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Kulinarische Delikatesse aus Neuseeland

Neuseeländisches Rotwild in einem deutschen Supermarkt zu finden, ist gar nicht so außergewöhnlich, denn die profitable Rotwild-Industrie hatte ihren Ursprung in Neuseeland. Das erste Rotwild wurde 1854 als Jagdwild aus England und Schottland nach Neuseeland eingeführt und in den südlichen Alpen und deren Vorgebirgen Ende des 19. Jahrhunderts ausgesetzt. Das freigelassene Wild vermehrte sich dort unter idealen klimatischen Bedingungen schnell.

Mitte des 20. Jahrhundert wurden die negativen Auswirkungen der großenRotwild-Populationen auf die neuseeländische Artenvielfalt und die heimischen Wälder offensichtlich. Das Wild wurde zu einer regelrechten Plage, fraß die Triebe einheimischer Pflanzen ab. Gleichzeitig wurde das Rotwild auf weitläufigen Ländereien zum Nahrungskonkurrenten für Farmtiere wie Schafe und Rinder. In den 20er Jahren wurden Rehe schließlich zur Jagd freigegeben.

Als Farmland hatte Neuseeland jedoch genügend Erfahrung und schlichtweg genügend Platz, um mit der kontrollierten Zucht des Rotwildes zu beginnen. So wurde Anfang 1960 die einstige Plage schließlich durch findige Kiwis in ein gewinnbringendes Exportgut verwandelt. Neue Absatzmärkte konnten etabliertwerden und in den 70er Jahren entstanden die ersten eingezäunten Rotwild-Gehege im Farmbetrieb. Seither werden Rehe, neben Schafen und Rindern auf große Farmen, den so genannten „Stations“ gehalten.

Heute existieren etwa 3000 Rotwild-Farmen, die sich über die gebirgigen Regionen Neuseelands verteilen und eine Gesamtanzahl von etwa 1,2 MillionenTieren hervorbringen. Die Rehzucht wird 365 Tage pro Jahr im Freien betrieben.

Neuseelands Export an Fleisch aus heimischer Rotwild-Zucht wuchs über die Jahrzehnte, heute werden rund 15.000 Tonnen des gesunden Qualitäts-Produktes pro Jahr ausgeführt. Diese Menge macht die Hälfte der weltweiten Rehfleisch-Produktion aus. Die Absatzmärkte liegen vorwiegend in Westeuropa und Skandinavien,  Deutschland ist hierbei jedoch der größte Abnehmer. Die neuseeländische Rotwild-Industrie ist heute somit nicht nur die größte weltweit, sondern auch die Fortschrittlichste.

Bei unserer Farm-Tour auf der Naturwunder Reise zeigen wir den Sidetracks-Teilnehmern, wie Graham und Judy ihre Tiere nahe Te Anau in Southland halten.

Gesundes Fleisch vom schönsten Ende der Welt – wer einmal live erlebt hat, wie die Tiere hier gefarmt werden, wird beim nächsten Kauf sicherlich mit gutem Gewissen auswählen. Übrigens, in Neuseeland heißt das Fleisch des Rotwildes auf der Speisekarte „Venison“.

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