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Kraken in Wellington

Neuseeland hat so schon seine eigene Anzahl an skurrilen und einzigartigen Lebensformen. Aber selbst hier können bestimmte Tiere wie zum Beispiel ein Riesenkalmar in der Regel nur im Te Papa Museum bestaunt werden. Da ist es dann schon eine nationale und internationale Nachricht wert, wenn so ein Tier an einem lokalen Strand angespült wurde. So geschehen letzte Woche. Eine Gruppe von Freunden – die einer örtlichen Tauch- und Unterwasserjagdgruppe angehören – hatten den Kadaver am Strand gefunden und fotografiert. Ausserdem hatten sie NIWA benachrichtigt, die dann das Tier für Forschungszwecke einsammelten. Das hört sich leichter gesagt, bzw geschrieben an als es dann letzendlich war. Diese Tiere sind zwei- bis dreimal so lang wie ein Mensch und mit ihren vielen Tentakeln nicht leicht zu verpacken. Aber, wo ein Wille ist auch Weg, und nun versuchen Forscher unter anderem festzustellen, was die Todesursache war, wie alt das Tier war und zahlreiches mehr.

Und, wie die Nachrichtensuche hervorbringt, wurde anscheinend am nächsten Tag an einem anderen Strand in der Wellington Region ein weiterer Riesenkalmar gefunden. Nicht so gross wie der erste, aber trotzdem. Da kann man sich schon fragen, ob dies saisonal bedingt ist oder nicht. Ein weiterer Grund für die Forscher, soviel wie möglich herauszufinden.

Riesenkalmare halten sich wegen ihrer Grösse in Tiefen von 300 bis angeblich 1000m unterm Meerespiegel auf. Daher konnten sie bisher nur selten untersucht werden. In der Regel wurden sie in Walmägen gefunden, aber mit der Entwicklung der Tiefseefischerei werden nun öfters Exemplare gefangen und leider getötet. Je mehr wir über diese Tiere lernen können, umso besser können sie auch hoffentlich geschützt werden. Es wäre schade, diese sagenumwobenen Giganten der See aus Unwissenheit zu verlieren.

Autorin: Petra Alsbach-Stevens

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Neujahr in Neuseeland

Vor kurzem hatten wir endlich die Winterwende (21. Juni) und seit Ende Juni wurde deshalb landauf und landab mit verschiedensten Aktivitäten das maorische Neujahr matariki‘ gefeiert, welches hier auf der südlichen Erdkugel den Anfang eines neuen agronomischen Jahres markiert. Der Höhepunkt dieser Feierlichkeiten sollte am Sonntag dem 8.7.18 ein erstmaliges Feuerwerk im Hafen von Wellington sein, aber die Natur hatte was anderes vor.

Wichtiger Besuch schaut vorbei

Am Dienstag der vergangenen Woche wurde ein Südkaper, oder südlicher Glattwal, im Hafen entdeckt! Wer je auf einer Tour Wale sehen konnte, kann die Aufregung verstehen, die auf einmal die ganze Stadt ergriff. Innerhalb kürzester Zeit entstanden entlang der gewundenen Küste Wellingtons Verkehrsstaus sobald der Wal seine eindrucksvollen Sprünge aus dem Wasser machte. Um die ganzen visuellen Eindrücke zentral zu sammeln, wurde sogar eine Facebookseite gestartet, wo jeder seine Fotos und Videos hochladen konnte.

Kurzerhand wurde der Wal von der breiten Öffentlichkeit Matariki getauft, da er als gutes Omen dieser Periode gesehen wird. Ein Vertreter des örtlichen iwi kommentierte, dies sei zwar nicht nötig, aber dadurch wurde ein persönlicher Bezug geschaffen, der den Schutz dieser Kreatur umso leichter machte. Denn wie so oft, wollten immer ein paar Leute näher ran, als von den Rangers von DoC empfehlen wurde. Und tatsächlich ist illegal zu nahe an diese Tiere zu kommen. Dass führte unter anderem zu einer interessanten Situation als eine Fähre nicht andocken konnte, da der Wal sich gerade vor dem Terminal rumtümmelte. Aber nach einiger Zeit – während die Fähre Kreise im Wasser schwamm – wurde es ihm/ihr wohl langweilig und er/sie machte Platz.

Wissenschaftliches Interesse

Bisher sind die Experten von DoC sich nicht im Klaren, ob es sich um ein Männchen oder Weibchen handelt. Sie hatten versucht, den Gesang aufzunehmen, da die Männchen ein ganz spezifisches Geräusch machen, konnten aber aufgrund des zu lauten Hintergrundlärms nicht schlüssig werden. Zusätzlich hatten sie eine Gewebeprobe entnommen; die wird momentan analysiert und in ein paar Wochen wissen wir mit Sicherheit, ob ein Herr oder eine Dame hier zu Besuch waren.

In den letzten Tagen wurde der Wal vor der Südküste Wellingtons gesichtet, ausserhalb des Hafens und deshalb kann das Feuerwerk zu Ehren Matarikis an diesem Sonntag stattfinden.

Was für ein atemberaubender Einstieg in den Frühling!

Kurzer Hinweis zu den Fotos, sie sind alle der Facebookseite entnommen, leider sind nicht alle Fotografen vermerkt worden.

Autorin: Petra Alsbach-Stevens

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Aus Alt mach Neu!

Wenn wir ab und zu traditionelle neuseeländische Rezepte mit Euch teilen,  kommen diese in der Regel aus der englischen oder europäischen Küche und wurden den regionalen Gepflogenheiten hier angepasst. Während diese Traditionen und Rezepte sehr gut dokumentiert und in zahlreichen Famielienkochbüchern festgehalten sind, beschränkt sich das Wissen um die Maori Küche meistens auf Hangis und langgeschmortes Schweinefleisch mit Puha  (Gemüse-Gänsediestel). Wer diese Spezialitäten schon mal probiert hat, weiss, dass die Qualität sehr von dem Können und Wissen der individuellen Köche abhängt. Und gerade dieses Wissen ist es nun, was Monique Fiso zu bewahren und verbessern will.

International anerkannt, kehrt ein Kiwi heim

Schon als junges Mädchen hatten Essen und Essenszubreitung einen grossen Wert für Monique und als 14 Jährige verliess sie dann die Schule und begann eine intensive Gesellenzeit. Ihre Begeisterung und Faszination liessen sie immer nach den hellsten Sternen, beziehungsweise den Michelinsternen greifen, und sie konnte bald auf einen illustren Lebenslauf rückblicken. Nach Arbeitserfahrungen bei renommierten Chefs hier in Neuseeland und in Amerika, bekam sie die Chance das Menu für ein renommiertes Restaurant in Queenstown zu gestalten und zu organisieren.  Seit ihrer Rückkehr hat sie zwar mit Freude erkannt, wie das Interesse an Maori Essenskultur und traditionellen Nahrungsmitteln gestiegen ist, aber dass es noch einen enormen Nachholbedarf gibt.

hiakai

Hiakai bedeutet hungrig sein, und das Verlangen, Bedürfnis und Begehren nach Essen zu haben. Dies artikuliert sehr anschaulich, die verschiedenen Beweggründe, um eine Mahlzeit zu planen und zu kochen.  Von der rein praktischen Nahrungszufuhr bis hin zum spirituellen Ritual das Lebenssituationen begleitet und markiert.

Während ihrer Zeit im Ausland hatten viele Fragen nach ihrer Herkunft (Maori und Samoa) und der Bedeutung ihrer Tätowierungen ihr bewusst gemacht, wie wenig Ahnung sie eigentlich von ihrer eigenen Kultur hat. Und wieviel hiakai die treibende Krafte in ihren Bemühungen und Entdeckungen ist.  Daher machte sie sich nach ihrer Rückkehr auf die Suche nach den Hütern des alten Wissens und hat in der Fernsehserie hiakai die unbekannteren Seiten der neuseeländischen Maori Küche präsentiert.

Mit diesen neuen Erkenntnissen macht sie sich nun an die Arbeit ihr eigenes Restaurant in Neuseeland zu eröffnen, aber wie in dem sehr ausführlichen Artikel in der FAZ beschrieben wird, ist dies zum Teil leichter gesagt als getan. Mein Mann und ich können es kaum erwarten, ihre Kreationen zu probieren! Sobald wie möglich werden wir Bericht erstatten.

Autorin: Petra Alsbach-Stevens

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Mythen und Sagen aus Fjordland

In 1910 wurden Holzkisten mit einer sonderbaren Fracht an der Supper Cove am Ende des Dusky Sounds in Fjordland abgeladen. Sie hatten einen langen Weg von Kanada hinter sich und der Grund war schon kurios: der damalige Premierminister Sir Joseph Ward hatte bei seinem Kollegen in Kanada nachgefragt, ob sie ihm einige zuchtfähige Elche schicken könnten, denn die damalige Regierung wollte Neuseeland in das grösste Wildgehege der Welt verwandeln. Heutzutage wissen wir wie gefährlich es sein kann, Tiere und Pflanzen aus anderen Klimazonen zu importieren, aber damals gab es diese Bedenken nicht.

Und so wurden an einem dämmerigen Abend die zehn jungen Elche – sechs Elchkühe und vier –hirsche – an dem Strand der Supper Cove ihrem Schicksal ausgesetzt, in der Hoffnung sie würden überleben und sich fortpflanzen. Jahrzehnte später sind sie der Stoff für Legenden, da nach einigen erfolgreichen Jagden in den 1950er Jahre, sie seitdem nicht mehr zuverlässig gesichtet worden sind. Es gab – und gibt – einige Individuen die wahrlich von diesen Tieren besessen sind und sie nun nicht mehr mit Gewehren, sondern Kameras jagen wollen.

Ken Tustin ist einer von diesen, ein Biologe, der seit dreissig Jahren versucht diese Tiere aufzufinden. Zunächst im Auftrag seines damaligen Arbeitgebers, dem Forestry Service, installierte er primitive Kameras die von Autobatterien betrieben wurden, an zahlreichen Bäumen im Busch. Abgesehen von ein paar verschwommenen Fotos konnte er aber keinen Erfolg verbuchen und hat deshalb Ende des letzten Jahres die Kameras wieder abgenommen. Nicht für immer, wie er selber sagt, aber mit seinen 72 Jahren wird es auch nicht leichter, tagelang durch den Busch zu trekken, mit schwerem Gepäck, Verpflegung und den Kameras auf dem Rücken.

Er und zahlreiche andere machen sich Jahr für Jahr auf den Weg, um die Spurensuche zu beenden. Es gibt inzwischen zahlreiche andere Belege, wie gentisch getesteter Elchdung, aber die Krönung wären halt Fotos. Obwohl es auch eine andere Meinung gibt, dass es wäre besser für die Tiere weiterhin in Obskurität zu leben, als der Jagdlust von Trophäenjägern zum Opfer zu fallen. Elche sind zwar nicht so selten wie das Loch Ness Monster, aber der Gedanke an einem nebeligen Tag einen Elch aus dem Busch treten zu sehen, finde ich faszinierend!

Bei Stuff kann in zwei Artikeln dazu mehr gelesen werden und auf der Webseite einer der Suchenden gibt es sehr detaillierte Beschreibungen seiner Expeditionen und Entdeckungen.

Viel Spass beim Lesen und haltet Augen und Nase offen bei Euren Touren durch Fjordland.

Autorin: Petra Alsbach-Stevens

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In Harmonie mit der Natur

Auf unserer Nordinsel Abenteuerreise kommen wir auch durch Whangarei. Die Wanderungen durch die Halbinsel Bream Head offenbaren uns die Schönheit der Strände und Wälder dieser Gegend. Ganz in der Nähe ist Tahi gelegen, eine ehemalige Rinderfarm, die vor 11 Jahren von dem führenden Ödlandkultivierer John Craig übernommen und in Zusammenarbeit mit anderen Kollegen in ein ökologisches Paradies verwandelt wurde.

Ferienort Tahi

Die Naturschützer möchten mit diesem Projekt zeigen, dass es möglich ist, mit nachhaltigen Methoden die Landschaft und ihr Kulturgut zu verbessern und kommerziell attraktiv zu machen. Bisherige Methoden und Farmpraktiken haben einen derartig negativen Effekt auf den Naturhaushalt gehabt, der nicht nur den Erhalt von Pflanzen und Tieren bedroht, sondern auch die Kultur Neuseelands zu zerstören droht.

Die Gesetzgebung in den vergangenen Jahren hat einen Wandel begonnen, in dem Nationalparks und Flüssen Identität und Schutzanspruch zugesprochen werden. Damit sind Menschen, die an diesen Orten leben nicht mehr Nutzniesser, sondern Hüter und Vormunde.

Diese Einstellung ist ein grosser Teil der Philosophie der Betreiber von Tahi und wird festgehalten in den 4C’s ihres Leitspruches: „strive to achieve the highest standards in sustainability by balancing Conservation, Community, Culture and Commerce – the 4Cs.“

Auf Deutsch gesagt, sie bemühen sich, die höchsten Ansprüche in Nachhaltigkeit zu erreichen, in dem Naturschutz, Gemeinschaft, Kulturerbe und Kommerz in einem Gleichgewicht exitieren.

Von Ödland zu prachtvoller Vielfalt

In den letzten 11 Jahren haben John, seine Familie und Kollegen mit riesigen Anstrengungen abertausende von einheimischen Bäumen und Büschen gepflanzt, Feuchtbiotope regeneriert und dabei die Zunahme von einheimischen Vögeln beobachten können. Auf ihrer Webseite beschreiben sie relativ detailliert, was sie in den verschiedenen Teilen der Farm gemacht haben und wie sich dies auf das ökologische Gleichgewicht ausgewirkt hatte. Die Finanzierung durch den Verkauf des eigenen Honigs und Anbieten von Selbstversorger Unterkünften scheint auch gut zu funktionieren. Und zwar so gut, dass sie letztens von der UN für ihre Bemühungen und Erfolge gelobt wurden. Wer gerne Honig als Mitbringsel kaufen will, könnte dies hier tun, in dem Wissen auch die Natur und Kultur damit zu unterstützen!

Autorin: Petra Alsbach-Stevens

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Attraktionen zu Land und zu Wasser

Die neuseeländische Tierwelt sowohl auf Land wie zu Wasser hat zahlreiche Attraktionen, die von unseren Besuchern auf unseren Touren entdeckt werden können. Zu Land sind dies die zahlreichen und einmaligen Vogelarten und zu Wasser – zusätzlich zu den Wasservögeln – auch Delfine und die unterschiedlichsten Walarten.

Man könnte meinen die evolutionäre Entwicklung der Wale und deren Spezialisierungen sei ausreichend erforscht, aber in dem neuesten Artikel vom National Geographic erfahren wir, dass dies nicht der Fall ist.

Prähistorische Walfunde analysiert

Am Beispiel eines Fossilienfundes im Hakataramea Valley in South Canterbury in 1988 wird erläutert, dass eine wichtige Entwicklung stattfand in der Spezialisierung der Fangmethode der Wale. Diese Spezialisierung wird deutlich im Gebiss der Tiere: die einen haben Zähne, die anderen nicht. Und die zahnlosen Bartenwale haben sich weiter spezialisiert in zwei Gruppen, die sehr spezifische Fangmethoden anwenden. Aber bisher wusste man nicht genauer wann diese ersten Unterschiede hervortraten und sich etablierten.

Vor dreissig Jahren hatte Ewan Fordyce ein Forschungsstipendium von der National Geographic Society bekommen, um nach Walfossilien in Neuseeland zu suchen. In den letzten Jahren hat er zahlreiche Fossilien finden und klassifizieren können.

Die genauere Untersuchung des Fossils von 1988 durch Cheng-Hsiu Tsai im Rahmen seiner Doktorarbeit hat nun ergeben, dass Toipahautea waitaki ungefähr 27.5 Millionen Jahre alt ist und ganz am Anfang der Spezialisierung der Bartenwale steht.

Toipahautea waitaki hat angeblich unterschiedliche Fangmethoden angewendet und ist damit der erste gemeinsame Vorfahr dieser beiden Untergruppen. Die Forscher suchen und untersuchen unverdrossen weiter und glauben, dass sie noch zahlreiche Fossilien finden werden, die ihre Untersuchungen bestätigen und den historischen Kontext bestärken werden.

Autorin: Petra Alsbach-Stevens

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Kribbelkrabbel Fakten aus der Natur

Die wenigsten Menschen können sich vorstellen, aus Jux und Dollerei sich des Nachts auf die Suche nach den grössten Spinnen in Neuselands zu machen. Aber Colin Miskelly von dem Department of Conservation konnte sich nichts Besseres vorstellen, als während seines Aufenthaltes auf Rangatira Island (in der Nähe der Chatham Islands) Nachts unterwegs zu sein.

Während die meisten Besucher auf Rangatira Island nach seltenen Vögeln Ausschau halten, wissen die wenigsten, dass die Insel eine der letzten Zufluchtsorte für die Rangatira Spinne ist.  Wie Colin zu berichten weiss, hat diese Tatsache sogar so manchen Besucher abgeschreckt!

Die Rangatira Spinne….

… ist eine der grössten und seltensten Spinnen in Neuseeland aus der Familie der Raubspinnen. Während viele Spinnen mit Seide und Netzen ihre Beute fangen, geht die Rangatira Spinne auf Jagd und ergreift ihre Beute, meistens und vorzugsweise Wetas!

In dem Blog auf der DoC Seite beschreibt Colin Miskelly nicht nur diese Spinnenart, sondern auch viele andere endemische Bewohner der Insel. Und beim Durchlesen habe ich noch etwas Interessantes entdeckt: sowohl die Spinnen als auch die endemische Stabheuschrecke teilen ein Detail. Ihre Namen beinhalten einen sehr deutsch-klingenden Namen: schauinslandi.

Deutscher Forscher in Neuseeland

Weitere Lektüre des Artikel offenbart die Herkunft des Namens: Hugo Schauinsland war ein Naturforscher, der in 1897 eine Forschungsreise in den Südpazifik unternahm und einige neue Arten entdeckte, die nach ihm benannt wurden. Leider werden in dem Wiki Artikel über ihn nicht die neuseeländischen erwähnt, deshalb hole ich dies hier nach: Dolomedes schauinslandi (Rangatira spider) und Argosarchus schauinslandi (Unterart der Stabheuschrecke).

Autorin: Petra Alsbach-Stevens

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