Feeds:
Beiträge
Kommentare

Posts Tagged ‘reiseleitung’

Auf Spurensuche auf der Nord- und Südinsel Neuseelands

Unsere dritte Spurensuche durch Neuseeland hat wie üblich bekannte und unbekannte Höhepunkte auf dem Reiseplan.  Für uns bedeutet Spurensuche nicht nur die klassischen Sehenswürdigkeiten besuchen und zu bestaunen, sondern auf abgelegenen Strecken mehr von der Geschichte Neuseelands – der geologischen Vergangenheit und Gegenwart, der einheimischen und Kolonialkultur – zu entdecken.

Für die Reize dieses unbekannten Neuseelands sind nicht nur Europäer und andere Bewohner der nördlichen Hemisphäre zugänglich, auch unsere australischen Nachbarn können sich mehr und mehr dafür begeistern. In diesem Artikel berichtet die Schreiberin von ihrer Erfahrung auf ihrer Camper Tour durch den Norden der Nordinsel und beschreibt einige Höhepunkte, die auch auf der Spurensuche und einigen anderen unserer Touren zu entdecken sind. Wanderungen entlang dramatischer Küstenwege oder durch Kauri-durchwachsenem Busch geben die Möglichkeit, die Landschaft in Ruhe zu entdecken und wahrzunehmen.

Während die Autorin sich auf den Norden beschränkte, werden wir noch viele andere Entdeckungen dieser und anderer Art auf unserer fast 4-wöchigen Tour durch beide Inseln machen.  Von den sonnigen Stränden des Nordens zu den schneebedeckten Gipfeln der Südinsel haben wir auch zahlreiche Stationen, die aufgrund persönlicher Kontakte und jahrelanger Erfahrung einen hohen Erfahrungswert für uns und unsere Besucher haben. Dieses Jahr zum Beispiel, haben wir eine neue Wanderung auf der Nordinsel – in der Nähe meines Wohnortes (Petra) – dem Tora Walk und ich bin schon sehr gespannt, die Kommentare dazu zu hören! Wer weiss, vielleicht können wir uns danach sogar zu einem kurzen Schwatz in einem örtlichen Café treffen?!

Autorin: Petra Alsbach-Stevens

Advertisements

Read Full Post »

…und andere geothermale Aktivitäten

Am Anfang April entluden sich mächtige Wassermassen über Neuseeland und verursachten die klassischen Schäden. Die nicht-so-klassischen Nebenerscheinungen dagegen können nun in Rotorua beobachtet werden. Der erhöhte Grundwasserspiegel hat die geothermalen Aktivitäten näher an die Oberfläche gebracht und zeigt sich als Dampf und heisse Wasserquellen an neuen Stellen. Unter anderem auf dem Gelände der St. Faith’s Kirche auf dem geothermalen Gelände in Ohinemutu. Auch wenn geothermale Aktivität dort gang und gäbe ist, wurde zur Sicherheit der Anwohner und Touristen das Gelände vorläufig gesperrt.

Ohinemutu

Im 14ten Jahrhundert siedelte sich der Ngati Whakaue Stamm wegen der heissen Quellen und dem leichten Zugang zum See am südlichen Ufer des Lake Rotorua an. Im Laufe der Jahrhunderte und der Kolonialisierung entwickelte es sich zum Stadtzentrum Rotoruas. So war es im 19ten Jahrhundert die zentrale Anlaufstelle für staatliche Besucher, die die Naturwunder der Gegend besuchen wollten.

Inzwischen jedoch hat die Expansion der Stadt Rotorua und die Entwicklung anderer Tourismusattraktionen es dort ein bisschen ruhiger werden lassen. Dadurch hatte der Vorort und seine Anwohner, die Chance, den Charakter und die Lebensqualität ihres Dorfes zu erhalten und nicht in der Art eines “Lebendigen Freilichtmuseums” zu erstarren. Dementsprechend sind Gruppenbesichtigungen nur mit ausdrücklicher Erlaubnis möglich. Wer jedoch ein bisschen Zeit und Interesse an individuellen Exkursionen hat, sollte auf jeden Fall das Tematekapua meeting house und die obengenannte St. Faith’s Kirche dort besichtigen. Das meeting house kann von aussen bewundert werden, während die Kirche – wenn der Zugang wieder freigegeben ist – auch von innen bestaunt werden kann.

Autorin: Petra Alsbach-Stevens

Read Full Post »

Zeitumstellung in Neuseeland

Am letzten Wochenende war der offizielle Herbstanfang und unsere Uhren wurden eine Stunde zurückgestellt. Für die Frühaufsteher unter uns eine willkommene Gelegenheit ein bisschen auszuschlafen! Damit ist nun leider auch die Zeit des 10 Stunden Zeitunterschieds eingebrochen: für die nächsten sechs Monate müssen Telefonate zwischen Deutschland und Neuseeland akribisch geplant werden, wenn man die liebe Familie und Freunde nicht zu früh aus dem Bett reissen will oder Abends zu lange wach halten will.

April, April, macht was er will!

Diese, wie es scheint universelle Bauernregel ist in ihrer neuseeländischen Version derzeit öfters zu hören: “Four seasons in one day” (in dem berühmten Lied von Crowded House auch besungen!). So konnte das Land in der letzten Woche sowohl Sommertemperaturen geniessen und musste auch – Dank des Zyklons Debbie – mit extremen Niederschlägen zurechtkommen. Mit diesem turbulenten Herbstanfang verabschieden wir uns von dieser Saison und fangen mit den Vorbereitungen für die kommende Saison an!

Herbst- und Winteraktivitäten

Während die meisten von uns den Einbruch der dunkleren Jahreszeit benutzen, um die neuesten Bücher und Kinofilme zu entdecken, findet bei Sidetracks in der Zeit eine Bestandsaufnahme und Generalüberholung statt. Kleinigkeiten, die während der Saison nicht repariert werden konnten, Papierkram der ignoriert werden musste, die Steuererklärung; all diese notwendigen und zeitaufwendigen Sachen werden nun erledigt, damit zu Beginn der nächsten Saison die Zelte, Busse und sonstige Gegenstände in einwandfreiem Zustand sind.

Wir hoffen, Euch zu Beginn der neuen Saison begrüssen zu dürfen, mit unseren bewährten Wander- und Radtouren und einer neuen Spurensuche für unsere Rückkehrer.

Autorin: Petra Alsbach-Stevens

Read Full Post »

Geburtstagskind, Weltstar und verschollen im Busch

An sich sollte der 23. März ein besonderer Feiertag für den Kakapo Recovery Trust werden: der zwanzigste “Geburtstag” – oder eher Schlüpftag – von Sirocco, dem weltberühmten Sonderbotschafter der Stiftung. Aber leider ist er nicht aufzufinden und kann deshalb die Geburtstagsglückwünsche aus aller Welt nicht entgegennehmen. Aber dies scheint die Beteiligten in der Stiftung nicht sonderlich zu beunruhigen: erstens ist es nun die Jahreszeit, in der die Papageien sich auf ihre Überwinterung vorbereiten und in ihre Verstecke verkriechen und zweitens ist es üblich, dass 5% der Radiosender, mit denen die Vögel versehen sind, kurzerhand den Geist aufgeben. Im Frühling, wenn alle wieder aus ihren Verstecken kommen und sich auf Partnersuche machen, hoffen die Pfleger, dass Sirocco sich wieder an der Station einfinden wird.

Ein einzigartiger Papagei

Wie in einem sehr nett geschriebenen Artikel –auf Englisch– beschrieben wurde, hatte Sirocco schon eine ungewöhnliche Jugend, für einen Papagei zumindestens. Als Kakapo ist er einer der seltensten Papageien der Welt und akut von der Ausrottung bedroht. Deshalb wurde er als Küken wegen einer Krankheit aus dem Nest genommen und von Hand aufgezogen. Dies war zwar erfolgreich, hatte aber als Nebenerscheinung seine Fixierung auf Menschen. Einerseits hat dies zu einem komischen Videoauftritt im Fernsehen und Internet geführt, andererseits bedeutet es, dass er kein Interesse an Damen der eigenen Spezies hat. Nicht gerade optimal. Aber die Betreuer haben schnell ein andere, ebenso wichtige Aufgabe für ihn gefunden: als Sonderbotschafter für seine Art und die Stiftung, die die Zucht-, Schutz- und Konservierungsmassnahmen koordiniert. So verbringt Sirocco einen Teil seiner Zeit damit, das Land zu bereisen und Tierschutz der Allgemeinheit nahe zu bringen. Und wer kann diesem kuschelig aussehenden Teddy-Papagei schon widerstehen?

Persönlichkeitskult

Und wie es sich für einen richtigen Star der Weltbühne gehört, hat Sirocco sein eigenes Twitter und Facebook Profil, wo man allerlei interessante Kommentare zu ihm persönlich und Neuseelands Natur und Tierwelt allgemein finden kann. Dort könnt Ihr Euch selber auf dem aktuellsten Stand der Dinge halten oder bei uns vorbeischauen!

Als nationales Kulturgut anerkannt, meinen wir, dass es relevant ist, Euch auf dem Laufenden der Konservierungsbemühungen zu halten. Wir schreiben gerne und oft, wie Ihr in den letzten Monaten selber lesen konntet und hoffen, Euch im Frühling wieder ein paar gute Nachrichten übermitteln zu können.

Autorin: Petra Alsbach-Stevens

 

Read Full Post »

Heimliche Einwanderer

orthodera_novaezealandiae__new_zealand_praying_mantisBeim Wandern durch den Busch oder in den Gärten der Städte in Neuseeland kann man mit etwas Glück eine Gottesanbeterin entdecken. Aber – und das habe ich auch erst diese Woche gelernt – es muss nicht unbedingt eine einheimische sein! Die neuseeländische endemische NZ Mantis war bis 1978 die einzige ihrer Art hier.

Im Sommer 1978 entdeckte ein Junge ein Eipaket in seinem Garten in Auckland und die Entomologie Abteilung des DSIR pflegte erfolgreich eine Kolonie zur Identifizierung. Die eindeutige Klassifizierung erfolgte erst später durch Dr. A Kaltenbach vom Naturhistorischen Museum in Wien und damit war bekannt, dass die neuseeländische Mantis Konkurrenz von der afrikanischen bekommen hatte.

Fatales Verhalten der Gottesanbeterinnen

nz-mantis-mating-s-af-2Man könnte meinen, dass diese winzige Tiere genug zu Fressen und zum Leben im neuseeländischen Busch finden können, um friedlich zu koexistieren. Aber leider haben beide Arten ein paar “Eigenheiten”, die die Existenz der einheimischen Art bedrohen.

Erstens, die einheimischen Männchen scheinen die afrikanischen Weibchen attraktiver zu finden und versuchen vergebends sich mit ihnen zu paaren.

Zweitens – und das ist der riesige Nachteil – die afrikanischen Weibchen haben die unangenehme Angewohnheit, die Männchen nach der Paarung zu verspeisen! Während die afrikanischen Männchen dies ‘wissen’ und sich flugs nach der Paarung verziehen, ‘wissen’ die neuseeländischen es nicht und werden leider flugs verspeist. Und es damit ungleich schwerer für die neuseeländischen Weibchen machen, einen entsprechenden Partner zu finden.

Drastische Hilfe nötig

Aber wie? Alle Insekten sind leider extrem empfindlich gegenüber Chemikalien jeder Art. Und um nicht aus Versehen die einheimische Art komplett auszurotten hat man bisher auf chemikalische Bekämpfung verzichtet. Deshalb wird versucht auf mechanische Art die Anzahl der afrikanischen zu reduzieren. So brutal es auch anmuten mag, allein die Vernichtung der Eierpakete und der individuellen Tiere kann der Ausrottung der einheimischen Art Einhalt gebieten.

Identizierungsmerkmaledifference_between_praying_mantis_in_nz

Auf den ersten Blick sehen diese Tiere alle gleich aus, aber wenn man genauer schaut sind die erwachsenen Exemplare leicht zu unterscheiden. Die neuseeländische Mantis hat einen blauen/lila Fleck an der Innenseite der Vorderbeine und ist immer hell-grün. Dieses Merkmal ist nicht erkennbar in der Jugendphase, bei den Kleinen muss man dem Kopf und Nacken Aufmerksamkeit schenken: die afrikanische hat einen ausgeprägten Nacken während die neuseeländische eher nackenlos erscheint. 800px-egg_case_in_lichen-encrusted_crackAusserdem sehen ihre Eierpakete unterschiedlich aus: die neuseeländischen haben eine klare Struktur, die die einzelnen Elemente erkennen lässt, während die afrikanische eher eine schaumige Masse zu sein scheint.

Die Webseite der Taranaki Umweltschutzgruppe T.E.R.R.A.I.N. hat ausgezeichnete Fotos die eine Identifizierung leichter machen. Alle Fotos hier wurden von Phil Bendle gemacht.

 

 

Autorin: Petra Alsbach-Stevens

Read Full Post »

Mehr als nur Traumlandschaften

panoramic_mountain_view_from_the_routeburn_trackWie jeder weiss, ist Neuseeland berühmt für seine unendlichen und überwältigenden Landschaften. Für Besucher und Einwanderer sind die Landschaften handgreifliche Gründe, die auch noch in zahlreichen Fotos dokumentiert werden können. Aber warum wollen soviele Besucher immer wiederkommem oder gar hier bleiben?

Lebensqualität

Während jedes Jahr Neuseeland auf den Listen der UNO bezüglich Lebensqualität gut plaziert ist, macht die Lektüre dieser Listen es nicht unbedingt offensichtlicher warum Neuseeland so ein beliebtes Urlaubs- und Auswanderungsziel ist. Heute möchte ich anhand von drei Beispielen dies hoffentlich ein bisschen näher erläutern.

Aktive Gesellschaftsgestaltung

Neuseeland befindet sich in einem kontinuierlichen Prozess, die einheimische Bevölkerung mit der eingewanderten zu versöhnen und zu vereinen. Die dubiosen und zum Teil kriminellen Aktionen der Kolonialzeit sollen wieder gutgemacht werden. Dies geschieht durch Gesetzgebung, die nicht nur konfiszierte Landstriche den jeweiligen Sippen zurückgibt und Entschädigungen zahlt, sondern auch versucht, die Maori Weltanschauung in die Gesellschaftstruktur einzubauen.

Wie in jedem Staat und jeder Gesellschaft der Welt, gelingt dies manchmal besser, manchmal schlechter, und die Fälle in denen es nicht so gut klappt werden immer schnell publiziert und angeprangert. Aber, wichtig im Sinne dieses Artikels: die Mehrheit der Neuseeländer möchte in einer fairen Gesellschaft leben und sind bereit ihren Teil dazu beizutragen. In diesem Sinne sind die folgenden Beispiele als enorme Schritte vorwärts zu betrachten!

te-ureweraNatur ist eine reale Persönlichkeit

… im Sinne der Gesetzgebung.

In einem einzigartigen Beschluss wurde dieses Jahr der Umsetzungsprozess beendet und dem Te Urewera Nationalpark Personenrecht anerkannt. In 2014 wurde der Nationalpark als solcher abgeschafft und wurde eine Person im Sinne der Rechtsgebung und –sprechung. Und im Juli 2016 wurde es offiziell bekanntgemacht, dass Te Urewera von nun an eine Person ist und nur sich selber gehört. Die verschiedenen regionalen Institutionen vertreten nun weiterhin ‘seine’ Interessen und können als Stellvertreter gegen jemanden Klage erheben, wenn der Status oder der Erhalt des Parks bedroht werden sollte. Dies entspricht der Maori Weltansicht und wird hoffentlich einen nachhaltigen guten Effekt auf den Natur- und Artenschutz haben. Der Park wird weiterhin der Öffentlichkeit zugänglich sein, aber Aktivitäten, die die Ökologie des Parks beeinflussen, müssen nun ausdrücklich genehmigt werden.

Tierschutz und Empfindungsvermögen

flock_of_sheepSchon letztes Jahr wurde die Tierschutzgesetzgebung einschneidend ergänzt: die Gesetzgeber haben ausdrücklich festgestellt, dass Tiere empfindungsfähig sind, und dass es verboten ist, ihnen absichtlich oder willkürlich Schmerz oder Stress anzutun. Bisher wurde die Gesetzgebung eher als leitender Ratgeber gesehen, da Strafen bei Zuwiderhandlung nicht explizit formuliert waren. Dies ist nun auch verbessert worden. Es wird natürlich eine Weile dauern, bis sich die Vorstellungen der Gesetzgebung in der Realität umsetzen und die Einstellung einiger Menschen verändern. Aber auch dies zeigt – meines Erachtens zumindestens – dass die Mehrzahl der Menschen hier grundsätzlich jedem nur Gutes wünschen.

Kulturelle Identität

haka-recordUnd zu guter Letzt ein Ereignis aus meiner Wahlheimat, der Wairarapa Region bei Wellington. Im November hatten sich über 7000 Menschen – Schüler, Lehrer und Eltern – aus der ganzen Region koordiniert, um einen neuen Weltrekord aufzustellen: den umfangreichsten Haka vorzuführen. Der alte Rekord (27.9.2014) steht bei 4.028 Teilnehmern und wurde von Mazda France organisiert.

Zahlreiche Grund- und Sekundarschulen haben mit ihren Kindern an den Schulen geprobt und sich dann am 2.11.2016 in Masterton versammelt um es zu versuchen. Da die offiziellen Beobachter von Guiness World Record an dem Tag nicht dort sein konnten, musste alles auf genaueste dokumentiert und beglaubigt werden. Nun warten nicht nur die Organisatoren auf das Ergebnis, auch wir Eltern können es kaum erwarten, einen Weltrekordhalter in der Familie zu wissen!

Für mich als Einwanderin ist es eine enorm positive Erfahrung, an dieser Kultur teilhaben zu dürfen und zu wissen, dass meine Kinder in einer facettenreichen inklusiven Kultur gross werden.

Noch Fragen?

Dies ist natürlich nur eine kleine Auswahl an konkreten Beispielen, die das allgemeine Lebensgefühl hier definieren. Solltet Ihr noch weitere Fragen haben zu einem spezifischen Thema haben, bitte lasst es uns wissen.

 

Autorin: Petra Alsbach-Stevens

Read Full Post »

Datenauswertung auf Hochtouren

Wie zu erwarten, versuchen nun die Wissenschaftler und Ingenieure die überwältigende Flut an Daten zu sammeln, kategorisieren und zu verarbeiten.

wellington-cordonIn Wellington vor allen Dingen werden zur Zeit täglich weitere Gebäude evakuiert und gesperrt, da die Statiker und Bauingenieure schwerwiegende Beschädigungen an Fassaden und Tragwerken entdecken. Dies wird von der allgemeinen Bevölkerung natürlich mit Besorgnis registriert, aber, wie ein Professor des Hoch- und Tiefbauwesens der Uni Auckland meint, alles im Rahmen der zu erwartenden Schäden für ein Erdbeben dieser Kategorie.  Diese Schäden müssen nun natürlich so schnell wie möglich repariert werden.

Was für mich persönlich interessant war zu erfahren, dass all die Kalkulationen der Ingenieure verschiedene Erdbebenszenarios zur Basis haben und dass dabei auch die statistische Wahrscheinlichkeit eines Szenarios berücksichtigt wird.

Konkret, die Baumassnahmen, die nötig wären um ein Gebäude ein Erdbeben dieser Stärke oder grösser unbeschädigt zu überstehen lassen, sind wesentlich grösser -und teurer natürlich – als für ein kleineres Erdbeben. Diese Kosten werden mit der Wahrscheinlichkeit der verschiedenen Bebenstärken verglichen. Die gesetzlichen Bauvorschriften berücksichtigen dann die statistisch gesehen häufigeren Szenarios und versuchen, sie in konkrete Daten und Vorschriften zum Bau und Verbessern von Gebäuden umzusetzen.

Dies ist natürlich alles theoretisch und auf vergangene Ereignisse bezogen, denn keine Institution der Welt hat ein Labor, in dem solche Vorgänge ausprobiert werden können. Der Realfall zeigt dann, welche Datensätze korrekt in die Realität umgesetzt wurden und welche nicht. Für alle Menschen, im öffentlichen und privaten Bereich, bedeutet dies, in einem ständigen Lernprozess zu sein.

Einzigartiges Erdbeben

kaikoura-earthquake-faults-e1479265716143An der Nordspitze der Südinsel treffen zwei Arten des Kontinentaldrifts aufeinander und haben für das aktuelle Ereignis gesorgt. Die Südinsel und die „Southern Alps“ sind durch das Aneinanderreiben der Australischen und Pazifischen Platte entstanden. Im Norden der Südinsel jedoch wird die Pazifische Platte unter die Australische geschoben. Diese unterschiedlich agierenden Kräfte haben sich nun entsprechend entladen.

Erschreckend für uns Otto-Normalverbraucher, aber von ungemeinem Interesse für die wissenschaftliche Gemeinde.

Und was natürlich auch niemand vorhersehen konnte, dass dieses Beben eine noch nie vorher beobachtete Vorgehensweise präsentieren würde: an mehreren Verwerfungslinien (‚fault‘, sechs, siehe Karte) brachen die Kanten der Kontinentalplatten ab und verursachten zwei individuelle Beben. So dicht hintereinander, dass in Wellington und der Wairarapa zum Beispiel, es sich wie ein einziges langes Beben anfühlte.

sea-bed-kaikouraNäher am Epizentrum gelegen, hat sich die Landschaft entlang der Kaikoura Küste drastisch verändert, indem der Meeresboden sich um gut 2m gehoben hat. Die ökologischen Ausmasse dieses Ereignisses können nicht ansatzweise erfasst werden und müssen nun in den nächsten Monaten genauestens beobachtet werden.

Ende gut, Alles gut

Dies hört sich alles sehr erschreckend an, aber ich möchte nochmal betonen, dass wir Glück im Unglück gehabt haben und nun die Möglichkeit haben, uns und unsere Städte und Gemeinden aufgrund der neuen Daten besser auf die Zukunft vorbereiten zu können. Ausserdem ziehen nicht nur Neuseeländer wichtige Konsequenzen aus diesem Beben, auch die internationale Gemeinde entlang des ‚pacific ring of fire‘ profitiert von unseren Erkenntnissen, die im Endeffekt darauf hinauslaufen Menschenleben zu schützen.

Autorin: Petra Alsbach-Stevens

 

Read Full Post »

Older Posts »

%d Bloggern gefällt das: