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Tuatara, die dreiäugige Brückenechse

In Neuseelands einzigartiger Fauna findet sich auch eine uralte Tierart, die kein Gefieder trägt, sondern ein Schuppenkleid und bereits vor 200 Millionen Jahren lebte. Überall auf der Welt ist die Tuatara, auch Brückenechse genannt, längst von der Bildfläche verschwunden, doch in Aotearoa, dem Land, das zuletzt von den Menschen entdeckt wurde, konnte sich die Echse bis heute in der Natur behaupten. Dieses prähistorische Reptil hat sich seit dem Zeitalter der Dinosaurier auch genetisch nicht mehr verändert und gehört zur Ordnung der „Sphenodontidae“, der ehemaligen Zeitgenossen der Dinosaurier. Deshalb wird das ungewöhnliche Tier auch als „Halbdinosaurier“ bezeichnet oder „lebendes Fossil“ genannt.

Die 50 bis 70 Zentimeter langen, etwa ein Kilogramm schweren und gräulichen Ur-Echsen mit einem Ventralkamm sind nicht nur das älteste Reptil der Welt, sondern können auch uralt werden: über 100 Jahre! Der zusätzlichen Schläfenbogen – die sogenannte „Brücke“ – verlieh der Brückenechse ihren Namen. Die eigentliche Besonderheit der Tuataras ist jedoch ihr spezielles Temperaturbedürfnis. Während ihre Artgenossen eine Körpertemperatur zwischen 25° und 40° Celsius bevorzugen, leben Brückenechsen bei wesentlich kühleren Temperaturen des neuseeländischen Klimas und werden erst bei 7°C lethargisch. So können die Fleischfresser im Gegensatz zu anderen wechselwarmen Reptilien auch bei niedrigen Temperaturen nachts und in der Dämmerung auf die Jagd nach Insekten, Eidechsen, Fröschen und gelegentlich auch Seevögeln gehen. Abhängig von geringer Temperatur und des damit verbundenen verlangsamten Herzschlages kann die Tuatara ihre Atmung auf einen Atemzug pro Stunde reduzieren.

Eine weitere Eigenheit der Brückenechse ist ihr besonderes Sinnesorgan, das so genannte Scheitelauge. Mit diesem dritten Auge, welches bei Jungtieren noch erkennbar ist, können die Tiere nur Helligkeit wahrnehmen und Forscher vermuten, dass es zur Regulierung des Wärmehaushaltes dient.

Die urzeitlichen Kreaturen wurden jedoch wie viele endemische Tierarten in Neuseeland durch vom Menschen eingeführte Feinde wie Hunde, Katzen Ratten und Possums weitgehend verdrängt. Heute leben die Urtiere nur noch auf etwa 30 kleinen Inseln in der Cook  Straight und entlang der nordwestlichen Küste der Nordinsel. Jedoch muss man nicht zwingend auf eine der entlegenen Reservats-Inseln fahren, um einen Blick auf die Tuatara werfen zu können. Etwa 100 Exemplare leben in Wildlife-Parks in Neuseeland und können dort genau von den Besuchern inspiziert werden.

Teilnehmer unserer Reisen haben eine gute Chance Tuataras ‚live’ zu sehen. Auf der Reise Naturwunder Neuseeland ist ein Abstecher in den Otorohanga Kiwipark möglich. Dort leben sowohl hinter Glas als auch in Freigehegen einige Exemplare der Brückenechse.

Auf unserer Reise Schätze des Südens halten  wir  auch in Invercargill und werden im Museum Neuseelands ältesten Einwohner kennenlernen. Dort lebt Henry, eine über 100 Jahre alte Tuatara-Echse. Mit 111 Jahren wurde er zum ersten Mal Vater und trägt seither einen wichtigen Teil zur Nachzucht der vom Aussterben bedrohten Echsen bei. Tuataras können bis zu 250 Jahre alt werden. Ein lustiges Video über Henry, könnt Ihr Euch hier ansehen.

credit: Zealandia

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