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Der Winter geht zu Ende

Es ist offiziell, seit diesem Wochenende haben wir Frühling hier unten. Auch wenn das Wetter noch immer sehr launenhaft ist, kann man jetzt auf’m Land die neugeborenen Lämmer und Kälber sehen und wie sie auf unsicheren Beinen herumtollen.

Auch Zuhause – hier in der Wairarapa – hat sich wieder Nachwuchs angemeldet, in Karnickelform! Sowohl die Zucht- als auch die wilden Karnickel hatten die erste Runde Babies und nun können wir die Kleinen beim Herumtollen beobachten. Dieses Jahr hatten wir eine interessante Überraschung: eines der wilden Babies hatte sich in unseren Garten geschlichen und es sich in meinem Kräuterbeet gemütlich gemacht. Stumpy, wie der/die Kleine vorzeitlich genannt wird, mag vor allen Dingen meine Petersilienbüsche, was mir nicht so ganz lieb ist. Und hat es sich unter Thurin’s Hütte gemütlich gemacht. Jetzt muss ich warten bis es gross genug ist, dass es nicht mehr zwischen den Zaunlatten durchpasst, es fangen und ausquartieren. Das wird wohl noch ein paar Wochen dauern, ich hoffe, die Petersilie überlebt es. Da Karnickel hier mehr als Plage angesehen werden, kriege ich die unterschiedlichsten Kommentare dazu von unseren Nachbarn!

Vatertag in Neuseeland

Frühlingsanfang bedeutet auch Vatertag hier in Neuseeland und diesmal haben wir unserem Vater eine Portion feiner Waffeln gebacken. Mit heissen selbst-eingemachten Pflaumen statt der Kirschen. Das kam gut an, bei der ganzen Familie.

Das grosse Ereignis

Und was gibt’s sonst noch? Na, so wie in Deutschland, haben wir diesen Monat auch wieder grosse Wahlen. Dementsprechend sind die Nachrichten gefüllt mit Debatten, Wahlversprechen und Politikskandalen!

Neuseeland’s Grüne Partei hatte ihren grossen Skandal schon vor einigen Wochen, als Metiria Turei zugab, vor Jahren mehr Beihilfe bekommen zu haben, als ihr zustand. Als gleichbrechtigte zweite Vorsitzende der Partei, war dies natürlich von besonderer Bedeutung und sie hat inzwischen ihre Position aufgegeben. Relativ zeitgleich hat die Labour Party eine neue Vorsitzende gewählt, Jacinda Ardern, die eine ernstzunehmende Konkurrenz zu Bill English von der regierenden National Party ist.

Ich muss, zugeben, ich bin sehr gespannt, wie diese Wahlen ausgehen und wir werden Euch natürlich auch auf dem Laufenden halten.

Autorin: Petra Alsbach-Stevens

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Tierische Persönlichkeiten

Es ist immer von Interesse zu sehen, auf was für kuriose oder abstruse Ideen die Werbeagenturen für Air New Zealand kommen! Diesmal haben sie ein paar ‘schräge’ Vögel engagiert, die sich zu Air New Zealand äussern. Positiv natürlich und mit dem klassischen neuseeländischen Humor.

Vor circa 10 Monaten hatten sie den Ganter Dave zu Worte kommen lassen und diese Woche konnten wir hören und sehen was der Kiwi Pete von der einheimischen Fluglinie hält.

Alles in allem empfehlen sie sie, da möchten wir nun gerne wissen, wer von unseren Lesern welche Erfahrungen mit AirNZ gehabt hat?! Viel Spass mit den Videos und lasst uns Eure Meinung wissen.

 

Autorin: Petra Alsbach-Stevens

Unterwasserblasen sprudeln weiterhin

Im November letzten Jahres hatten wir kurz ein neues Phänomen in Kaikoura erwähnt: Gasblasen, die seit dem Erdbeben vor der Küste Kaikouras zu beobachten sind. Sechs Monate später sprudelt es noch immer, auch wenn nicht mehr so heftig. Inzwischen glauben einige Wissenschaftler, mehr über die Herkunft dieser Gasblasen zu wissen: nicht aus einer Quelle, sondern aus zwei verschiedenen.

Geologie in Echtzeit

So katastrophal auch ein Erdbeben ist, ist es eine wahre Fundgrube für Geologen und andere Naturwissenschaftler. So haben zwei Geologen der Universität von Canterbury diese Gasblasen zum Anlass genommen, deren Kohlenstoffanteile genauer zu untersuchen. Und zwar haben sie die Konzentration von Carbon 12 und 13 verglichen. Das jeweilige Mengenverhältnis gibt Aufschluss auf die Tiefe, aus der die Blasen stammen. Die Untersuchungen haben interessanterweise ergeben, dass die Blasen aus zwei verschiedenen Quellen aus unterschiedlichen Tiefen kommen. Um ganz ehrlich zu sein, die Erklärungen gingen ein bisschen über mein Allgemeinwissen – und verständnis hinaus, mir genügt es, dass sie der Meinung sind, die eine Quelle ist irgendwo zehntausende Kilometer unter dem Meeresboden, während die zweite ‘nur’ 2-3 Kilometer tief ist.

Geo-Tourismus

Auch wenn diese wissenschaftlichen Erkenntnisse nicht unbedingt von Bedeutung für die einheimische Bevölkerung sind, so ist es doch für den kleinen Geo-Tourismus der sich dort nun entfaltet wichtig ein paar technische und wissenschaftliche Hintergründe zu dem Phänomen bieten zu können. So hoffen die beiden Geologen, sowohl für ihre weiteren Studien als auch für das sich weiterhin abmühende Kaikoura, dass die Blasen weiterhin aufwärts steigen.

Autorin: Petra Alsbach-Stevens

 

 

Wieder auf Spurensuche in Neuseeland

Auch dieses Jahr haben wir für November/Dezember wieder eine Spurensuche durch Neuseeland geplant. Auf unseren Spurensuchen sehen wir nicht nur die Klassiker, sondern entdecken auch neue Ecken des Landes. So werden wir diesmal wieder die schönen Strände des Nordens ausgiebig erkunden und geniessen, um dann auf dem neuen Tora Walk die Ostküste der Wairarapa am südlichen Ende der Nordinsel zu entdecken. Auf dem Weg von Hawke’s Bay zu Tora kommen wir auch durch einige kleine Städte und Dörfer, die sich neuer und wachsender Beliebheit erfreuen.

Die Wairarapa Region hat in den letzten Jahren durch die relative Nähe zu Wellington an Bedeutung gewonnen. Entlang der Hauptverkehrsader und Zuglinie sind die Dörfer gewachsen, da die Hauspreise hier, im Vergleich zu Wellington, noch sehr erschwinglich sind. So pendeln viele unter der Woche morgens in die Stadt und geniessen am Wochenende dann die Ruhe und gepflegten Restaurants, Boutiquen und Secondhand Läden.

Gutes Sortiment des Kunsthandwerks

Mal wieder hat sich ein Reisejournalist auf Kosten von Tourism New Zealand in der Gegend umgeschaut und als Bewohner der Region, kann ich seiner Beschreibung aus vollem Herzen zustimmen.

Die Frage ist nun, worauf sollte ich meine Beschreibung nun konzentrieren? Soviele kleine Läden, die den Charme und die Attraktion der Gegend ausmachen.

Angefangen mit dem guten Essen, dass man in den Cafes und Restaurants geniessen kann. Zusätzlich gibt es nun zahlreiche Geschäfte die handgemachte Schokolade (Choc), Brot (French Baker, Baker Featherston) und Käse (C’estCheese Featherston) verkaufen. Und dann natürlich auch die unzähligen Weingüter, die internationale Anerkennung finden. Weiterhin die gut bestückten und zum Teil kuriosen Secondhand Läden, von klassischen Antiquitätenhändlern zu Ramschläden kann man hier alles finden.

Der interessanteste Aspekt dieser Region, aus meiner Sicht, ist der Kontrast zwischen den Läden die hauptsächlich die urbane Bevölkerung bedienen und denen, die mehrheitlich von der ländlichen Bevölkerung frequentiert werden. Wobei es keine klare Grenzen oder Ausgrenzungen gibt, abgesehen von den Preisen natürlich.

Alles in allem, der Artikel hat für mich in schöne Worte gefasst, warum mein Mann und ich (Petra) diese Region zu unserer Heimat auserkoren hatten. Und auf Eurem Besuch hier könnt Ihr davon auch einen Eindruck gewinnen.

Sollten der Termin mit Eurer Urlaubsplanung nicht übereinstimmen, schaut in unseren Reisekalender rein: von Oktober 2017 bis März 2018 bieten wir zahlreiche andere Touren an.

Autorin: Petra Alsbach-Stevens

 

Entscheidung zur Aufhebung eines Naturparksstatus

Anfang Juli 2017 entschied der oberste Gerichtshof in Neuseeland, dass DoC einem Naturpark nicht den Schutzstatus entziehen kann, um gegen ein anderes Stück Land eingetauscht zu werden. Das Umweltministerium hat zwar den Auftrag, die Gesamtfläche der geschützten Gebiete zu vergrössern, unter anderem durch Gebietsaustausche. Allerdings kann nur ein weniger schutzwertes Gebiet gegen ein höher schutzwertiges getauscht werden. Und, wie der Gerichtshof nun ausdrücklich formuliert hat, kann einem Park der Schutzstatus nicht entzogen werden, solange die Bedingungen, unter denen der Park als schutzwürdig markiert wurde, weiterhin vorhanden sind.

Im Klartext, solange der Park nicht abgebrannt, durch Erdbeben dem Boden gleichgemacht oder ähnliche sintflutartige Situationen zerstört wurde, kann der Schutzstatus nicht aberkannt werden.

Ruataniwha Staudamm Projekt

Die richterliche Entscheidung – knapp mit 3:2 Stimmen – ist aktuell für ein Dammprojekt in Hawke’s Bay von Bedeutung. Am Rande des Vorgebirges der Ruahine Gebirgskette soll der Makaroro Fluss gestaut werden und der Stausee die Bewässerungsanlagen für nahegelegene Farmen versorgen.

Die Stauung würde natürlich bestimmte Gegenden fluten und ein Teil des geplanten Flutungsbereich liegt im Ruahine National Park. Es geht um 22 Hektar in diesem Bereich, für deren Ersatz ein 170 Hektar grosses Gebiet angeboten wurde. Dieses Gebiet ist privates Farmland und wurde als fast gleichwertig eingestuft, was das Naturschutzpotential angeht. Um diesen Tausch machen zu können, müssten aber diese 22 Hektar nicht mehr Nationalpark sein, sondern ‘nur’ noch ‘stewardship land’ (verantwortungsvoll verwaltetes Gemeindeland).

Die Gemeinde argumentiert, dass der Damm von grosser Bedeutung für die weitere wirtschaftliche Entwicklung der Region wäre, während Umweltschützer befürchten, dass eine Erweiterung der wasserintensiven Agrarwirtschaft langfristig mehr Schaden als Nutzen bringen würde.

Kontroversen

Mal wieder stehen sich Naturschützer und Regierungsbehörden in einer hitzigen Diskussion gegenüber, ob Naturschutz oder wirtschaftliche Sicherheit von höherem Wert seien. Fürs Erste haben die Naturschützer ‘gewonnen’, aber die Regierung hat schon angekündigt, die Gesetzgebung entsprechend zu modifizieren. Letztendlich müssen beide Seiten an einem Kompromiss arbeiten, denn beide sind voneinander abhängig.

 

Autorin: Petra Alsbach-Stevens

Geschichten aus Christchurch

Als 2012 zum ersten Jahrestag des Christchurch Erdbebens 185, bzw 186 weisse Stühle am Standort der ehemaligen Baptist Church an der Oxford Terrace in Christchurch aufgebaut wurden, sollte diese Installation eigentlich nach einer Woche wieder abgebaut werden. Aber niemand wollte dies so recht und innerhalb desselben Jahres fand die Installation ein neues Zuhause auf dem Grundstück der inzwischen abgerissenen presbyterianischen Kirche an der Cashel Street. Doch auch hier können sie leider nicht bleiben, da dieses Gelände vom Staat erworben wurde und Teil eines grossen Stadiumkomplexes werden soll.

Dabei haben die Stühle nicht nur eine grosse Bedeutung für die Bewohner von Christchurch, auch zahlreiche Touristen sehen in der Installation die Möglichkeit persönlicher Verluste zu gedenken.

So viele Stühle – so viele Geschichten

Ursprünglich waren die Stühle als Gedenkmal für die Opfer des Erdbebens gedacht. Aber im Laufe der Jahre hat die Installation sich weiter entwickelt, so wie es sich der Künstler Peter Majendie erhofft hatte.

Inspiriert von einem Vincent van Gogh Gemälde symbolisieren die verschiedenen leeren Stühle den Verlust eines Individuums. Die meisten der Stühle wurden ersteigert, aber einige sind von den Familien, Freunden oder Mitarbeitern der Opfer gespendet worden.

Die interaktive Installation regt den Betrachter an, sich auf einen Stuhl niederzulassen, sich auf den Kontext einzulassen, den Opfern zu gedenken und eigene Opfer zu ehren. Auch wenn jeder Stuhl nicht ein konkretes Opfer repräsentiert, zum Beispiel starb niemand in einem Rollstuhl, aber 3 Opfer sind nun an ihre Rollstühle gebunden und zahlreiche Opfer fühlen sich ähnlich angeschlagen.

Die Kommentare in den inzwischen 55 Gästebüchern dokumentieren auf eindrucksvolle Weise wie die Stühle ihre ursprüngliche Bedeutung überschritten haben und deshalb einen permanenten Standort und andauernde Wartung verdienen.

Planung und Unterstützung

Inzwischen hat Peter Majendie einen Antrag zusammengestellt und eine Webseite aufgestellt, um den Prozess der Planung von seiten der Gemeinde und Unterstützung durch die Öffentlichkeit in Gang zu bringen. Auf der Webseite kann man mehr zur aktuellen Situation, zum Hintergrund und zur Zukunftsvision lesen. Wer will kann natürlich auch spenden oder durch einen Kommentar in dem virtuellen Gästebuch das Projekt unterstützen.

Mal sehen, wie dies weiter geht!

Autorin: Petra Alsbach-Stevens

Neuseelands Papageien machen Schlagzeilen

In den Nachrichten der letzten Woche konnte man wieder viel über die aktuellen Bemühungen zum Artenerhalt der Kakapos lesen.

Um den Genpool gesund zu halten, wurden vier erwachsene Vögel von Whenua Hou (Codfish Island) im Süden nach Norden zu Hauturu (Little Barrier Island) transportiert. Einer der Vögel (Blades) hatte sich derart gut um die südlichen Damen bemüht, dass er sich nun um die Damen im Norden kümmern soll. Somit sollen die anderen Herren der Gegend auch zum Zuge kommen und die Genvielfalt vergrössern.  Da die jeweiligen Inseln nur eine begrenzte Zahl von Brutpaaren unterstützen können muss die genetische Optimierung der Zucht immer berücksichtigt werden. Die Kosten dieser Flüge wurden zum Teil von Air New Zealand (als einer der Sponsoren des Kakapo Recovery Trusts) getragen oder vom Trust durch Spenden abgedeckt.

Hormonhaushalt neuseeländischer Papageien untersucht

Zusätzlich konnten wir erfahren, dass eine Promotionsarbeit an der Victoria University Wellington den Hormonhaushalt der neuseeländischen Papageien und dessen Beeinflussung durch Aufnahme einheimischer Pflanzen und Früchte untersuchte. Im Laufe der Studie konnten Dr. Catherine Davis und ihre Betreuerin Dr. Janet Pitman einen bemerkenswerten Zusammenhang zwischen den sogenannten Mastjahren und der Fruchtbarkeit der Papageien beobachten. Während andere Tierarten bei zuviel Östrogen in der Nahrung unfruchtbar werden, haben die Papageien einen weitaus grösseren Bedarf, der nur dann gedeckt wird, wenn die einheimischen Pflanzen übermässig fruchtbar sind. Gerade die neuseeländischen einheimischen Bäume und Büsche produzieren Früchte mit erhöhtem Östrogenanteil. Dies führt in einem Mastjahr dann zu erhöhter Fruchtbarkeit der Papageien. Dies trifft nicht nur auf die bedrohten Kakapos zu: auch Kea, Kaka und Kakariki scheinen davon betroffen zu sein.

Diese Erkenntnisse könnten den Tierschützern helfen, in den fruchtarmen Jahren trotzdem Bruterfolge zu erzielen. Da Mastjahre in der Regel alle 3-4 Jahre natürlich stattfinden und von zahlreichen Umweltfaktoren abhängig sind, ist es gut wissen, dass mit einer Dosis von Hormonen auch in fruchtarmen Jahren die Zucht weiter verfolgt werden kann. Gerade in Zeiten klimatischen Wandels, ist es gut eine Alternative zu haben, mit der man einer Tierart zu Hilfe kommen kann.

Autorin: Petra Alsbach-Stevens

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