zeitungen und Magazinen Glauben schenkt, verfolgte die Nation aufmerksam die Bewegungen und Stationen der Premierministerin. Als Mutter kann ich da nur bewundern, wie sie in dem ganzen Mediazirkus die Ruhe bewahren und sich auf ihr Baby konzentrieren konnte. Nach einer kurzen Pressekonferenz am Sonntagmorgen wird sie sich in den nächsten 6 Wochen auf ihre Tochter konzentrieren können, was natürlich nicht bedeuten wird, dass der Mediazirkus aufhört. Im Gegenteil, wenn Clarke Gayford sich dann um die Tochter kümmern wird, werden unter Garantie die ganzen Wochenmagazine in nicht-endenden Artikeln seine Kompetenz als frischgebackener Vater mit der Lupe analysieren.

Neuseeland macht wieder Geschichte

Es mag sich ein bisschen übertrieben anhören, zu sagen, dass hier etwas historisch Wichtiges geschehen ist, schliesslich werden ja tagtäglich Tausende von Kindern geboren. Aber, die Tatsache, dass dies weltweit erst die zweite Schwangerschaft einer Premierministerin während ihrer Legislaturperiode ist, ist schon bemerkenswert. Vor allen Dingen auch, weil es erstens nicht mehr so geheim gehalten werden musste wie damals mit Benazir Bhutto, wie es in einem interessanten Artikel ihres erstgeborenen Sohnes beschrieben wird. Zweitens – und dies ist das beste Zeichen, dass die Zeiten sich am ändern sind – ist die Tatsache, dass der Vater sich ab der sechsten Woche vollzeitig um die Tochter kümmern wird, während die Mutter wieder zurück in ihren Job geht! Na klar, die beiden werden es wahrscheinlich um einiges leichter haben als die meisten Eltern, da sie finanziell gut versorgt sind, aber die Tatsache, dass der männliche Partner sich um das Kind und den Haushalt kümmern wird, wird schon für Stirnrunzeln sorgen bei eher traditionell denkenden Leuten.

Alles Gute …

… wünschen wir der Familie und hoffen, dass die schlaflosen Nächte sich in Grenzen halten werden!

Autorin: Petra Alsbach-Stevens

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