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Kribbelkrabbel Fakten aus der Natur

Die wenigsten Menschen können sich vorstellen, aus Jux und Dollerei sich des Nachts auf die Suche nach den grössten Spinnen in Neuselands zu machen. Aber Colin Miskelly von dem Department of Conservation konnte sich nichts Besseres vorstellen, als während seines Aufenthaltes auf Rangatira Island (in der Nähe der Chatham Islands) Nachts unterwegs zu sein.

Während die meisten Besucher auf Rangatira Island nach seltenen Vögeln Ausschau halten, wissen die wenigsten, dass die Insel eine der letzten Zufluchtsorte für die Rangatira Spinne ist.  Wie Colin zu berichten weiss, hat diese Tatsache sogar so manchen Besucher abgeschreckt!

Die Rangatira Spinne….

… ist eine der grössten und seltensten Spinnen in Neuseeland aus der Familie der Raubspinnen. Während viele Spinnen mit Seide und Netzen ihre Beute fangen, geht die Rangatira Spinne auf Jagd und ergreift ihre Beute, meistens und vorzugsweise Wetas!

In dem Blog auf der DoC Seite beschreibt Colin Miskelly nicht nur diese Spinnenart, sondern auch viele andere endemische Bewohner der Insel. Und beim Durchlesen habe ich noch etwas Interessantes entdeckt: sowohl die Spinnen als auch die endemische Stabheuschrecke teilen ein Detail. Ihre Namen beinhalten einen sehr deutsch-klingenden Namen: schauinslandi.

Deutscher Forscher in Neuseeland

Weitere Lektüre des Artikel offenbart die Herkunft des Namens: Hugo Schauinsland war ein Naturforscher, der in 1897 eine Forschungsreise in den Südpazifik unternahm und einige neue Arten entdeckte, die nach ihm benannt wurden. Leider werden in dem Wiki Artikel über ihn nicht die neuseeländischen erwähnt, deshalb hole ich dies hier nach: Dolomedes schauinslandi (Rangatira spider) und Argosarchus schauinslandi (Unterart der Stabheuschrecke).

Autorin: Petra Alsbach-Stevens

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Aktuelle Lage für Keas

In dem neuesten Bericht der Bird Life International Organisation gibt es gute und schlechte Nachrichten für den Stand der Dinge für die einheimischen Vögel.

Die schlechten betreffen leider die frechen und charaktervollen Keas: in den letzten Jahren ist ihre Anzahl weiter derart gesunken, dass sie nun als „vom Aussterben bedroht“ klassifiziert worden sind. Bisher waren sie „nur“ gefährdet, aber mehrere Faktoren haben zur Reklassifizierung geführt. Weiterhin werden ihre Nester und Jungvögel von den eingeführten Schädlingen wie Ratten, verwilderten Katzen, Wieseln und Hermelinen zerstört. Diese Schädlinge  könnten zwar mit gross angelegten Ausrottungsaktionen aus der Luft (durch Verteilung von Giftköder) ein bisschen besser unter Kontrolle gebracht werden, wenn die Keas in den populären Regionen sich nicht so daran gewöhnt hätten, von Menschen gefüttert zu werden. Dadurch sind sie eher geneigt, auch die rumliegenden Giftköder zu essen. In isolierten Regionen, wo diese Gewohnheit sich nicht entwickeln konnte, besteht nun die Chance, durch Schädlingsbekämpfung den Bestand dort zu verbessern.

Gute Nachrichten für Kiwis

Denn, wie die guten Nachrichten der Organisation zeigen, diese Art des Schutzes für zwei Kiwiarten Erfolg gehabt hat.

Sie beschreiben, wie nach 30 Jahren intensiver Zusammenarbeit von speziell gegründeten gemeinnützigen Gruppen, staatlicher Interventionen und intensiver Öffentlichkeitsarbeit endlich der Okaritokiwi und der Nördliche Streifenkiwi nicht mehr vom Aussterben bedroht sind, sondern „nur“ noch gefährdet.

Bird Life International erwähnt den Erfolg der Kombination von pro-aktiven Programmen, wie das Sammeln der Eier und Ausbrüten in geschützten und kontrollierten Nestern (Operation Nest Egg), intensive Ausrottung der Schädlinge durch Fallen und Gift, Erschaffen von grossen Schutzräumen auf Inseln und Landzungen und grossangelegten Kampagnen, wie die allgemeine Bevölkerung den Bestand schützen kann ( Hunde an Leine, Katzen über Nacht im Haus halten).

Wie wir schon in letzten Jahr berichteten, will Neuseeland bis 2050 schädlingsfrei sein. Der Bericht von Bird Life International dokumentiert den Erfolg der bisherigen Aktionen und ist Rechtfertigung für weitere Investionen und Aktionen in dieser Richtung.

Da kann ich (Petra) persönlich nur sagen „Weiter so!“, so dass wir weiterhin die einzigartige Tierwelt Neuseelands erleben und geniessen können.

Autorin: Petra Alsbach-Stevens

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Die persönliche Seite des Tierschutzes

Die Existenz des Königsalbatros ist nach neuesten Zählungen zwar nicht mehr extrem gefährdet, aber bestimmte Fischereimethoden (z.B.Langleinen) stellen noch immer eine grosse Bedrohung für diese majestätischen Vögel dar. Daher ist Öffentlichkeitsarbeit und Aufklärung weiterhin wichtig. Unter anderem geschieht dies mit einer Webkamera die am Taiaroa Head – in der Nähe von Dunedin – in einer Brutkolonie aufgestellt wurde. Täglich konnte man beobachten, wie die Paare sich sorgsam um ihr Eier und dann ihre Küken kümmerten.

Eines dieser Küken wurde im Juli Tūmanako genannt und die neuesten Nachrichten berichten, dass er sich Ende September nun auf seine grosse Weltreise gemacht hat. Für die nächsten 4-6 Jahre wird Tūmanako die Gewässer der Subantarktik und rund um Neuseeland überfliegen, bevor er zurückkehrt, um einen Partner zu finden und seine eigenen Küken grosszuziehen.

Mit Hilfe dieser Webkamera konnte das bisherige Leben von Tūmanako gefilmt werden und in dem folgenden kurzen Video können die Höhepunkte genossen werden.

Nicht nur bekommen wir so einen detaillierten und sicheren Einblick in die Kinderstube dieser Tiere, die Eltern haben sich eine beispielslos schöne Aussicht für ihr Nest ausgewählt, die wir so ebenfalls geniessen können.

Autorin: Petra Alsbach-Stevens

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Frecher Kea kann nach Hause

Keas sind berühmt berüchtigt für ihre Intelligenz und Neugierde. Dies können die Ärzte und Pfleger in der neuen Wildtierklinik Wildbase Recovery aus eigener Erfahrung bestätigen.

Ende Dezember des letzten Jahres war ein verletzter Kea in Fjordland in der Nähe des Lake Manapouri gefunden worden und nach Palmerston North geflogen worden. Nach zwei Operationen, einem Heilmonat für die Knochen und zwei weiteren Monaten für Physiotherapie, wurde Mitte April dieser freche Kerl wieder an seinen Fundort zurückgebracht. Obwohl die Pfleger doch immer sehr begeistert sind von ihren Schützlingen, hatte dieser zuviel Energie und Intelligenz: schnell hatte er raus wie er seinen Käfig von innen öffnen konnte und viel Schabernack in den Räumen getrieben. Zum Glück war die Klinik noch nicht im Vollbetrieb, da konnten alle das eine oder andere Auge mal zudrücken.  Wie dem auch sei, es ging ihm so gut, dass er einen Flug von Air New Zealand spendiert bekam, von Palmerston North nach Queenstown. Nach einer kurzen Autofahrt brachte ihn dann ein Boot, gefördert von Meridian Energy, zurück an den ursprünglichen Fundort in einer Seitenbucht des Lake Manapouri.

Wildtierschutz

Die medizinische Betreuung von einheimischen Arten ist ein Aspekt des aktiven Tierschutzes hier in Neuseeland und am Anfang des Jahres wurde die erste und einzige Wildtierklinik in Neuseeland in Palmerston North eröffnet, Wildbase Recovery.

Bisher sind verletzte oder pflegebedürftige Tiere in der veterinärischen Klinik der Massey Universität oder von privaten Tierärzten behandelt worden. Aber die allgemeine Ausstattung der Uni gab nicht die Möglichkeit, artenspezifische Bedürfnisse zu berücksichtigen, die eine stressfreie Behandlung ermöglichen.

In der neuen Klinik gibt es viele verschiedene Räume, die den individuellen Bedürfnissen der Tier angepasst werden können. So brauchen Pinguine zum Beispiel kühlere Temperaturen und einen rutschfesten Boden, sprich mit festen Gummimatten ausgelegte Räume. Kiwis und Keas dagegen brauchen eine gewisse Menge an Vegetation, um sich sicher zu fühlen. Und Reptilien brauchen kleine Räume, deren Temperatur effizient reguliert werden kann. Zusätzlich gibt es Brutkästen, in denen Jungtiere oder traumatisierte Tiere stabilisiert werden können. Das Prunkstück der ganzen Anlage ist im Operationssaal zu finden: Kameras über dem Operationstisch. So können zahlreiche Studenten die Operationen mitverfolgen, ohne den Arzt bei der Behandlung zu behindern!

Der nächste Schritt ist der Bau des recovery centre, in dem die Patienten sich erholen können und gleichzeitig von Besuchern gesehen werden können. So soll auf anschauliche und diskrete Art der Heilungsprozess und die Wiederintegration erläutert werden. Dies wiederum soll das Bewusstsein und die Verantwortung für alle Tiere stärken und ein Bindung schaffen zwischen den individuellen Tiere und ihren Verwandten in der Natur und der allgemeinen Bevölkerung, die die Schutzmassnahmen durch Spenden und Steuern unterstützen muss.

Autorin: Petra Alsbach-Stevens

 

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Geburtstagskind, Weltstar und verschollen im Busch

An sich sollte der 23. März ein besonderer Feiertag für den Kakapo Recovery Trust werden: der zwanzigste “Geburtstag” – oder eher Schlüpftag – von Sirocco, dem weltberühmten Sonderbotschafter der Stiftung. Aber leider ist er nicht aufzufinden und kann deshalb die Geburtstagsglückwünsche aus aller Welt nicht entgegennehmen. Aber dies scheint die Beteiligten in der Stiftung nicht sonderlich zu beunruhigen: erstens ist es nun die Jahreszeit, in der die Papageien sich auf ihre Überwinterung vorbereiten und in ihre Verstecke verkriechen und zweitens ist es üblich, dass 5% der Radiosender, mit denen die Vögel versehen sind, kurzerhand den Geist aufgeben. Im Frühling, wenn alle wieder aus ihren Verstecken kommen und sich auf Partnersuche machen, hoffen die Pfleger, dass Sirocco sich wieder an der Station einfinden wird.

Ein einzigartiger Papagei

Wie in einem sehr nett geschriebenen Artikel –auf Englisch– beschrieben wurde, hatte Sirocco schon eine ungewöhnliche Jugend, für einen Papagei zumindestens. Als Kakapo ist er einer der seltensten Papageien der Welt und akut von der Ausrottung bedroht. Deshalb wurde er als Küken wegen einer Krankheit aus dem Nest genommen und von Hand aufgezogen. Dies war zwar erfolgreich, hatte aber als Nebenerscheinung seine Fixierung auf Menschen. Einerseits hat dies zu einem komischen Videoauftritt im Fernsehen und Internet geführt, andererseits bedeutet es, dass er kein Interesse an Damen der eigenen Spezies hat. Nicht gerade optimal. Aber die Betreuer haben schnell ein andere, ebenso wichtige Aufgabe für ihn gefunden: als Sonderbotschafter für seine Art und die Stiftung, die die Zucht-, Schutz- und Konservierungsmassnahmen koordiniert. So verbringt Sirocco einen Teil seiner Zeit damit, das Land zu bereisen und Tierschutz der Allgemeinheit nahe zu bringen. Und wer kann diesem kuschelig aussehenden Teddy-Papagei schon widerstehen?

Persönlichkeitskult

Und wie es sich für einen richtigen Star der Weltbühne gehört, hat Sirocco sein eigenes Twitter und Facebook Profil, wo man allerlei interessante Kommentare zu ihm persönlich und Neuseelands Natur und Tierwelt allgemein finden kann. Dort könnt Ihr Euch selber auf dem aktuellsten Stand der Dinge halten oder bei uns vorbeischauen!

Als nationales Kulturgut anerkannt, meinen wir, dass es relevant ist, Euch auf dem Laufenden der Konservierungsbemühungen zu halten. Wir schreiben gerne und oft, wie Ihr in den letzten Monaten selber lesen konntet und hoffen, Euch im Frühling wieder ein paar gute Nachrichten übermitteln zu können.

Autorin: Petra Alsbach-Stevens

 

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Das andere Ende der Welt

Zum Ende des Jahres wollen wir Euch mit ein paar lustigen Erkenntnisse zu Neuseeland ins neue Jahr schicken.

Für viele Besucher ist der Kulturschock nach Ankunft enorm: das Nebeneinander von europäischer  und pazifischer Lebensart, das leicht unverständliche Englisch (da zu schnell und zu sehr genuschelt wird) und vieles anderes. Gerade längerfristige Besucher können so manchen Unterschied nicht nur zur Heimat feststellen, in der Regel läuft es hier ganz anders ab als im Rest der Welt.pano_20161227_210307

Das hat man mir aber nicht vorher gesagt!

Wie oft im Leben ergeben sich Situationen, auf die man nicht ansatzweise vorbereitet wurde, bzw. vorbereitet sein kann, da man es erst selber erleben muss?

Und in diesem Sinne hat Megan Conway – aus Schottland und auf Welttour – eine 15 Punkte Liste zusammengestellt, die ihren Aufenthalt in Neuseeland charakterisierten. Hier möchten wir uns auf einige beschränken, wer sie gern alle lesen will, kann gerne ihren Originaleintrag lesen.

Freundlichkeit

Fangen wir mal mit der letzten Erkenntnis (auf ihrer Liste) an, meines Erachtens der wichtigsten: die Neuseeländer sind alle so freundlich und hilfsbereit! Ob man es mit neuen Nachbarn zu tun hat oder auf der Durchreise im Pub oder Café die Einheimischen trifft. In der Regel sind sie interessiert an deiner Geschichte, die Dich nach Neuseeland gebracht hat und haben viele Tipps parat.

Esskultur, Cafes und Kaffee

Das ganze Land kann guten Kaffee servieren, wobei natürlich die Hochburg des Genusses Wellington ist! Und die Café Besitzer scheinen in einem ständigen Wettbewerb miteinander zu sein, wer die originellsten und leckersten Kombinationen auf die Menukarte bringen kann. So manches Landcafe kann da eine Offenbarung sein.

Natur extrem

Hier werde ich gleich vier Punkte abhaken: sowohl die Landschaften, als auch die Tierwelt und das Wetter und die Naturgewalten zeigen sich von einer eindrucksvollen und einmaligen Seite.  Megan meint Queenstown ware der schönste Ort in Neuseeland, aber das können wir gerne zur Debatte stellen. hector-dolphinDie Tierwelt mit ihren einheimischen Vögeln und Insekten garantiert neue Eindrücke und der Wind, ja da kann man nur sagen, der hat’s in sich. Die berühmt berüchtigten Southerlies können sogar an Sommertagen einen zwingen den Pullover wieder rauszuholen. In der Antarktik sind die Temperaturunterschiede zwischen Sommer und Winter für uns Normalsterbliche nicht nachvollziehbar minimal. Kalt ist kalt! Und was die Erdbeben angeht, wir leben damit und sind vorbereitet und lassen uns davon nicht die Lust und Laune verderben.

Und vieles mehr…

..aber am besten kommt Ihr selber zu Besuch und lernt die feinen Eigenheiten selber kennen und schätzen.

Und damit wollen wir uns für dieses Jahr von Euch verabschieden. Wir hoffen, Ihr habt soviel Spass wie wir hier unten und wünschen Euch einen guten Rutsch ins Neue Jahr.

Mit vielen lieben Grüssen vom Sidetracks Team.

Autorin: Petra Alsbach-Stevens

 

 

 

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Mehr als nur Traumlandschaften

panoramic_mountain_view_from_the_routeburn_trackWie jeder weiss, ist Neuseeland berühmt für seine unendlichen und überwältigenden Landschaften. Für Besucher und Einwanderer sind die Landschaften handgreifliche Gründe, die auch noch in zahlreichen Fotos dokumentiert werden können. Aber warum wollen soviele Besucher immer wiederkommem oder gar hier bleiben?

Lebensqualität

Während jedes Jahr Neuseeland auf den Listen der UNO bezüglich Lebensqualität gut plaziert ist, macht die Lektüre dieser Listen es nicht unbedingt offensichtlicher warum Neuseeland so ein beliebtes Urlaubs- und Auswanderungsziel ist. Heute möchte ich anhand von drei Beispielen dies hoffentlich ein bisschen näher erläutern.

Aktive Gesellschaftsgestaltung

Neuseeland befindet sich in einem kontinuierlichen Prozess, die einheimische Bevölkerung mit der eingewanderten zu versöhnen und zu vereinen. Die dubiosen und zum Teil kriminellen Aktionen der Kolonialzeit sollen wieder gutgemacht werden. Dies geschieht durch Gesetzgebung, die nicht nur konfiszierte Landstriche den jeweiligen Sippen zurückgibt und Entschädigungen zahlt, sondern auch versucht, die Maori Weltanschauung in die Gesellschaftstruktur einzubauen.

Wie in jedem Staat und jeder Gesellschaft der Welt, gelingt dies manchmal besser, manchmal schlechter, und die Fälle in denen es nicht so gut klappt werden immer schnell publiziert und angeprangert. Aber, wichtig im Sinne dieses Artikels: die Mehrheit der Neuseeländer möchte in einer fairen Gesellschaft leben und sind bereit ihren Teil dazu beizutragen. In diesem Sinne sind die folgenden Beispiele als enorme Schritte vorwärts zu betrachten!

te-ureweraNatur ist eine reale Persönlichkeit

… im Sinne der Gesetzgebung.

In einem einzigartigen Beschluss wurde dieses Jahr der Umsetzungsprozess beendet und dem Te Urewera Nationalpark Personenrecht anerkannt. In 2014 wurde der Nationalpark als solcher abgeschafft und wurde eine Person im Sinne der Rechtsgebung und –sprechung. Und im Juli 2016 wurde es offiziell bekanntgemacht, dass Te Urewera von nun an eine Person ist und nur sich selber gehört. Die verschiedenen regionalen Institutionen vertreten nun weiterhin ‘seine’ Interessen und können als Stellvertreter gegen jemanden Klage erheben, wenn der Status oder der Erhalt des Parks bedroht werden sollte. Dies entspricht der Maori Weltansicht und wird hoffentlich einen nachhaltigen guten Effekt auf den Natur- und Artenschutz haben. Der Park wird weiterhin der Öffentlichkeit zugänglich sein, aber Aktivitäten, die die Ökologie des Parks beeinflussen, müssen nun ausdrücklich genehmigt werden.

Tierschutz und Empfindungsvermögen

flock_of_sheepSchon letztes Jahr wurde die Tierschutzgesetzgebung einschneidend ergänzt: die Gesetzgeber haben ausdrücklich festgestellt, dass Tiere empfindungsfähig sind, und dass es verboten ist, ihnen absichtlich oder willkürlich Schmerz oder Stress anzutun. Bisher wurde die Gesetzgebung eher als leitender Ratgeber gesehen, da Strafen bei Zuwiderhandlung nicht explizit formuliert waren. Dies ist nun auch verbessert worden. Es wird natürlich eine Weile dauern, bis sich die Vorstellungen der Gesetzgebung in der Realität umsetzen und die Einstellung einiger Menschen verändern. Aber auch dies zeigt – meines Erachtens zumindestens – dass die Mehrzahl der Menschen hier grundsätzlich jedem nur Gutes wünschen.

Kulturelle Identität

haka-recordUnd zu guter Letzt ein Ereignis aus meiner Wahlheimat, der Wairarapa Region bei Wellington. Im November hatten sich über 7000 Menschen – Schüler, Lehrer und Eltern – aus der ganzen Region koordiniert, um einen neuen Weltrekord aufzustellen: den umfangreichsten Haka vorzuführen. Der alte Rekord (27.9.2014) steht bei 4.028 Teilnehmern und wurde von Mazda France organisiert.

Zahlreiche Grund- und Sekundarschulen haben mit ihren Kindern an den Schulen geprobt und sich dann am 2.11.2016 in Masterton versammelt um es zu versuchen. Da die offiziellen Beobachter von Guiness World Record an dem Tag nicht dort sein konnten, musste alles auf genaueste dokumentiert und beglaubigt werden. Nun warten nicht nur die Organisatoren auf das Ergebnis, auch wir Eltern können es kaum erwarten, einen Weltrekordhalter in der Familie zu wissen!

Für mich als Einwanderin ist es eine enorm positive Erfahrung, an dieser Kultur teilhaben zu dürfen und zu wissen, dass meine Kinder in einer facettenreichen inklusiven Kultur gross werden.

Noch Fragen?

Dies ist natürlich nur eine kleine Auswahl an konkreten Beispielen, die das allgemeine Lebensgefühl hier definieren. Solltet Ihr noch weitere Fragen haben zu einem spezifischen Thema haben, bitte lasst es uns wissen.

 

Autorin: Petra Alsbach-Stevens

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