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Mythen und Sagen aus Fjordland

In 1910 wurden Holzkisten mit einer sonderbaren Fracht an der Supper Cove am Ende des Dusky Sounds in Fjordland abgeladen. Sie hatten einen langen Weg von Kanada hinter sich und der Grund war schon kurios: der damalige Premierminister Sir Joseph Ward hatte bei seinem Kollegen in Kanada nachgefragt, ob sie ihm einige zuchtfähige Elche schicken könnten, denn die damalige Regierung wollte Neuseeland in das grösste Wildgehege der Welt verwandeln. Heutzutage wissen wir wie gefährlich es sein kann, Tiere und Pflanzen aus anderen Klimazonen zu importieren, aber damals gab es diese Bedenken nicht.

Und so wurden an einem dämmerigen Abend die zehn jungen Elche – sechs Elchkühe und vier –hirsche – an dem Strand der Supper Cove ihrem Schicksal ausgesetzt, in der Hoffnung sie würden überleben und sich fortpflanzen. Jahrzehnte später sind sie der Stoff für Legenden, da nach einigen erfolgreichen Jagden in den 1950er Jahre, sie seitdem nicht mehr zuverlässig gesichtet worden sind. Es gab – und gibt – einige Individuen die wahrlich von diesen Tieren besessen sind und sie nun nicht mehr mit Gewehren, sondern Kameras jagen wollen.

Ken Tustin ist einer von diesen, ein Biologe, der seit dreissig Jahren versucht diese Tiere aufzufinden. Zunächst im Auftrag seines damaligen Arbeitgebers, dem Forestry Service, installierte er primitive Kameras die von Autobatterien betrieben wurden, an zahlreichen Bäumen im Busch. Abgesehen von ein paar verschwommenen Fotos konnte er aber keinen Erfolg verbuchen und hat deshalb Ende des letzten Jahres die Kameras wieder abgenommen. Nicht für immer, wie er selber sagt, aber mit seinen 72 Jahren wird es auch nicht leichter, tagelang durch den Busch zu trekken, mit schwerem Gepäck, Verpflegung und den Kameras auf dem Rücken.

Er und zahlreiche andere machen sich Jahr für Jahr auf den Weg, um die Spurensuche zu beenden. Es gibt inzwischen zahlreiche andere Belege, wie gentisch getesteter Elchdung, aber die Krönung wären halt Fotos. Obwohl es auch eine andere Meinung gibt, dass es wäre besser für die Tiere weiterhin in Obskurität zu leben, als der Jagdlust von Trophäenjägern zum Opfer zu fallen. Elche sind zwar nicht so selten wie das Loch Ness Monster, aber der Gedanke an einem nebeligen Tag einen Elch aus dem Busch treten zu sehen, finde ich faszinierend!

Bei Stuff kann in zwei Artikeln dazu mehr gelesen werden und auf der Webseite einer der Suchenden gibt es sehr detaillierte Beschreibungen seiner Expeditionen und Entdeckungen.

Viel Spass beim Lesen und haltet Augen und Nase offen bei Euren Touren durch Fjordland.

Autorin: Petra Alsbach-Stevens

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In Harmonie mit der Natur

Auf unserer Nordinsel Abenteuerreise kommen wir auch durch Whangarei. Die Wanderungen durch die Halbinsel Bream Head offenbaren uns die Schönheit der Strände und Wälder dieser Gegend. Ganz in der Nähe ist Tahi gelegen, eine ehemalige Rinderfarm, die vor 11 Jahren von dem führenden Ödlandkultivierer John Craig übernommen und in Zusammenarbeit mit anderen Kollegen in ein ökologisches Paradies verwandelt wurde.

Ferienort Tahi

Die Naturschützer möchten mit diesem Projekt zeigen, dass es möglich ist, mit nachhaltigen Methoden die Landschaft und ihr Kulturgut zu verbessern und kommerziell attraktiv zu machen. Bisherige Methoden und Farmpraktiken haben einen derartig negativen Effekt auf den Naturhaushalt gehabt, der nicht nur den Erhalt von Pflanzen und Tieren bedroht, sondern auch die Kultur Neuseelands zu zerstören droht.

Die Gesetzgebung in den vergangenen Jahren hat einen Wandel begonnen, in dem Nationalparks und Flüssen Identität und Schutzanspruch zugesprochen werden. Damit sind Menschen, die an diesen Orten leben nicht mehr Nutzniesser, sondern Hüter und Vormunde.

Diese Einstellung ist ein grosser Teil der Philosophie der Betreiber von Tahi und wird festgehalten in den 4C’s ihres Leitspruches: „strive to achieve the highest standards in sustainability by balancing Conservation, Community, Culture and Commerce – the 4Cs.“

Auf Deutsch gesagt, sie bemühen sich, die höchsten Ansprüche in Nachhaltigkeit zu erreichen, in dem Naturschutz, Gemeinschaft, Kulturerbe und Kommerz in einem Gleichgewicht exitieren.

Von Ödland zu prachtvoller Vielfalt

In den letzten 11 Jahren haben John, seine Familie und Kollegen mit riesigen Anstrengungen abertausende von einheimischen Bäumen und Büschen gepflanzt, Feuchtbiotope regeneriert und dabei die Zunahme von einheimischen Vögeln beobachten können. Auf ihrer Webseite beschreiben sie relativ detailliert, was sie in den verschiedenen Teilen der Farm gemacht haben und wie sich dies auf das ökologische Gleichgewicht ausgewirkt hatte. Die Finanzierung durch den Verkauf des eigenen Honigs und Anbieten von Selbstversorger Unterkünften scheint auch gut zu funktionieren. Und zwar so gut, dass sie letztens von der UN für ihre Bemühungen und Erfolge gelobt wurden. Wer gerne Honig als Mitbringsel kaufen will, könnte dies hier tun, in dem Wissen auch die Natur und Kultur damit zu unterstützen!

Autorin: Petra Alsbach-Stevens

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Attraktionen zu Land und zu Wasser

Die neuseeländische Tierwelt sowohl auf Land wie zu Wasser hat zahlreiche Attraktionen, die von unseren Besuchern auf unseren Touren entdeckt werden können. Zu Land sind dies die zahlreichen und einmaligen Vogelarten und zu Wasser – zusätzlich zu den Wasservögeln – auch Delfine und die unterschiedlichsten Walarten.

Man könnte meinen die evolutionäre Entwicklung der Wale und deren Spezialisierungen sei ausreichend erforscht, aber in dem neuesten Artikel vom National Geographic erfahren wir, dass dies nicht der Fall ist.

Prähistorische Walfunde analysiert

Am Beispiel eines Fossilienfundes im Hakataramea Valley in South Canterbury in 1988 wird erläutert, dass eine wichtige Entwicklung stattfand in der Spezialisierung der Fangmethode der Wale. Diese Spezialisierung wird deutlich im Gebiss der Tiere: die einen haben Zähne, die anderen nicht. Und die zahnlosen Bartenwale haben sich weiter spezialisiert in zwei Gruppen, die sehr spezifische Fangmethoden anwenden. Aber bisher wusste man nicht genauer wann diese ersten Unterschiede hervortraten und sich etablierten.

Vor dreissig Jahren hatte Ewan Fordyce ein Forschungsstipendium von der National Geographic Society bekommen, um nach Walfossilien in Neuseeland zu suchen. In den letzten Jahren hat er zahlreiche Fossilien finden und klassifizieren können.

Die genauere Untersuchung des Fossils von 1988 durch Cheng-Hsiu Tsai im Rahmen seiner Doktorarbeit hat nun ergeben, dass Toipahautea waitaki ungefähr 27.5 Millionen Jahre alt ist und ganz am Anfang der Spezialisierung der Bartenwale steht.

Toipahautea waitaki hat angeblich unterschiedliche Fangmethoden angewendet und ist damit der erste gemeinsame Vorfahr dieser beiden Untergruppen. Die Forscher suchen und untersuchen unverdrossen weiter und glauben, dass sie noch zahlreiche Fossilien finden werden, die ihre Untersuchungen bestätigen und den historischen Kontext bestärken werden.

Autorin: Petra Alsbach-Stevens

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Kribbelkrabbel Fakten aus der Natur

Die wenigsten Menschen können sich vorstellen, aus Jux und Dollerei sich des Nachts auf die Suche nach den grössten Spinnen in Neuselands zu machen. Aber Colin Miskelly von dem Department of Conservation konnte sich nichts Besseres vorstellen, als während seines Aufenthaltes auf Rangatira Island (in der Nähe der Chatham Islands) Nachts unterwegs zu sein.

Während die meisten Besucher auf Rangatira Island nach seltenen Vögeln Ausschau halten, wissen die wenigsten, dass die Insel eine der letzten Zufluchtsorte für die Rangatira Spinne ist.  Wie Colin zu berichten weiss, hat diese Tatsache sogar so manchen Besucher abgeschreckt!

Die Rangatira Spinne….

… ist eine der grössten und seltensten Spinnen in Neuseeland aus der Familie der Raubspinnen. Während viele Spinnen mit Seide und Netzen ihre Beute fangen, geht die Rangatira Spinne auf Jagd und ergreift ihre Beute, meistens und vorzugsweise Wetas!

In dem Blog auf der DoC Seite beschreibt Colin Miskelly nicht nur diese Spinnenart, sondern auch viele andere endemische Bewohner der Insel. Und beim Durchlesen habe ich noch etwas Interessantes entdeckt: sowohl die Spinnen als auch die endemische Stabheuschrecke teilen ein Detail. Ihre Namen beinhalten einen sehr deutsch-klingenden Namen: schauinslandi.

Deutscher Forscher in Neuseeland

Weitere Lektüre des Artikel offenbart die Herkunft des Namens: Hugo Schauinsland war ein Naturforscher, der in 1897 eine Forschungsreise in den Südpazifik unternahm und einige neue Arten entdeckte, die nach ihm benannt wurden. Leider werden in dem Wiki Artikel über ihn nicht die neuseeländischen erwähnt, deshalb hole ich dies hier nach: Dolomedes schauinslandi (Rangatira spider) und Argosarchus schauinslandi (Unterart der Stabheuschrecke).

Autorin: Petra Alsbach-Stevens

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Sirocco in aller Munde und Herzen

Diese Woche hat Sirocco seinen 21sten Geburtstag gefeiert. Er und seine Betreuer haben dies zum Anlass genommen, eine ganze Woche lang ihn zu feiern und das Kakapo Recovery Projekt zu fördern. Die Woche über haben sie die eintrudelnden Glückwünsche auf Facebook veröffentlicht und kleine Geschichten aus seinem Leben erzählt.

Auf nette Weise wird so nicht nur ein Geburtstag gefeiert, sondern auch eine internationale Gemeinschaft, die die Umwelt und seine Tiere schützen und fördern möchten. Diese Gemeinschaft besteht nicht nur aus berühmten Bekanntschaften, wie mit dem britischen Schauspieler Stephen Fry, sondern aus vielen Individuen, die ihn entweder hier in Neuseeland persönlich kennengelernt haben oder über die internationale Presse an seinem Leben teilnehmen.

Am Freitag war dann sein Schlüpftag und er wünscht sich nicht mehr als ein paar gesunde Leckereien und Spenden für das Projekt.

Alles Gute auch von uns und dass Sirocco noch viele Jahre der Botschafter für Kakapos und Neuseelands Vogelwelt sein wird!

Autorin: Petra Alsbach-Stevens

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Familiengeschichte im Park

Die Zeit verfliegt so schnell, wir kennen dies nur allzu gut, wenn wir sehen wie die eigenen Kinder oder Nichten und Neffen älter werden und durch’s Leben sausen. Dies trifft natürlich auch auf Pflegekinder zu, menschlicher und tierischer Art. Spezielle Ereignisse und Momente sind dann oft Anlass, über Familie und deren Wandel im Laufe der Zeit zu reflektieren.

Deshalb war für die Betreiber des Parks Zealandia in Wellington der Tod einer ihrer ersten Zöglinge ein Moment des Innehaltens und Reflektierens.

Kaka Zucht

In der ersten Märzwoche war Polyanna verstorben. Sie war eine der ersten beiden Kakas, die in Zealandia im Januar 2003 ausgebrütet worden waren. Im Laufe der nächsten 15 Jahre hatte Polyanna ihre ‚Männer‘ deart gut trainiert, dass sie 48 Küken selber grossziehen konnte. Dass heisst 48 von denen das Zealandia Team Bescheid weiss; wer weiss, ob es nicht noch mehr waren!

Auf der Facebook Seite von Alfie The Kaka werden ein paar nette Anekdoten über Polyanna erzählt. Unter anderem habe ich da erfahren, dass sie die Grossmutter der Kakadashians war, die für eine Weile die Öffentlichkeit mit ihren täglichen Updates unterhielten.

Das Team ist natürlich traurig, aber ihre Kinder und Enkel werden ihr Erbe aufrechterhalten und die Besucher sich an deren Aktivitäten erfreuen.

Autorin: Petra Alsbach-Stevens

 

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NZ Natur Filme

Nicht nur die zahlreichen Besucher Neuseelands geniessen die heimische Natur, auch die Einheimischen sind von ihrer Heimat begeistert. Wie zu erwarten, wurde dies nicht nur in zahlreichen Familienvideos, sondern auch in Dokumentarfilmen verewigt.  Über die vergangenen Jahrzehnte hat sich so eine Menge an Material in den Archiven der verschiedenen Rundfunkanstalten angesammelt.

Nun hat NZ on Screen angefangen, sie auch zu archivieren und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. NZ on Screen hat es sich zur Aufgabe gemacht, alle Produktionen für Neuseeland, in Neuseeland und über Neuseeland zu archivieren und all Aspekte der neuseeländischen Kultur zu bewahren. Da sind die Naturfilme nur ein kleiner Teil des Archivs und hier zu finden.

Mit ein bisschen Geduld kann wahrscheinlich jeder sein neuseeländisches Lieblingstier oder -Ort finden und mehr dazu aus neuseeländischer Perspektive kennenlernen. In dem Film  „Hidden Places: Okarito“ von 1978 zum Beispiel wird das Ökosystem in und um Okarito und seine Bewohner sehr detailiert vorgestellt.

Und nun hätte ich eine Bitte: dies ist eine neuseeländische Webseite und ich kann mir all diese Videos in Ruhe Zuhause anschauen. Ich hoffe, unsere Freunde in Deutschland können auch einen kleinen Einblick in die neuseeländische Fernsehkultur werfen. Sollte dies nicht möglich sein, lasst es mich bitte wissen!

Autorin: Petra Alsbach-Stevens

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