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Südamerikanischer Pilz bedroht ganze Pflanzenfamilie

Da versuchen die Neuseeländer nach bestem Wissen und Gewissen ihre einzigartige Naturlandschaft zu schützen und dann macht das Wetter ihnen einen grausamen Strich durch die Rechnung. Im April dieses Jahres verkündeten MPI (Landschaftsministerium) und DoC, dass auf Raoul Island Pohutakawa Bäume von dem südamerikanischen ‘myrtle rust’ befallen sind. Die Forscher gehen davon aus, dass die Sporen dieser Pilzkrankheit durch die schweren Stürme in den vorherigen Monaten von Australien hierher kamen. In Australien bedroht dieser Pilz eine überwältigende Anzahl an einheimischen Pflanzen, deren Existenz für das Überleben vieler Tierarten notwendig ist. Wenn man sich die Liste der Familie der Myrthengewächse anschaut, ist die grosse Sorge der Forscher zu verstehen.

Winterzeit bringt Ruhepause

Leider kamen dann im Mai die Nachrichten, dass an 50 Stellen im Norden Neuseelands befallene Bäume gefunden wurden. Und damit ging dann ein Aufruf an die Bevölkerung raus, eventuelle Befälle zu fotografieren und dem Ministerium zu melden. Aber, unter gar keinen Umständen zu versuchen, den Befall auf eigene Faust zu bekämpfen.

Zum Glück scheint nun der Winter endlich so richtig angefangen zu haben und die kühleren Temperaturen bieten dem Pilz vorübergehend Einhalt. Diese Ruhepause soll genutzt werden, um in einer Studie neue Arten der Pilzbekämpfung zu erforschen. Da nicht nur der neuseeländische Weihnachtsbaum, sondern auch andere, wirtschaftlich wichtige Pflanzen bedroht sind ( Manuka, Kanuka, Feijoa, Guava), ist es wichtig, Methoden zu entwickeln, die den Pilz entweder bekämpfen oder die betroffenen Pflanzen besser davor schützen. Die Zusammenarbeit und Finanzierung zwei grosser Forschungsabteilungen (PlantandFood Research und Scion) wird in den nächsten drei Jahren hoffentlich positive Resultate hervorbringen.

Da will ich mich mal nicht über die kalten Temperaturen beschweren und ziehe noch einen Wollpullover an!

Autorin: Petra Alsbach-Stevens

Maori Kultur – internationale Version

Vor einigen Wochen hatte ein Werbevideo einer Versicherung für Aufregung gesorgt, weil es auf peinliche Weise den neuseeländischen Haka beinhaltete. Die Firma rechtfertigte sich hinterher, der Haka sollte Kraft und Entschlossenheit ausdrücken. Leider kam das mit den gekoppelten Nachrichten von “Ich will den Führerschein” und “Ich will den Job” ein bisschen oberflächlich rüber.

Maori Kultur – einheimische Version

Und um besser verstehen zu können, warum die Maoris und Neuseeländer sich darüber echauffierten, sollte man sich das neueste Musikvideo von Stan Walker anschauen.

Stan Walker hatte in 2009 die siebte Staffel von Australian Idol gewonnen und hat sich seitdem eine Karriere in und um die Musikindustrie aufgebaut. Mit seinem Erfolg kamen aber auch im Laufe der Zeit Zweifel an seinen Zielen hoch. Mit seiner neuesten Single gibt er nun den Richtungswandel öffentlich bekannt.

In den vergangenen Jahrhunderten ist die einheimische Kultur derart verunglimpft worden, dass heute noch, viele junge Pazifikmenschen sich ihrer Kultur schämen.

Stan ist sich seiner Vorbildrolle bewusst und will mit seiner kraft- und respektvollen Darstellung einheimischer Tänzer positive Leitbilder für die junge Generation schaffen. In einem interessanten Interview hat sich Stan über seine Entwicklung und seine weiteren Ziele ausgelassen und am Ende kann man das Video komplett anschauen. Die Musik mag vielleicht nicht jedermanns Geschmack sein, aber die Bilder sind zweifelsfrei schön und eindrucksvoll.

Autorin: Petra Alsbach-Stevens 

 

 

 

 

Unterirdisch auf richtigem Kurs

Auf vielen unserer Touren auf der Nordinsel Neuseelands besuchen wir auch die Höhlen von Waitomo und bestaunen die geologischen Besonderheiten und Glühwürmchen während einer Boots- oder einer ‘blackwater rafting’ Tour. Wir – bei Sidetracks – waren schon immer von der hohen Qualität dieser natürlichen Attraktion überzeugt und nun gibt es auch offizielle Bestätigungen.

Qualmark Auszeichnung

Im Mai wurde das Unternehmen mit dem Gold Gütezeichen von Qualmark ausgezeichnet. Tourism New Zealand hatte vor kurzem neue Richtlinien veröffentlicht mit strengeren Auflagen bezüglich der ökologischen, ökonomischen, kulturellen und sicherheitstechnischen Massstäbe für die Touristikbranche. Die Tatsache, dass die Waitomo Höhlen als eine der ersten Sehenswürdigkeiten nach den neuen Kriterien damit ausgezeichnet wurden, sagt viel aus über ihre konstant hohen Qualitätsansprüche.

Private und staatliche Zusammenarbeit

Und jetzt im Juni wurde die Zusammenarbeit zwischen den Betreibern und DoC angekündigt. Seit Jahren schon beschäftigten die Waitomo Höhlen einen Umweltbeauftragten (‘environmental officer’). Die Bedeutung seiner praktischen und strategischen Arbeit wird von DoC entsprechend anerkannt und unterstützt durch aktive Schädlingsbekämpfung und Strategieberatung. Die Schädlingsbekämpfung soll die Flora und Fauna über den Höhlen verbessern, so dass durchsickernde Nährstoffe dieses unterirdische Ökosystem optimal unterstützen.

Waitomo Glow worm caves

In vorherigen Artikeln haben wir die Waitomo Höhlen schon erwähnt und sind mehr denn je stolz darauf, diese Sehenswürdigkeit auf unseren Reiserouten zu haben. Geniesst die majestische Stille, die beindruckenden Kalksteinformationen und bemerkenswerten Lebewesen, die diese Höhlen zu ihrem Zuhause gemacht haben.

Diese offiziellen Anerkennungen sind nicht nur für den Umweltschutz wichtig, sondern auch die regionale Wirtschaft wird gefördert, indem die Attraktivität für Besucher nicht nur erhalten, sondern gar erhöht wird.

Autorin: Petra Alsbach-Stevens 

Vom anderen Ende der Welt in den Weltraum

In der vergangenen Woche haben wir den erfolgreichen Start einer neuartigen Rakete in den Weltraum verfolgen können. Und zwar hier in Neuseeland durch die Firma Rocket Lab.

Am 25. Mai war die Wetterlage über Neuseeland und speziell Mahia im Norden (zwischen Napier und Gisborne) günstig und die erste Testrakete konnte erfolgreich starten. In den zwei vorherigen Tagen spielten die atmosphärischen Bedingungen nicht mit, aber zum Glück hatte Rocket Lab einen 10 Tage Spielraum genehmigt bekommen.

Dies war der erste von drei Teststarts, bevor die Firma anfangen will kommerzielle Ladungen in den Weltraum zu schiessen. Diese Tests sind notwendig, um die Rakete und alle Zuliefersysteme zu optimieren. Wie so vieles im Leben, liest sich alles schön und gut auf Papier, aber wie etwas in der kalten Realität funktioniert ist letzendlich entscheidend. Dieser Flug war nach Meinung einiger ein Reinfall, da die Rakete nicht den Orbit erreichte, aber der Besitzer und Gründer Peter Beck, aus Invercargill, ist mit dem Resultat und der neuen Datenflut zufrieden. Er sieht die Tatsache, dass die Rakete den Weltraum erreicht hatte als einen Erfolg an und ist überzeugt, dass die Auswertung der Daten (aus 25.000 Datenkanälen) erhebliche Verbesserungen bringen wird.

 

 

Marktsituation im Moment

In den USA werden pro Jahr knapp zwei Dutzend Raketen in den Weltraum geschickt, um zahlreiche Satelliten in der Erdumlaufbahn zu stationieren. Um die Kosten für den bisher üblichen Transport durch wiederverwendbare Raketen auszugleichen, sind die Satelliten gross und haben eine lange Lebensdauer. Leider bedeutet dies aber auch, dass sie am Ende ihres Dienstes weiterhin in der Erdumlaufbahn bleiben müssen: Verbrennung bei Wiedereintritt würde die grossen Stücke nur unzureichend reduzieren und zu einer Gefahr für Luftfahrt und Menschen machen.  Anders als “Electron”, der Rakete aus Neuseeland: aus Kohlefaserverbundwerkstoff auf einem 3D Drucker hergestellt, zerfallen und verbrennen die Zwischenstufen und andere Teile beim Wiedereintritt in die Atmosphäre.

Die Firma Rocket Lab, aus dem Land der Schafe, Rinder und Milchprodukte mit Sitz in Kalifornien (aus wirtschaftsstrategischen Gründen) will den Weltraum zugänglicher und kosteneffektiver machen als er bisher war. Bisher haben sich nur einige Firmen (in den USA, China und EU) diesen Markt geteilt, von denen SpaceX die billigste ist und versucht durch den Einsatz von neuen Technologien den Markt immer weiter zu erschliessen. Rocket Lab hat nun eine Lizenz, die es ihnen theoretisch erlaubt für die nächsten 30 Jahre alle drei Tage eine Rakete zu starten. Mit einer derartigen Frequenz wäre Neuseeland der Marktführer, was sich enorm auf die nationale und auch internationale Wirtschaft auswirken könnte.

 

Vorhersagen für die Zukunft

Hier in Neuseeland sind die meisten Leute von dem Projekt begeistert, erstens weil es mal wieder ein typisches Kiwi Projekt ist (Uniabbrecher bringt sich selbst Weltraumtechnologie bei) und zweitens, weil es zeigt, dass Neuseeland nicht nur ein idyllisches Agrarland ist, sondern auch neue Technologien entwickeln und kommerzialisieren kann. An sich würde ich dazu sagen, “abwarten und Tee trinken” in der Erwartung im Laufe der nächsten Jahre wieder was davon zu hören.

Rocket Lab dagegen will Ende des Jahres den ersten kommerziellen Flug starten, da brauchen wir hoffentlich nicht mehr lange zu warten.

Autorin: Petra Alsbach-Stevens

 

Hundertwasser und mehr

Auf zahlreichen unserer Touren durch die Nordinsel Neuseelands kommen wir auch durch den kleinen Ort Kawakawa. Die bisherige Infrastruktur dort machte bisher nur kurze Erfrischungen und einen schnellen Besuch auf dem berühmten Örtchen des Ortes, den Hundertwasser Toiletten möglich. Dies soll sich nun im Rahmen einiger Verbesserungen in Kawakawa ändern. Unter anderem soll die medizinische Versorgung verbessert werden und zusätzlich die Stadt attraktiver gestaltet werden für Touristen auf dem Weg an den nördlichsten Zipfel der Insel. Mitte Mai wurde mit dem Bau des neuen Krankenhauses und weiteren Anlagen begonnen und diese Woche wurde der erste Entwurf zur Umstrukturierung des Stadtzenters veröffentlicht.

Während wir natürlich hoffen, niemals die medizinischen Einrichtungen in Anspruch nehmen zu müssen, sind die Planungen für das Stadtzentrum schon eher von Interesse.

Der erste Planungsentwurf sieht vor, in einem neuen Gebäude das Dienstleistungszentrum für die Gemeinde, Museum und Gallerie, Café, die öffentliche Bücherei und eine Kulturwerkstatt unterzubringen. Zusätzlich soll dies von einem Park umgeben werden, der sowohl von Freedom Campern als auch anderen Touristen genutzt werden kann. Der neue Vorschlag hat ausserdem weitere Toiletten geplant, um den Druck auf die Hundertwasser Toiletten ein bisschen zu reduzieren und zusätzliche Parkplätze, damit Busse und individual Reisende sicher verkehren können.

Jedes Jahr im Sommer verursachen die erhöhten Besucherzahlen ein Verkehrschaos in dem kleinen Ort und die Planer hoffen, mit den Verbesserungen dies zu lindern und die Attraktivität des Ortes an sich zu erhöhen. Wenn Kawakawa mehr als nur ein kurzer Pausenstop gesehen wird, würde es mehr längerfristige Besucher anziehen, die positiv zur Entwicklung der Region beitragen würden.

Oft ist den regionalen Nachrichten von Schliessungen und Stillegungen zu lesen, da ist es angenehm zu sehen, dass Geld und Energie in eine Region investiert werden, um diese am Leben zu erhalten und eine positive Zukunftsaussicht zu schaffen.

Leider dauern diese Planungen immer länger als man denkt, aber wir werden Euch wie gehabt auf dem Laufenden halten.

Autorin: Petra Alsbach-Stevens

 

Öfter mal was Neues

Die Polizei allgemein ist nicht gerade bekannt für ihren Humor und interessante Aktionen, aber in den letzten Jahren haben zumindestens die neuseeländischen Polizisten einen Ruf für ungewöhnliche Massnahmen bekommen.

Letztes Jahr hatten die Personalberater der Polizei eine witzige Idee: eine “Kampfansage” an die Polizeistellen anderer Länder und Städte an einem ‘dance-off’ teilzunehmen. Der deutsche Begriff Tanzwettbewerb kann dieser Herausforderung nicht so ganz gerecht werden, da es im Rahmen der sozialen Medien erfolgte und zu einem ganz bestimmten Lied stattfinden musste. Das ganze lief unter dem Namen “running man challenge” und jemand hat sich die Mühe gemacht, die interessantesten Videos in einem Video zu kombinieren.

Dieses Jahr nun hatten sie sich was Nettes ausgedacht, um eine ganz bestimmte Nachricht zum Schulanfang zu verbreiten: langsamer fahren und auf Kinder im Strassenverkehr aufpassen.

Wie wir alle wissen, mag das Internet kuschelige und charaktervolle Tiere. So haben sie ein Meerschweinchen ‘engagiert’’ dass sich zu diesem Thema und aus seiner Perspektive dazu äussert. Mit einer Mischung aus interessanter Information zu Meerschweinchen allgemein und “persönlichen” Kommentaren bittet Constable Elliot darum, dass Autofahrer eine Auge auf die kleinen, unscheinbaren Teilnehmer im Strassenverkehr halten und langsamer fahren, um auf unberechenbare Verhalten der kleinen Kinder sicher reagieren zu können.

Und den Kommentaren auf Facebook nach, haben sie mal wieder den richtigen Ton getroffen. Nicht nur regional sind alle von dem Kleinen begeistert, auch internationale Medien können sich kaum wieder einkriegen vor lauter seeligem Grinsen.

In diesem Sinne, gemütlich und aufmerksam mit dem Auto fahren!

Autorin: Petra Alsbach-Stevens

Frecher Kea kann nach Hause

Keas sind berühmt berüchtigt für ihre Intelligenz und Neugierde. Dies können die Ärzte und Pfleger in der neuen Wildtierklinik Wildbase Recovery aus eigener Erfahrung bestätigen.

Ende Dezember des letzten Jahres war ein verletzter Kea in Fjordland in der Nähe des Lake Manapouri gefunden worden und nach Palmerston North geflogen worden. Nach zwei Operationen, einem Heilmonat für die Knochen und zwei weiteren Monaten für Physiotherapie, wurde Mitte April dieser freche Kerl wieder an seinen Fundort zurückgebracht. Obwohl die Pfleger doch immer sehr begeistert sind von ihren Schützlingen, hatte dieser zuviel Energie und Intelligenz: schnell hatte er raus wie er seinen Käfig von innen öffnen konnte und viel Schabernack in den Räumen getrieben. Zum Glück war die Klinik noch nicht im Vollbetrieb, da konnten alle das eine oder andere Auge mal zudrücken.  Wie dem auch sei, es ging ihm so gut, dass er einen Flug von Air New Zealand spendiert bekam, von Palmerston North nach Queenstown. Nach einer kurzen Autofahrt brachte ihn dann ein Boot, gefördert von Meridian Energy, zurück an den ursprünglichen Fundort in einer Seitenbucht des Lake Manapouri.

Wildtierschutz

Die medizinische Betreuung von einheimischen Arten ist ein Aspekt des aktiven Tierschutzes hier in Neuseeland und am Anfang des Jahres wurde die erste und einzige Wildtierklinik in Neuseeland in Palmerston North eröffnet, Wildbase Recovery.

Bisher sind verletzte oder pflegebedürftige Tiere in der veterinärischen Klinik der Massey Universität oder von privaten Tierärzten behandelt worden. Aber die allgemeine Ausstattung der Uni gab nicht die Möglichkeit, artenspezifische Bedürfnisse zu berücksichtigen, die eine stressfreie Behandlung ermöglichen.

In der neuen Klinik gibt es viele verschiedene Räume, die den individuellen Bedürfnissen der Tier angepasst werden können. So brauchen Pinguine zum Beispiel kühlere Temperaturen und einen rutschfesten Boden, sprich mit festen Gummimatten ausgelegte Räume. Kiwis und Keas dagegen brauchen eine gewisse Menge an Vegetation, um sich sicher zu fühlen. Und Reptilien brauchen kleine Räume, deren Temperatur effizient reguliert werden kann. Zusätzlich gibt es Brutkästen, in denen Jungtiere oder traumatisierte Tiere stabilisiert werden können. Das Prunkstück der ganzen Anlage ist im Operationssaal zu finden: Kameras über dem Operationstisch. So können zahlreiche Studenten die Operationen mitverfolgen, ohne den Arzt bei der Behandlung zu behindern!

Der nächste Schritt ist der Bau des recovery centre, in dem die Patienten sich erholen können und gleichzeitig von Besuchern gesehen werden können. So soll auf anschauliche und diskrete Art der Heilungsprozess und die Wiederintegration erläutert werden. Dies wiederum soll das Bewusstsein und die Verantwortung für alle Tiere stärken und ein Bindung schaffen zwischen den individuellen Tiere und ihren Verwandten in der Natur und der allgemeinen Bevölkerung, die die Schutzmassnahmen durch Spenden und Steuern unterstützen muss.

Autorin: Petra Alsbach-Stevens

 

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